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Bölle-Hölle Ein Lilien-Krimi von Kibler, Michael (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.11.2016
  • Verlag: Societäts-Verlag
eBook (ePUB)
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Bölle-Hölle

Ein Fall für Wantrupp & Wantrupp, Edel-Detektei aus Frankfurt: Der Star des Lilien-Museums, der Bembler-Pokal, fünfmal vom SV Darmstadt 98 gewonnen, glänzt durch Abwesenheit. Geklaut. Was der Hauptsponsor der Lilien - eben Unternehmer Bembler senior - nicht wissen darf. Also müssen die Detektive Helmut Stallitzer und Paul Wagner alles daran setzen, das Goldstück vor der feierlichen Museumseröffnung in zehn Tagen wieder aufzutreiben. In einer wilden Hatz von Ober-Ramstadt über Bielefeld bis nach Frankfurt verfolgen sie die Spur des Pokals. Und lernen dabei viel über Freistoßsprays, Arminia-Rasen und die Fußballskandale der Republik. Michael Kibler wurde 1963 in Heilbronn geboren. Er studierte in Frankfurt am Main Germanistik, Filmwissenschaft und Psychologie. Nach dem Magister 1991 promovierte er 1998. Er lebt und arbeitet in Darmstadt. Seit seinem Krimi-Debüt 'Madonnenkinder' - 2005 im Societäts-Verlag erschienen - ist Michael Kibler vielfältig als Krimi- und Sachbuchautor tätig.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 208
    Erscheinungsdatum: 01.11.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955422356
    Verlag: Societäts-Verlag
    Größe: 388 kBytes
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Bölle-Hölle

Montag, 21. März. Erste Halbzeit

D er Irish Pub hatte sich inzwischen deutlich geleert. Das Quartett saß nun um einen Tisch in einer gemütlichen Ecke. Stallitzer blieb bei Mineralwasser, alle anderen hatten sich wieder Guinness bestellt. "Wieviel habt ihr bekommen, damit ihr den Pokal klaut?" "Welchen Pokal?", konterte Halberstädter. Stallitzer sah ihm an, dass es ein letzter, verzweifelter Versuch war, seine Hände in Unschuld zu waschen. Er seufzte. "Ihr wollt jetzt wirklich den unbequemen Weg gehen? Den, auf dem wir euch eure Geschichte Satz für Satz oder sogar Buchstabe für Buchstabe aus der Nase ziehen? Ich würde das gerne anders lösen, auch wenn ihr es mir im Moment nicht wirklich leichtmacht, eure Geschichte nicht aus euch rauszuprügeln." Stallitzer bemerkte sofort, wie sich Halberstädters Augen wieder weiteten. Nach immerhin rund 200 gemeinsam verbrachten Minuten konnte er in Halberstädters Gesicht lesen, wie seine Exfrau Regina im Blick ihres ehemals gemeinsamen Hundes Trixi. Wenn die Hündin beleidigt gewesen war, wenn ihr die Blase drückte, wenn sie hungrig war oder auch nur der Nachbarhund den Radius von 50 Metern Abstand zum eigenen Haus unterschritt - Regina hatte immer sofort Bescheid gewusst. Stallitzer griff erneut zum Portemonnaie, zog einen 200-Euro-Schein heraus, schob ihn wieder zurück, entnahm zwei Hunderter, fächerte sie auf, legte sie unter den Halter für die Getränkekarte. "So, und jetzt Klartext. Und vergesst irgendwelche Lügenmärchen, wir haben heute auch schon mit Ben Brambach gesprochen. Nur so als kleine Randinformation." Halberstädter und Püschel kommunizierten noch kurz wortlos mit Blicken. Sollen wir? Haben wir eine Alternative? Die beiden Hunnies sind leicht verdientes Geld! Hatte er nicht vorhin noch einen Fünfhunderter in der Hand? Wenn wir ihn darauf jetzt ansprechen, haben wir es dann ganz vergeigt? Fängst du an oder fange ich an? Diesmal begann Püschel: "Einen Tausender. Plus 250 für Spesen." Als wären Püschels Worte der Startschuss gewesen, sprudelte es nun aus Halberstädter heraus, wie eine Fontäne aus einem Hydranten: "Das war alles so einfach, klang nach wirklich schnell verdientem Geld. Ein Telefonanruf, ein Treffpunkt, ein Vorschuss auf die Kohle, ein Nachschlüssel für das Museum in einem Briefumschlag, zusammen mit dem vierstelligen Code, mit dem man die Alarmanlage ausschalten konnte. Alles ganz easy. Wir sind also zu dem Museum gefahren, nachts um zwei an die Tür gegangen - und der Schlüssel passte nicht. Er ließ sich nicht mal ganz reinstecken. Wir hatten eine Telefonnummer, die wir anrufen konnten. Haben wir gemacht. Ich hab noch gefragt, ob wir in das Museum einbrechen sollen. Aber der Typ am anderen Ende der Leitung hat uns gesagt: keine Gewalt. Also dachten wir, das wäre jetzt gelaufen, hatten den Rest der Kohle schon in den Wind geschrieben, als wir die Melodie von diesem komischen Lilienlied hörten. Mitten in der Nacht dröhnte auf uns zu ,Die Sonne scheint'. Wir dachten, vielleicht feiern da irgendwelche Fans. Und so landeten wir vor der Lilienschänke. Zum Glück haben wir zuerst ins Fenster geguckt. War ja drinnen hell erleuchtet. Im Innern zwei Dinge, die uns auffielen. Ein Mann mit Bierglas in der Hand, der zu dem Lied tanzte. Und auf einem der Tische - der Pokal. Das Tempo, in dem der Kerl das Bier in sich reinschüttete, zeigte uns, dass doch noch nicht alles verloren war. Wir mussten einfach nur warten, bis sich dieser seltsame Nachtwächter in den Schlaf gesoffen haben würde. Wir haben uns dann einfach im Außenbereich vor der Kneipe auf eine der Bänke gesetzt. An der Tanke nebenan noch zwei Bier geholt und gewartet." Püschel wandte sich an Wagner: "Echt, Scheiß-Mucke habt ihr für euren Verein!" Stallitzer zuckte zusammen. Nicht schon wieder! Doch Wagner grinste Püschel

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