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Böse Bilder Thriller von Manning, Max (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.11.2018
  • Verlag: HarperCollins
eBook (ePUB)
8,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Ab 05.11.2018 per Download lieferbar

Online verfügbar

Böse Bilder

Unter dem Namen "I_Killer" postet ein Unbekannter zwei Fotos einer jungen Frau im Internet. Das erste zeigt sie verängstigt in Schockstarre, das zweite nur Momente später: auf dem Boden liegend, ein klaffender Schnitt quert ihren Hals. Durch den Zuspruch aus der Onlinegemeinde, fühlt sich "I_Killer" zu weiteren Taten berufen.
Als DCI Dan Fenton vor laufenden Kameras schwört, den Täter zur Strecke zu bringen, bekommen die bösen Bilder plötzlich eine ganz persönliche Bedeutung für den alleinerziehenden Vater ...

Max Manning arbeitete als Journalist bei einer großen Tageszeitung. Er begann seine Karriere als Regionalreporter und wechselte schließlich in die traditionsreiche Londoner Fleet Street, wo er für verschiedene Blätter tätig war - die letzten sechzehn Jahre als Schlussredakteur den Daily Telegraph. Böse Bilder ist sein Debütroman.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 05.11.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783959677950
    Verlag: HarperCollins
    Originaltitel: The Following
    Größe: 3249 kBytes
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Böse Bilder

14

Fenton ließ Ince fahren, um sich den Tweet des Killers anzusehen. Ihm wurde immer sofort übel, wenn er während der Fahrt etwas auf dem Handy las, und das Foto tat ein Übriges.

Der Account lief unter dem User-Namen @PFriel, und es gab nur diesen einen Tweet. Schaut in diese Augen, dann wisst ihr, wie es ist, sich wie ein Gott zu fühlen #I_Killer.

Auf dem Foto war Edward Deeres Mund zu einem grotesken Lächeln verzogen, seine Zungenspitze lag auf der Unterlippe. Seine Augen waren offen, die Pupillen geweitet. Fenton hatte genügend Tote gesehen, um zu wissen, dass Deere zum Zeitpunkt der Aufnahme noch gelebt hatte, wenn auch nur knapp.

Der Geruch des Duftbäumchens, das am Rückspiegel baumelte, erinnerte Fenton an den im Krankenhaus, den Gestank von Trauer. Keine Qual kam der finalen Agonie gleich.

Man hatte Deeres Leiche innerhalb einer Stunde nach dem Tweet entdeckt. Ein betrunkener kanadischer Tourist, der eine ruhige Ecke gesucht hatte, um sich zu übergeben, hatte sie hinter zwei Mülltonnen gefunden.

Fenton las den Tweet erneut, diesmal laut. Ince warf ihm einen Seitenblick zu und lächelte schief. "Klingt wie ein total Verrückter." Fentons Antwort war nur ein unverständliches Brummen. Der gleiche Gedanke war ihm auch schon gekommen, aber vielleicht wollte der Killer einfach nur der wachsenden Schar seiner Bewunderer etwas Unterhaltung liefern. Sicher war Fenton sich jedenfalls in dem Punkt, dass es zwischen dem obdachlosen Edward Deere und Lauren Bishop keine Verbindung gab. Deere war einzig aus dem Grund als Opfer gewählt worden, um die morbide Sensationsgeilheit zu befeuern. Fenton schaute immer noch auf das Handydisplay, als der Wagen abrupt stoppte und es ihn auf dem Sitz ruckartig nach vorne riss. "Wir sind da", verkündete Ince in einem Ton, der dafür, dass sie sich gleich zu einer Obduktion begeben würden, irritierend fröhlich klang.

Fenton schaute auf Deeres dürren Leichnam, der nackt auf einem Stahltisch lag, ein vergeudetes Leben, das ein abruptes Ende gefunden hatte. Der Torso war in der Mitte aufgeschnitten, vom Brustbein bis zum Bauch. Unter der umgeklappten, mit Klammern gehaltenen Haut lagen die Organe frei.

Er war regelmäßig bei Obduktionen anwesend, und jedes Mal schlug der Geruch ihm auf die Seele. Eine Mischung aus verwesendem Fleisch und antiseptischer Flüssigkeit, bei der es ihm den Magen umdrehte. Die weiß getünchten Wände, das grelle Licht und die auf Hochtouren laufende Klimaanlage verwandelten die Leichenhalle in Westminster ins Innere eines riesigen Kühlschranks. In der Mitte des Raums stand ein Untersuchungstisch, daneben ein stählerner Schreibtisch mit zwei Computerbildschirmen.

Instinktiv hielt Fenton sich Mund und Nase zu, nahm die Hand aber gleich wieder herunter, als er Inces grinsenden Blick bemerkte. Er schaute erneut auf die Leiche und fragte sich, warum der Killer Deere ausgewählt hatte. Seine obdachlosen Freunde hatten zugegeben, dass sie ihn ständig wegen seiner Kleinwüchsigkeit aufgezogen hatten. Am Tag seiner Ermordung war er eingeschnappt davongestürmt und hatte gedroht, nicht mehr zurückzukehren. Das war schon oft passiert.

Deere hatte erzählt, er sei aus dem Nordwesten nach London gekommen, aber bislang war seine Familie nicht ausfindig gemacht worden - falls er überhaupt Familie gehabt hatte. Fenton fragte sich, ob die Suche nach ihr die Mühe lohnte. Würde es sie kümmern? Wahrscheinlich nicht. Man hatte alles überprüft, und niemand hatte ihn als vermisst gemeldet.

Deeres Gliedmaßen und Torso waren spindeldürr, hatten kaum Muskeln. Fenton studierte das Gesicht, die offenen hellbraunen Augen, die kleine, etwas krumme Nase. In gepflegtem, fittem Zustand hätte Deere auf jungenhafte Weise gut ausgesehen. Ein gestärktes weißes, unter den Schultern eingeklemmtes Leinentuch bedeckte seinen Hals. Beide Detectives wandten sich zur Tür, als die Pathologin hereinkam. In ihrem wei

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