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Bankhaus Reichenbach (Historischer Kriminalroman) von Landsberger, Artur (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.11.2016
  • Verlag: e-artnow
eBook (ePUB)
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Bankhaus Reichenbach (Historischer Kriminalroman)

Dieses eBook: 'Bankhaus Reichenbach (Historischer Kriminalroman)' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Artur Landsberger (1876-1933) war seinerzeit einer der meistgelesenen deutschen Romanschriftsteller. Sein Roman 'Bankhaus Reichenbach' ist ein spannender Kriminalroman aus der Handelswelt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 281
    Erscheinungsdatum: 08.11.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026870159
    Verlag: e-artnow
    Größe: 598 kBytes
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Bankhaus Reichenbach (Historischer Kriminalroman)

3.

Inhaltsverzeichnis

Am nächsten Abend aber fand sich auf Schloß Reichenbach eine Gesellschaft von sechs Personen ein, die nach Geburt und Weltanschauung, sowie nach den sozialen Verhältnissen, in denen sie lebten, ganz und gar nicht zusammengehörten.

Schloß Reichenbach lag in einem alten Park, der zu dem gleichnamigen Rittergut gehörte. Wenn man von Berlin aus durch Brandenburg fuhr, etwa einen Kilometer hinter dem Zuchthaus, bog eine Landstraße links ab, die zu beiden Seiten von hohen, Jahrhunderte alten Bäumen bewachsen war. Nach ein paar hundert Metern begann links vom Fahrweg eine mannshohe Mauer zu laufen, die Bäume zur Rechten hörten auf, der Weg führte immer dichter zur Havel heran. Schließlich befand man sich vor einem hohen, zu beiden Seiten von dichtem Wald umgrenzten Eisentor, das über die ganze Breite der Landstraße reichte und den Weg versperrte, so daß man unwillkürlich an die schweren Tore des Brandenburger Zuchthauses zurückdachte, an denen man vor kaum zehn Minuten mit beklommenem Herzen vorübergefahren war.

Wenn das Tor sich aber öffnete, sah man märchenhaft - bei einem Sonnenuntergang wie heute abend - tief im Grünen Schloß Reichenbach liegen. Man glaubte sich um Jahrhunderte zurückversetzt. Die Zeit schien stillzustehen. Von dem Hasten und dem Lärm da draußen spürte man nichts. Und die beiden Autos, die jetzt über den Rasen glitten, wirkten in der Stille dieser in das tiefe Rot der untergehenden Sonne getauchten Landschaft wie Gespenster.

In dem ersten großen und geschlossenen Auto, das Heinrich Morener gehörte, saß die verwitwete Frau Kommerzienrat Reichenbach mit ihrer Tochter. Morener hatte sie in seinem Wagen aus der Stadt holen lassen. Das zweite offene Auto war der Sportwagen Karl Moreners. Er saß am Steuer, neben ihm die Baroneß von Nedlitz, eine große, schlanke, rassige Frau, die kein Auge von dem etwa fünfzig Meter vor ihnen fahrenden Auto ließ.

"Daß Sie sich dazu hergeben, hätte ich nicht gedacht," sagte die Baronesse - und es klang vorwurfsvoll.

"Warten Sie ab," erwiderte Karl Morener. "Wenn mein Onkel mit Ihnen gesprochen hat, geben vielleicht auch Sie sich dazu her." - Er wiederholte ganz bewußt ihre Worte und betonte sie.

"Möglich! Aber bei einer Frau ist das ganz etwas anderes."

"Finden Sie?"

"Ich als Frau habe keine große Auswahl. Ich bin an Luxus gewöhnt und kann mich nur durch eine Ehe in ein standesgemäßes Leben retten. Ein Mann wie Sie aber hat tausend Möglichkeiten." -

"Sie haben sich also so halb schon mit dem Gedanken abgefunden?"

"Ja."

"Ich warne Sie, Hedda!"

"Keine Drohung, bitte!"

"Wenn Sie sich an ihn wegwerfen."

"Wie geschmacklos! - so eine Redensart! - Oder wollen Sie damit etwa sagen, daß dann auch Sie entschlossen sind, sich wegzuwerfen?"

"Dann heirate ich Hanni Reichenbach."

Das geschlossene Auto hielt vor der Einfahrt des Schlosses. Hanni hielt die Hand ihrer Mutter.

"Nimm es nicht so schwer, Mama!" sagte sie zärtlich.

"Zum erstenmal nach vier Jahren. Ich habe nicht geglaubt, daß ich das Schloß jemals wieder betreten werde."

"Du konntest es Herrn Morener nicht abschlagen."

"Er hätte es mir nicht zumuten dürfen."

"Er fühlt ja nicht wie wir. Er glaubte, dir etwas Gutes zu tun."

"Etwas Gutes," wiederholte Frau Reichenbach und sah zur Treppe des Schlosses empor, die Heinrich Morener soeben herunterstieg, um seine Gäste zu empfangen: "Als ob von da etwas Gutes kommen könnte!"

"Er war doch nicht schuld an dem Zusammenbruch."

"Du verteidigst ihn noch?"

"Der oder ein anderer. Wenigstens wurde unser guter Name gerettet."

"Du hast recht, Kind! Und ich danke dir, daß du mich gerade in dieser Stunde daran erinnerst. Ich werde den Abend nun leichter überstehen." -

Ein paar Sekunden später - und Morener begrüßte seine Gäste.

"Ich bin sehr gl

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