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Barins Dreieck Roman von Nesser, Håkan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.05.2012
  • Verlag: Random House E-Books
eBook (ePUB)
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Barins Dreieck

Drei Männer, drei Morde, drei tödliche Verbindungen ...

Drei Männer werden plötzlich und unerwartet mit drei Morden konfrontiert: ein verwitweter Übersetzer, ein verunsicherter Psychotherapeut und ein Lehrer kurz vor dem Nervenzusammenbruch. Was verbindet die drei? Bilden sie sich die Morde etwa nur ein? 'Barins Dreieck' ist ein Buch, das einem den Schauer über den Rücken jagt. Ein ungewöhnlicher Kriminalroman, der Nervenkitzel und Spannung bietet bis zum Schluss.

Håkan Nesser, geboren 1950, ist einer der beliebtesten Schriftsteller Schwedens. Für seine Kriminalromane erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, sie sind in über zwanzig Sprachen übersetzt und mehrmals erfolgreich verfilmt worden. Håkan Nesser lebt abwechselnd in Stockholm und auf Gotland.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 512
    Erscheinungsdatum: 31.05.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641090432
    Verlag: Random House E-Books
    Originaltitel: Barins Triangel
    Größe: 768kBytes
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Barins Dreieck

II

A m dritten Tag in Folge wache ich sehr früh auf. Stehe in den Morgenstunden auf meinem Balkon und schaue zu, wie Herrn Kazantsakis beiden kräftigen Söhne sich auf das vollkommen ruhig glänzende Wasser begeben, um zu fischen.

Es ist kaum mehr als ein Ritual, genau wie viele andere Arbeiten in diesen Breiten. Sie sind meist so drei, vier Stunden draußen, kommen dann kurz vor Mittag zurück und präsentieren unter Äußerungen des Bedauerns und Achselzucken den Touristen ihren mageren Fang. Normalerweise ein Dutzend kleine, rötliche Fische, die man später im Restaurant zum Mittagessen bekam. Gebraten, wie sie waren, mit Haut und Gräten und ohne Salz, Kräuter oder besonders viel Phantasie.

Thalatta, denke ich und kehre zurück ins Dunkel des Zimmers. Suche Schreibheft und Stift, Zigaretten und Wasserflasche. Gehe wieder hinaus. Setze mich auf dem Plastikstuhl zurecht, um mit dem Schreiben anzufangen. Es ist erst zwanzig nach sechs. Die Kühle der Nacht hängt noch in der Luft und wird es noch eineinhalb Stunden tun. Der Balkon liegt im Schatten, eigentlich ist das jetzt der einzig nutzbare Teil der Wohnung während der hellen Stunden des Tages.

Die Insel ist so verdammt schön. Nicht zuletzt deshalb hoffe ich, dass ich mich auf Henderson verlassen kann und dass ich wirklich den richtigen Platz gefunden habe. Auf jeden Fall gedenke ich, den Monat noch hier zu bleiben und nichts dem Zufall zu überlassen.

Ich denke auch an diesem Morgen eine Weile an Henderson und seine unscharfen Fotos. Und an das Meer, die Berge und die Olivenhaine. Dann zünde ich mir eine Zigarette an und fange an zu schreiben.

Es war am 3. April, als Mariam Kadhar und Otto Gerlach verhaftet wurden. Ich hörte es in den Rundfunknachrichten, hatte sie gerade eingeschaltet, während ich in der engen Küche stand und meinen Morgenkaffee zubereitete.

Ich hatte davon natürlich gewusst, aber es so aus dem Mund des Nachrichtensprechers zu hören, ließ mich doch zusammenzucken. Als würde es erst jetzt Wirklichkeit werden, und irgendwie war dem ja auch so. Bis zu diesem Morgen war nichts an die Medien durchgesickert - mehr als zwei Wochen lang hatte die Polizei in absoluter Verschwiegenheit gearbeitet. Ich weiß nicht, ob das nur ein Zufall war oder ob sie wirklich alles daransetzten, die Diskretion zu wahren.

Jetzt war es plötzlich eine öffentliche Sache. Schon als ich mich eine Stunde später auf dem Hauptbahnhof befand, um den Pendelzug hinaus nach Wassingen zu nehmen, hatte ich das Gefühl, als würde sich alles um die Neuigkeit drehen. Fotos von allen dreien - von Rein, Mariam Kadhar und Otto Gerlach - waren auf den Aushängern und den Titelseiten der Morgenzeitungen zu sehen, und ich erinnere mich, dass ich den Eindruck eines Films hatte, bei dem der Regisseur ohne jede Vorwarnung beschlossen hatte, seinen Zuschauern selbst den Dolchstoß zu versetzen: in dieser alles entscheidenden Szene, in der das Ganze plötzlich umkippt, wenn alle alten, finsteren Andeutungen deutlich werden und man in ein neues Tempo geworfen wird.

Genau in so einem Augenblick also, in dem man sich oft entscheidet, ob man nun den Saal verlässt oder ob es sich doch lohnen könnte, sitzen zu bleiben und die Geschichte bis zum Ende zu verfolgen.

Als ich meinen Zug bestiegen hatte und dieser losgefahren war, empfand ich tatsächlich ein gewisses Gefühl der Befreiung, weil ich aus der Stadt fuhr.

Das war also mein erstes Wiedersehen mit Wassingen, an dem Tag, als M und G am Schandpfahl der Öffentlichkeit zur Schau gestellt wurden, und es war mehr als ein Monat seit letztem Mal vergangen. Nachdem ich Reins Manuskript aus den Händen gelegt hatte, hatte ich ein paar ziemlich lustlose Abende in der Nieuwe Halle und im Concertgebouw verbracht, aber natürlich nicht den Schatten von Ewa entdeckt. Es war mir auch nicht gelungen, irgendwelche besonders attrakt

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