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Baskische Tragödie Luc Verlains vierter Fall von Oetker, Alexander (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.10.2020
  • Verlag: Hoffmann und Campe Verlag
eBook (ePUB)
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Baskische Tragödie

An den Stränden des Aquitaine werden massenhaft Pakete angespült, gefüllt mit reinstem Kokain. Ein kleines Kind probiert davon - und fällt ins Koma. Commissaire Luc Verlain ermittelt in dem Fall, bis ihn eine geheimnisvolle Nachricht aus dem Baskenland erreicht. Luc macht sich auf den Weg gen Süden und findet sich plötzlich auf der anderen Seite wieder. Er wird verhaftet, ausgerechnet wegen des Verdachts auf Drogenschmuggel - und wegen dringendem Mordverdacht. Wer spielt dem Commissaire böse mit? Nach seiner Flucht vor der Polizei über die spanische Grenze hat Luc keine Wahl: Er muss das Spiel eines altbekannten Psychopathen mitspielen. So beginnt in den engen Gassen San Sebastiáns und auf dem stürmischen Atlantik eine teuflische Schnitzeljagd. Um den Plan des Mannes zu durchkreuzen, der um jeden Preis Rache nehmen will, muss Luc alles auf eine Karte setzen.

Alexander Oetker, geboren 1982, war langjähriger Frankreichkorrespondent für RTL und n-tv und ist profunder Kenner von Politik und Gesellschaft der Grande Nation. Die ersten drei Bände um Luc Verlain, Retour, Château Mort und Winteraustern, standen wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste. Alexander Oetker lebt mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen in Berlin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 07.10.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783455009774
    Verlag: Hoffmann und Campe Verlag
    Serie: Luc Verlain 4
    Größe: 815 kBytes
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Baskische Tragödie

Hôtel de Police, Bordeaux Vendredi 28 avril, 11:40

»Wohin wollen wir denn heute essen gehen?«, fragte Luc in die Runde. Er war zu früh aufgestanden, weil er noch seinen Vater in der Klinik besucht hatte, bevor er ins Büro gefahren war. Deshalb hatte er schon großen Hunger. Anouk und Hugo sahen sich an, als überlegten sie. Etxeberria aber war der Erste, der antwortete: »Na, wie wäre es denn mit dem kleinen baskischen Bistro unten in der Altstadt? Chez Max?« Alle mussten grinsen, weil der Baske dieses Restaurant immer vorschlug - natürlich hielt er die traditionelle Küche dieser wohl patriotischsten aller französischen (und spanischen) Regionen für die beste -, und manchmal ließen sie sich auch von ihm überreden. Luc musste zugeben, dass es bei Chez Max wirklich hervorragend schmeckte, das Risotto mit Ossau-Iraty-Käse war ein Gedicht, genau wie das Steak mit grüner Paprika.

Anouk und Hugo nickten im Einklang. »Abgemacht. Wann wollen wir los? In einer halben Stunde?« Der Fußweg vom Commissariat würde sicher zwanzig Minuten dauern.

»Machen wir so.« Luc lächelte Anouk an. Gerne hätte er das Déjeuner nur mit ihr verbracht. Doch sie gingen während der Arbeit nicht zu zweit in die Pause, das hatten sie gemeinsam entschieden, um die Atmosphäre im Team nicht zu belasten. Natürlich wussten alle im Büro, dass sie ein Paar waren, genauso wie sie von Anouks Schwangerschaft wussten. Sie hatte es ihnen sagen müssen, damit sie Rücksicht auf sie nahmen. Sie würde ohnehin nur noch zwei Wochen Bürodienst machen dürfen, dann hätte sie bis nach der Entbindung Zwangspause.

Die letzten Wochen waren außergewöhnlich ruhig gewesen. Nach dem Fall der beiden toten Austernzüchter im Bassin von Arcachon und der aufsehenerregenden Festnahme, die die Region eine Weile nicht hatte zur Ruhe kommen lassen - zu schrecklich war die ganze Geschichte -, war nicht mehr viel los gewesen in der nördlichen Aquitaine. Sie hatten dem Dezernat für Raub geholfen bei einer Reihe von Banküberfällen, aber die Täter hatten sich in den Osten Frankreichs abgesetzt und wurden nun dort gesucht.

Deshalb hatte die Abteilung Zeit für ausgedehnte Mittagspausen. Und deshalb blickten alle auf, als in diesem Moment das Telefon auf Hugos Schreibtisch klingelte und er sofort abnahm.

»Brigade criminelle in Bordeaux, Brigadier Pannetier?«

Sein Gesicht, auf dem bis eben der fröhliche Ausdruck lag, der ihm so eigen war - besonders, wenn die Mittagspause bevorstand -, wurde ernst, außergewöhnlich ernst. Er, der hartgesottene Polizist, der früher bei der Festnahmeeinheit CRS gearbeitet hatte, wurde sogar etwas blass um die Nase. Luc spannte sich hinter seinem Schreibtisch an, dann stand er auf und ging um den Tisch herum. Er verspürte eine große Unruhe.

»Ich geb's weiter. Wir kommen sofort.«

»Was ist?«, rief Anouk, noch bevor Hugo wieder aufgelegt hatte. Sein Blick sprach Bände.

»Ein Junge hat am Strand von Hourtin eine unbekannte Substanz zu sich genommen. Er ist umgekippt. Er schwebt in Lebensgefahr. Die Ambulanz ist auf dem Weg.«

»Wie alt?«, fragte Luc leise.

»Fünf Jahre.«

Das »Oh Gott« kam aus allen Mündern gleichzeitig.

»Du lässt den Strand sperren. Und wir: nichts wie hin«, sagte Luc, und Hugo und Etxeberria folgten ihm, Anouk blieb im Büro, um den Einsatz von hier aus zu befehligen und für Verstärkung zu sorgen. Sie warteten nicht auf den Fahrstuhl, sondern rannten die Treppe hinab, Luc nahm jeweils drei Stufen auf einmal.

»Mein Wagen steht vor dem Commissariat im Parkverbot, los, wir nehmen den, dann müssen wir nicht erst in die Tiefgarage.«

Luc sprang hinters Steuer des alten grünen Jaguar XJ6, ließ sofort den Motor an und brauste los, noch bevor Hugo im Fond die Tür schließen konnte. Der Baske klappte di

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