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Belsazars Tochter Istanbul Mysteries von Nadel, Barbara (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.04.2015
  • Verlag: Midnight
eBook (ePUB)
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Belsazars Tochter

Instanbul - Eine Stadt und ihre Geheimnisse
Ein Mord schreckt das jüdische Viertel in Istanbul auf. Die Mordkommission schickt ihren besten Mann: Inspektor ?etin Ikmen, Kettenraucher, Brandy-Trinker, Ehemann einer gläubigen Muslima (die sein Trinken überhaupt nicht mag) und Vater von acht. Ein farbenfrohes Labyrinth von Verdächtigungen, Schuldzuweisungen und falschen Fährten macht Barbara Nadels Krimidebut zu etwas ganz Besonderem. Und ?etin Ikmen steht für Istanbul wie Guido Brunetti für Venedig und Georges Dupin für die Bretagne.
"Die Donna Leon von Istanbu, die Martha Grimes vom Bosporus." Die Welt
"Bester Kriminalroman einer Debütautorin" The Independent
"Erfrischend, geheimnisvoll und ein starkes Debüt. Istanbul ist die perfekte Krimi-Stadt." The Times
Midnight: Seite für Seite Nervenkitzel.

Barbara Nadel wuchs im Londoner East End auf und ist ausgebildete Schauspielerin. Seit Jahren unterrichtet sie sowohl in Schulen als auch an der Universität Psychologie, hat mit jugendlichen Missbrauchsopfern gearbeitet und setzt sich heute als Pressesprecherin eines Verbandes für psychisch Kranke ein. Die vielfach ausgezeichnete Schriftstellerin wohnt im englischen Essex, bereist die Türkei seit über zwanzig Jahren und hat Istanbul zu ihrer Wahlheimat erklärt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 496
    Erscheinungsdatum: 08.04.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958190313
    Verlag: Midnight
    Größe: 4319kBytes
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Belsazars Tochter

Kapitel 2

Die Stimme war sehr ernst und ungewöhnlich missmutig, wenn man an den sonst so coolen Süleyman dachte; fast so, als fürchtete er sich. Çetin Ikmen öffnete die Augen zur Hälfte und stellte mit einiger Verwirrung fest, dass er immer noch die Sachen vom vergangenen Tag anhatte. Es war nicht ganz einfach, mit der schwangeren Fatma zusammenzuleben und dabei drei Monate am Stück auf die Couch geschickt zu werden. Ikmen fingerte eine Schachtel Zigaretten aus seinem zerknitterten Jackett und zündete sich eine an.

"Wer ist denn gestorben?" Er hörte sich resigniert an.

"Ein alter Mann. Einer der alten Juden aus Balat. Ein Nachbar, Herr Abraham, sagte, der Name des Opfers wäre Leonid Meyer. Das heißt, soweit er ihn identifizieren konnte ..."

"Wo und wie ist er gestorben?"

"In seiner Wohnung." Süleyman machte eine kleine Pause. Es war ein angespanntes, beunruhigtes Schweigen. "Und wie er gestorben ist, Inspektor ... das sehen Sie sich besser selber an. Der Arzt ist schon da, aber ... so was habe ich noch nie gesehen, wirklich noch nie."

Allmählich wurde Ikmen wach. Er hatte sich nichts eingebildet. Süleymann war ziemlich aufgeregt und es brauchte schon einiges, um seine kühle Schale durchzuschütteln. Also war es etwas Schlimmes. Eine lästige Sache. Scheiße.

"Okay. Wo sind Sie?"

"In Fevzí Pasa, wo man in Richtung Kariye umbiegt. Sie werden schon die Autos sehen und ich habe Leute vor dem Hauseingang postiert. Oberster Stock."

"Gibt's Zeugen?"

"Eine Frau, die den Toten gefunden hat, irgendeine andere Nachbarin. Aber sie steht noch unter Schock."

"In Ordnung. Ich bin schon auf dem Weg."

"Tut mir Leid, dass ich Sie aufwecken musste ..." Süleymans Stimme brach, was sich fast wie Schluchzen anhörte. "Ich glaube, Sie müssen Ihre ..."

"Ich arbeite doch nie ohne, Süleyman, das wissen Sie doch."

"Natürlich. Bis gleich ..."

"Ich mache so schnell, wie ich kann."

Çetin legte den Hörer wieder auf die Gabel und drückte die Zigarette in einem der zahlreichen Aschenbecher aus, die überall herumstanden. Dann rieb er sich das Gesicht und bewegte sich, nachdem er müde auf die Füße gekommen war, unsicher durchs Zimmer, um das Licht anzumachen. Mit einem Knipsen tauchte er den Raum in weißes, leicht flimmerndes Neonlicht. Die Wirkung auf seine nächtlich müden Augen war, als hätte man ihm Sand ins Gesicht geworfen. Bei derartigen Gelegenheiten wünschte sich Çetin, dass er einen ganz gewöhnlichen Job hätte: in einer Bank, als Taxifahrer, als Hotelier - alles, nur kein Polizeiinspektor.

Doch dann fragte er sich ganz realistisch, was er denn anderes tun könnte. Nach zweiundzwanzig Jahren bei der Polizei war es nicht mehr bloß ein Job. Wie Essen und Trinken war es ihm längst zur Gewohnheit geworden, eine Sucht, ein wesentlicher Teil von ihm. Wenn er das aufgäbe, bekäme er sofort Entzugserscheinungen. Er zwinkerte gequält mit den Augen und ging in die Küche.

Als er am Spülbecken vorbeikam, erhaschte er einen Blick von sich in dem kleinen, zerbrochenen Spiegel, der über dem Ablauf hing. Sein Gesicht, das durch das gnadenlose Neonlicht des Wohnzimmers von hinten erhellt wurde, starrte ihn an, ein Gebilde aus Schatten, Grübchen, Linien und, wo seine Wangen hätten sein sollen, tiefen Einbuchtungen wie bei einem Totenschädel. Obwohl man die Polizei weiß Gott nicht als langweilig bezeichnen könnte, trug sie wenig zum Ansehen ihrer Leute bei. Stress, unregelmäßige Dienstzeiten, lange Besprechungen in verräucherten Zimmern, Leichen ...

Ikmen öffnete die Tür des lädierten Schranks neben dem Waschbecken und griff sich aus einer Reihe gleich aussehender Flaschen eine, die noch verschlossen war. Aus seinem Sprachunterricht am College erinnerte er, dass die Engländer den Hund als den besten Freund des Mannes ansahen. Aber dem konnte Çetin nicht zustimmen. Brandy rangierte da um einiges höher. Es half ihm beim Denken, gab de

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