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Bis dass dein Tod uns scheidet Kriminalroman von Donzowa, Darja (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.11.2016
  • Verlag: Aufbau-Verlag
eBook (ePUB)
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Bis dass dein Tod uns scheidet

Die neue Miss Marple aus Moskau. Das Sommeridyll auf Tanjas Datscha wird jäh gestört. Professor Slawin wurde ermordet. Unter seinen Ex-Frauen und Geliebten herrscht Einracht und Frieden. Doch wer war er wirklich? Mit Charme und vielen Tricks beginnt Tanja zu ermitteln, und wie immer helfen ihr Zufall und Glück dabei. Darja Donzowa verbindet atemberaubende Spannung mit Witz und Humor. 'Abgründig komisches Pointengewitter. Feinste Comedy.' Literaturen. Darja Donzowa (eigentlich Agrippina Donzowa) wurde 1952 in Moskau geboren. Sie studierte Journalistik an der Moskauer Lomonossow-Universität, arbeitete zunächst als Übersetzerin und unterrichtete später Französisch und Deutsch. Seit 1998 schreibt sie Kriminalromane, mittlerweile sind es vier Krimi-Reihen. Sie hat bisher 46 Bücher veröffentlicht, von denen insgesamt 72 Millionen Exemplare verkauft wurden. Darja Donzowa wurde dreimal in Russland Schriftstellerin des Jahres. 2002 und 2003 wurde jeweils eines ihrer Bücher als 'Bestseller des Jahres' ausgezeichnet. Darja Donzowa moderiert im russischen Radio eine Talkshow und hat im Fernsehen eine Rubrik. Ihre Kriminalromane dienten als Vorlage für Hörspiele und Fernsehserien. Sie lebt mit ihrem Mann, ihren drei Kindern und ihren Hunden in Moskau.Im Aufbau Taschenbuch Verlag erschienen bisher ihre Romane 'Nichts wäscht weißer als der Tod' (2006), 'Spiele niemals mit dem Tod' (2007), 'Perfekt bis in den Tod' (2007), 'Bis dass dein Tod uns scheidet' (2008), 'Verlieb dich nie in einen Toten' (2009), 'Vögel, die am Abend singen' (2009) und 'Den Letzten beißt der Hund' (2010).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 392
    Erscheinungsdatum: 18.11.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841212337
    Verlag: Aufbau-Verlag
    Serie: Tanja Romanowa 4
    Originaltitel: Sozvezdie ladnych psov
    Größe: 2351 kBytes
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Bis dass dein Tod uns scheidet

1. Kapitel

Sommersonne schien freundlich zu meinem Fenster herein. Ich musste niesen und streckte mich genussvoll. Wie gut, dass es an diesem Morgen nicht regnete und wir endlich auf der Datsche angekommen waren. Mit dem Aufstehen hatte es keine Eile. Für Kira und Lisa waren jetzt nur noch Ferien. Unsere Hunde jagten mit fröhlichem Gekläff über den Hof. Ihnen und den Kindern geht es hier draußen am besten - freie Natur, so weit das Auge reicht. Aber meine beiden hockten noch im Haus herum. Von unten drang Lisas schrille Stimme herauf: "Kira - Verlierer!"

"Selber Verlierer!", gab der zurück.

"Kira - Radierer!"

Es polterte laut. Offenbar hatte sich der Junge auf das freche Ding gestürzt, aber Lisa war durchs Fenster nach draußen gesprungen und rief nun vom Hof: "Kiralein - Stachelschwein, Kiralein - Stinkerlein!"

Kira steckte den Kopf durchs Fenster und wollte es ihr ordentlich zurückgeben: "Lisa ... Lisa ... Lisamaus ..."

"Na, na, und ...?", neckte ihn das freche Gör. "Wie weiter? Na, los!"

"Mist!", brüllte Kira wütend. "Auf deinen blöden Namen reimt sich ja nichts!"

"Aber auf deinen!" Lisa hörte nicht auf. "Kira klein - macht sich ein! Kira groß - voll die Hos!"

Das war nun wirklich zu viel. "Na warte, wenn ich dich kriege!"

"Versuch's doch!", kreischte Lisa fröhlich, sprang auf ihr Fahrrad und jagte zum Tor hinaus.

"Kira lang - Angst und Bang! Kira kurz - lässt 'nen Furz!", klang es schon aus der Ferne.

Kira lief auf den Hof hinaus und schimpfte lästerlich. Das Mädchen war längst über alle Berge. Ihr Drahtesel hatte die Nacht vor der Tür verbracht, seiner dagegen stand, wie es sich gehörte, angeschlossen in der Garage.

Nun musste ich wohl eingreifen. Als ich aus dem Fenster meines Zimmers schaute, sah ich den Knaben hilflos mitten auf dem Hof stehen.

"Keine Bange, Kira, dir fällt schon noch was ein!"

Der hob den Kopf und stieß wütend hervor: "Daran bist nur du schuld, Tanja! Lisa darf alles! Und mir sagst du immer, man soll zu Mädchen höflich sein ... Was kommt denn raus bei der guten Erziehung, he? Eins aufs Maul muss sie kriegen, dann ist sie stille!"

"Aber ein Mann schlägt doch keine Frau!"

"Blödsinn!", gab Kira zurück. "Wir haben jetzt Gleichberechtigung! Und sie darf mich ärgern, wie sie will? Hör auf mit deinen Prinzipien! Die sind ja aus der Steinzeit! Nicht mal Computer habt ihr damals gehabt! Die Kinder sind heute eben anders. Wart's nur ab, Lisa, dir reiß ich die Ohren ab!"

"Erst mal musst du sie kriegen", erwiderte ich und machte mich auf den Weg zur Küche. Zeit für ein gemütliches Frühstück.

Kira ist in dem Alter, das die gelehrten Psychologen mit dem Wort Pubertät beschreiben. Einfach gesagt, ist das die Zeit, da dem Vögelchen die ersten Federn wachsen. Plötzlich fordert es für sich die Rechte der Großen, klammert sich aber zugleich an die Privilegien der Kleinen. Über Kira kann ich eigentlich nicht klagen. Er raucht nicht, hat noch nicht nach der Flasche gegriffen oder aus der Plastiktüte geschnüffelt. Aber manchmal kann man sich jetzt mit ihm überhaupt nicht mehr einigen. Frech fordert er, dass ich alle meine Verbote begründe. Man darf nicht bis in den frühen Morgen Videos gucken? Wieso nicht? Es sind Ferien, bis zum Mittag habe ich ausgeschlafen. Man kann den Tag nicht mit Schokolade anfangen? Haferflocken sind gesünder? Was für ein Unsinn! Von zu viel Süßem kriege ich Bauchschmerzen? Es ist doch mein Bauch! Und das Bauchkniepen vergeht auch wieder. Ich soll nicht ohne Jacke im Regen herumlaufen? Das macht doch Spaß! Ja, wenn man alt und über dreißig ist ...

Lisa hat sich andere Schrullen zugelegt. Mehrmals täglich wechseln bei ihr Lachen und Weinen. Stundenlang kann sie vor dem Spiegel sitzen und alle ihre Sachen durchprobieren. Wenn sie damit fertig ist, reißt sie sich das letzte Fähnchen vom Leib und stöhnt verzweifelt: "Da ist ja furchtbar! Ich bin eine

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