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Bissige Biester von Lansdale, Joe R. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.11.2018
  • Verlag: Golkonda Verlag
eBook (ePUB)
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Bissige Biester

Ein junger schwarzer Mann, von den Cops ermordet. Ein geheimer Zirkel, in dem Nachwuchsboxer - mehr oder weniger freiwillig - ausgebildet werden. Mit einer rostroten Schicht überzogene, in einem verlassenen Brunnen verscharrte Hundekadaver. Und ein verschollener Geheimvorrat von Vanillekeksen. Hap Collins hat nach einer lebensgefährlichen Schussverletzung gerade das Krankenhaus verlassen, als ihn Louise Elton im Büro besucht. Diese will zwar lieber mit Leonard sprechen - schließlich vertraut sie nur ihren Brüdern und Schwestern -, doch Haps Überredungskünste und die Zwangslage - Leonard ist unterwegs - bringen sie dazu, sich dem White-Trash-Rebell anzuvertrauen: Ihr Sohn Jamar sei von den Cops umgebracht worden. Und das ohne Grund. Und nicht nachweisbar. Immerhin war er doch ein fleißiger Schüler, dem alle Türen offenstanden. Doch scheinbar hat er seine Nase in zu viele Angelegenheiten reingesteckt, die ihn nichts angehen, vor allem nachdem er erfuhr, dass die Cops aus dem Nachbarort seine kleine Schwester Charm belästigt haben ... Krimi, Horror, Science Fiction, historischer Roman - Joe R. Lansdale (Jahrgang 1951) ist als vielfach ausgezeichneter Schriftsteller in zahlreichen Gefilden zu Hause. Der gebürtige Texaner weiß nicht nur durch seine Ideenvielfalt und seinen schwarzen Humor zu überzeugen, es ist in erster Linie seine erzählerische Urwüchsigkeit, die seine Fans begeistert.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 296
    Erscheinungsdatum: 01.11.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783946503408
    Verlag: Golkonda Verlag
    Serie: Hap & Leonard .9
    Originaltitel: Rusty puppy
    Größe: 1345 kBytes
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Bissige Biester

KAPITEL 1

Ich war immer noch nicht so ganz von den Toten wieder auferstanden, und ich kann euch sagen, so ein Comeback hat's in sich.

Nachdem ich niedergestochen worden war, hatte ich im Krankenhaus zweimal bereits den Löffel abgegeben. Meine letzte Erinnerung aus der Zeit vor dem endgültigen Wiedererwachen war Leonard, wie er bei mir sitzt und Vanillekekse in sich hineinstopft und darauf wartet, dass ich wieder aufwache. Da war ich zwar eigentlich schon wach, konnte meine Augen aber kaum weit genug öffnen, um ihn wahrzunehmen. Immer wieder überkam mich das Gefühl, ganz langsam auf einem Boot ins Nichts davonzutreiben, mit einem Stöckchen in meinem Schwanz. Später stellte sich raus, dass es ein Katheter war, aber es hatte sich wie ein Stöckchen angefühlt. Oder eher wie ein Stock.

Die Ärzte und Krankenschwestern bewahrten mich vor dem endgültigen Absprung in die Nacht, und dafür bedankte ich mich nicht bei unserm Herrn Jesus, als ich wieder unter den Lebenden war. Ich dankte dem überaus fähigen Krankenhauspersonal mit seiner gründlichen Ausbildung und langjährigen Erfahrung. Ich stellte mir immer vor, wenn ich als Arzt einem Menschen das Leben gerettet hätte und derjenige käme wieder zu sich und würde als Erstes so was wie "Jesus, ich danke dir" von sich geben, dann würde ich ihm wohl am liebsten eine OP-Zange in den Arsch schieben wollen und ihm sagen, jetzt sieh mal zu, wie dein Herr Jesus die wieder rauskriegt.

Jedenfalls weilte ich wieder unter den Lebenden. Brauchte zwar ein paar Monate, um wieder richtig auf die Beine zu kommen, aber irgendwann kam ich wieder ganz gut alleine zurecht. Und so saß ich eines Tages mal wieder ganz alleine im Büro. Dank meiner Schlauch-in-der-Speiseröhre-Diät war ich nun ein paar Kilo leichter (und nein, es war nicht derselbe Schlauch wie in meinem Schwanz), trotzdem war ich recht schnell wieder bei Kräften. Und fühlte mich inzwischen kräftig genug, 125 Kilo beim Bankdrücken zu stemmen oder einen wütenden Gorilla zu vermöbeln, wenn auch vielleicht nicht in einem fairen Kampf.

Andererseits gab es aber auch Tage, an denen ich plötzlich vor mich hin heulte oder meine fünf Sinne nicht besser beisammen hatte als ein Eichhörnchen. Die Ärzte hatten mich davor gewarnt, es würde solche Tage geben, an denen mir meine Sterblichkeit allzu klar vor Augen stünde, und dass mich das dann womöglich einfach umhaute. Dann schaute ich mir Trickfilme an, das half. Ich kam eigentlich schnell über alles hinweg, ohne posttraumatische Stresssymptome, worüber die Ärzte staunten. Ich hielt den Mund und dachte mir: Nein, die hab ich nur, wenn ich jemanden umgebracht hab , und mit dieser Art Stress konnte ich umgehen wie mit einem treuen Begleiter, der gelegentlich nervt. Da hatte ich Übung, schließlich war ich schon den Großteil meines Lebens mit Leonard befreundet. Körperlich hatte ich mich jedenfalls schon immer schnell regeneriert. Meine Selbstheilungskräfte und mein harter Schädel hatten mir stets geholfen.

Es ging mir also wieder besser, ich arbeitete und fühlte mich ziemlich normal, und das Einzige, was mich gelegentlich kümmerte, waren die Stippvisiten der Sterblichkeitsfee sowie der unvermeidliche Hitzetod unseres Planetensystems, wenn dereinst die Sonne explodierte. Ich bin wohl eher ein Kümmerer als ein Krieger.

An diesem Tag saß ich also nun im Büro von Brett Sawyer Investigations, der Detektei meiner Freundin Brett, für die ich zusammen mit meinem besten Freund Leonard arbeitete. Meine Füße lagen auf dem Schreibtisch, mir fiel auf, dass meine Socken nicht zusammenpassten, und ich kam mir vor wie der klassische Privatdetektiv, obwohl meine detektivischen Fähigkeiten in etwa so ausgeprägt waren wie meine mathematischen - was im Klartext bedeutet, dass Sie Ihre Steuererklärung besser von jemand anderem machen lassen sollten. Aber ich bin hartnäckig. Ein weiterer vorteilhafter Charakterzug, neben schneller Selbstheilung und hartem Sc

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