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Bittere Wunden Thriller von Slaughter, Karin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.09.2014
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Bittere Wunden

Die tiefsten Wunden sind jene, die uns die Vergangenheit zufügt Als eine Studentin spurlos verschwindet und Will Trent den Fall übernehmen will, wird ihm dieser mit unerwarteter Heftigkeit entzogen. Amanda Wagner, seine undurchschaubare Vorgesetzte, scheint Will mit aller Macht davon abhalten zu wollen, nach der Vermissten zu fahnden. Aber warum? Erst als sich die beiden in einem verlassenen Waisenheim gegenüberstehen, entspinnt sich eine Geschichte, die nicht nur das lang gehütete Geheimnis um Will Trents Vergangenheit endlich aufdeckt, sondern auch ein grausames Netz aus Verrat, Korruption und bitterem Hass entlarvt. Karin Slaughter, Jahrgang 1971, stammt aus Atlanta, Georgia. 2003 erschien ihr Debütroman Belladonna, der sie sofort an die Spitze der internationalen Bestsellerlisten und auf den Thriller-Olymp katapultierte. Ihre Romane um Rechtsmedizinerin Sara Linton, Polizeichef Jeffrey Tolliver und Ermittler Will Trent sind inzwischen in 37 Sprachen übersetzt und weltweit mehr als 35 Millionen Mal verkauft worden.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 576
    Erscheinungsdatum: 01.09.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641141967
    Verlag: Blanvalet
    Originaltitel: Criminal
    Größe: 1114 kBytes
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Bittere Wunden

1 . KAPITEL

15 . August 1974

LUCY BENNETT

E in zimtbrauner Oldsmobile Cutlass rollte mit heruntergelassenen Fenstern die Edgewood Avenue entlang. Der Fahrer hatte sich tief in den Sitz gedrückt. Im Licht des Armaturenbretts konnte man seine schmalen Knopfaugen erkennen, die die Reihe der Mädchen unter dem Straßenschild absuchten. Jane. Mary. Lydia. Der Wagen hielt an. Wie erwartet nickte der Mann Kitty zu. Sie strich ihren Minirock glatt, während sie auf schmalen Absätzen über den unebenen Asphalt zu ihm hinüberstöckelte. Als Juice Kitty vor zwei Wochen zum ersten Mal an dieser Ecke abgesetzt hatte, hatte sie den anderen Mädchen erzählt, sie sei sechzehn, was vermutlich fünfzehn hieß, auch wenn sie nicht älter aussah als zwölf.

Sie alle hatten sie vom ersten Augenblick an gehasst.

Kitty steckte den Kopf in das offene Wagenfenster. Ihr steifer Vinylrock schwang hoch wie der Rand einer Glocke. Sie wurde immer als Erste ausgesucht, was allmählich zu einem Problem wurde. Jeder außer Juice konnte es sehen. Kitty bekam spezielle Vergünstigungen. Sie konnte die Männer zu fast allem überreden. Sie war frisch, fast noch ein Kind, auch wenn sie – wie alle anderen auch – ein Küchenmesser in der Handtasche bei sich hatte und auch wusste, wie sie es benutzen musste. Keine von ihnen wollte tun, was sie taten, aber dass man einem anderen Mädchen – einem neueren Mädchen – den Vorzug gab, schmerzte sie ebenso sehr, als würden sie alle beim Debütantinnenball an der Seitenlinie stehen.

Im Oldsmobile war die Transaktion schnell ausgehandelt. Es gab kein Feilschen, weil das Angebot den Preis wert war. Kitty gab Juice ein Signal, wartete auf sein Nicken und stieg dann ein. Rauch quoll aus dem Auspuff, als der Wagen in einem weiten Bogen in eine schmale Seitenstraße einbog. Das Auto schwankte leicht, als die Automatik auf Parken gestellt wurde. Die Hand des Fahrers kam hoch, packte Kitty am Hinterkopf, und sie verschwand.

Lucy Bennett wandte sich ab und blickte stattdessen die dunkle, seelenlose Avenue entlang. Keine sich nähernden Scheinwerfer. Kein Verkehr. Kein Geschäft. Atlanta war keine Stadt fürs Nachtleben. Der Letzte, der das Equitable-Gebäude verließ, schaltete normalerweise das Licht aus, aber Lucy sah die Glühbirnen im Flatiron hell über den Central City Park leuchten. Wenn sie die Augen zusammenkniff, konnte sie das vertraute Grün des C&S-Schilds sehen, das den Anfang des Geschäftsbezirks markierte. Der Neue Süden. Fortschritt durch Handel. Die Stadt, die zu beschäftigt war, um zu hassen.

Wenn heute Nacht noch Männer auf diesen Straßen unterwegs waren, dann führten sie nichts Gutes im Schilde.

Jane zündete sich eine Zigarette an und steckte die Packung dann wieder in ihre Handtasche. Sie war niemand, der gab, aber mit Sicherheit eine, die nahm. Ihr Blick kreuzte den von Lucy. Das Tote in ihren Augen war kaum zu ertragen. Doch anscheinend empfand Jane ebenso. Sie sah sofort wieder weg.

Lucy zitterte, obwohl es Mitte August war und die Hitze vom Asphalt hochwehte wie Rauch von einem Feuer. Ihre Füße taten weh. Der Rücken schmerzte. Ihr Kopf pochte wie ein Metronom. Ihre Eingeweide fühlten sich an, als hätte sie eine Wagenladung Beton verschluckt. Ihr Mund war wattig. Ihre Hände prickelten. Heute Morgen war ein Büschel Haare im Waschbecken gelandet. Vor zwei Tagen war sie neunzehn geworden, doch sie war bereits eine alte Frau.

Das Oldsmobile in der Seitenstraße schwankte erneut, und Kittys Kopf kam wieder hoch. Sie wischte sich über den Mund, als sie aus dem Auto stieg. Nur nicht trödeln. Dem Ste

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