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Black Dahlia - Die schwarze Dahlie Roman zum Film von Ellroy, James (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.02.2015
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
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Black Dahlia - Die schwarze Dahlie

"Ellroy ist der wichtigste zeitgenössische Krimiautor." Der Spiegel

Los Angeles 1947: Auf einem verlassenen Grundstück wird die Leiche einer jungen Frau entdeckt – nackt und bestialisch zugerichtet. Der Mord der Schwarzen Dahlie macht Schlagzeilen und löst die größte Verbrecherjagd in der Geschichte Kaliforniens aus. Für Bucky Bleichert und Lee Blanchard vom Los Angeles Police Department wird die Suche nach dem Mörder zur Obsession.

Band 1 des berühmten L.A.-Quartetts.

Lesen Sie auch Die Rothaarige. Die Suche nach dem Mörder meiner Mutter - James Ellroys wichtigsten autobiographischen Text; ein Klassiker der Kriminalliteratur.

James Ellroy, Jahrgang 1948, begann seine Schriftstellerkarriere 1979 mit Browns Grabgesang . Mit Die Schwarze Dahlie gelang ihm der internationale Durchbruch. Unter anderem wurde Ellroy fünfmal mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet, zahlreiche Bücher wurden verfilmt, darunter L.A. Confidential .

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 496
    Erscheinungsdatum: 27.02.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843710220
    Verlag: Ullstein
    Größe: 2478kBytes
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Black Dahlia - Die schwarze Dahlie

PROLOG

Lebend bin ich ihr nie begegnet. Sie existiert für mich durch andere, bezeugt ihr Leben mittelbar in den Folgen, in die ihr Tod jene getrieben hat. Mich in die Vergangenheit zurückarbeitend, einzig um Tatsachen bemüht, erstand sie vor mir als ein trauriges kleines Mädchen und eine Hure, bestenfalls jemand, aus dem etwas hätte werden können - ein Etikett, das möglicherweise auch auf mich zutrifft. Ginge es nach meinen Wünschen, ich hätte ihr ein Ende in Anonymität zugebilligt, sie abgeschoben in den Abschlußbericht eines Ermittlers der Mordkommission, ein paar knappe, karge Worte, Durchschlag an die Staatsanwaltschaft und dann noch ein bißchen mehr Papierkram, der ihre letzte Fahrt zum Schindanger begleitet. Das einzige, was an diesem Wunsch nicht stimmen kann, ist, daß sie es selbst nicht so gewollt hätte. So brutal, wie die Fakten waren, hätte sie darauf bestanden, daß sie alle bekannt werden. Und weil ich ihr eine Menge schulde und der einzige bin, der die ganze Geschichte kennt, habe ich es übernommen, diese Erinnerungen zu schreiben.

Aber vor der Dahlie war die Partnerschaft, und davor waren der Krieg und militärische Gängeleien und die Manöver bei der Central Division, die uns daran erinnern sollten, daß auch Polizisten Soldaten sind, selbst wenn wir weitaus weniger populär waren als diejenigen, die gegen die Deutschen und die Japse kämpften. Nach dem Tagesdienst war jeder Streifenmann verpflichtet, an Luftschutzübungen, Verdunklungsübungen und Brandräumungsübungen teilzunehmen, bei denen wir in Habachtstellung in der Los Angeles Street standen und den Angriff einer Messerschmitt ersehnten, damit wir uns weniger wie Narren fühlen müßten. Der Tagesappell verlangte Aufstellung in alphabetischer Reihenfolge, und kurz nach meinem Abschluß an der Polizeiakademie im August '42 begegnete ich daher auch Lee.

Ich kannte seinen Ruf, und unsere jeweiligen Kampfberichte wußte ich auswendig herzusagen: Lee Blanchard, 43-4-2 im Schwergewicht, ehemalige Dauerattraktion im Hollywood Legion Stadium; und ich: Bucky Bleichert, Halbschwergewicht, 36-0-0, ehemals auf Rang 10 in der Boxzeitschrift Ring geführt, wahrscheinlich weil Nat Fleischer von der Art und Weise belustigt war, wie ich Gegner mit meinen großen Raffzähnen höhnisch angrinste. Dennoch ließen die Statistiken einiges aus. Blanchard hatte einen knallharten Schlag, steckte sechs weg, um einen auszuteilen, der klassische Kopfjäger; ich tänzelte und konterte und schlug Leberhaken, stets die Deckung oben behaltend, aus Angst, daß das Wegstecken zu vieler Kopftreffer meinem Aussehen noch mehr schaden würde, als es bereits meinen Zähnen geschadet hatte. Stilistisch gesehen, waren Lee und ich wie Öl und Wasser, und jedesmal, wenn beim Appell unsere Schultern aneinanderstießen, mußte ich mich fragen: wer würde wohl gewinnen?

Fast ein volles Jahr lang umkreisten wir einander. Wir sprachen nie über Boxen oder Polizeiarbeit und beschränkten unsere Unterhaltung auf ein paar Worte über das Wetter. Körperlich waren wir so gegensätzlich, wie es zwei große Männer nur sein konnten: Blanchard war ein Rotblonder, ein Meter achtzig groß, mit mächtigem Brustkorb und Schultern, stämmigen O-Beinen und beginnendem Bauchansatz; ich war blaß und dunkelhaarig, ein Meter neunzig lang und nichts als Knochen und Muskeln. Wer würde wohl gewinnen?

Ich gab es schließlich auf, einen Sieger vorauszusagen. Doch andere Cops griffen die Frage auf, und während dieses ersten Jahres im Central bekam ich zig Meinungen zu hören: Blanchard durch vorzeitigen K. O.; Bleichert nach Punkten; Blanchard Abbruchsieger nach Verletzung - Verlierer durch Abbruch - alles, nur nicht Bleichert Sieger durch K. O.

Sobald ich außer Sichtweite war, hörte ich Geflüster über unsere Taten außerhalb des Rings: Lee, der zum Los Angeles Police Department mit dem Versprechen rascher Beförderung gegangen war, weil er auf geschlossenen Saufgelag

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