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Blackout Thriller von Hurwitz, Gregg (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.11.2019
  • Verlag: Edel Elements
eBook (ePUB)
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Blackout

Die Ärzte sagen, dass Drew Glück hatte: Ohne die Notoperation nach dem epileptischen Anfall hätte sein Hirntumor ihn binnen kurzem umgebracht. Die Polizei hat weniger gute Nachrichten: Sie hat Drew nachts neben der Leiche seiner Ex-Freundin gefunden, das blutverschmierte Messer noch in der Hand. Verzweifelt beteuert er seine Unschuld. Doch in Wahrheit kann er sich an nichts erinnern ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 432
    Erscheinungsdatum: 15.11.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783962153182
    Verlag: Edel Elements
    Größe: 1769 kBytes
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Blackout

1

M ein Auto stand auf Stellplatz 221 zwischen all den anderen abgeschleppten Autos. Ein Toyota Highlander - das Hybridmodell, so dass ich einen fetten Jeep fahren und trotzdem meine hohe Meinung von mir bewahren konnte.

Ich ließ den Motor an und blieb mit den Händen auf dem Lenkrad sitzen, um meine Vertrautheit mit diesem Gegenstand zurückzugewinnen. Mein Schädel brummte, meine Narbe, die zum Großteil von nachgewachsenem Haar verdeckt wurde, prickelte. Ich spürte einen Druck hinter den Augen, als wollte ich gleich losweinen, aber meine Tränen hatten vergessen, wo es langging. Das Autoradio war an. Springsteen lief immer noch schön am Fluss entlang, obwohl ihm das seit drei Jahrzehnten nichts anderes als Herzschmerz eingetragen hatte. Ich fragte mich, ob ich das Radio selbst angelassen oder ob es irgendjemand beim Abschleppen angeschaltet hatte. Hatte ich auf meiner letzten Fahrt Musik gehört? War ich am Steuer gesessen? War jemand bei mir gewesen?

Natürlich musste ich die Stellplatzgebühr bezahlen, sechshundert Dollar und ein paar Zerquetschte. Ich benutzte eine Kreditkarte, die meine Aufpasser schlauerweise in der Brieftasche gelassen hatten, die sie für mich aufbewahrt hatten. Auf der Heimfahrt kam ich an einem flackernden gelben Licht vorbei und spürte einen erregten Stich, als ich mein Auto parkte. Ein neues Wein- und Spirituosengeschäft.

"Ich möchte einen Bourbon. Haben Sie Blanton's?"

"Ne." Der Typ hinter dem Ladentisch sah nicht einmal von seinem Schwarzweißfernseher auf, der ungefähr so groß war wie ein Radiowecker. Von seinen Lippen baumelte eine Zigarette, deren Asche schon seit Minuten nicht mehr abgestreift worden war. Ich konnte den Bildschirm zwar nicht erkennen, hörte aber, wie ein Reporter die neuesten Neuigkeiten über einen Bekloppten verkündete, der denselben Namen trug wie ich.

"Knob Creek?", fragte ich weiter. Er schüttelte den Kopf. "Maker's?"

Er sah kurz zu mir und zuckte zusammen. "Jack Daniel's."

Ich hätte ihn darauf hinweisen können, dass Jack Daniel's ein Tennessee Sour Mash ist und kein Bourbon, aber ich hatte das Gefühl, dass es bei meinem ersten Gefecht in der richtigen Welt lieber um etwas wirklich Wichtiges gehen sollte. Guten Wein vielleicht.

"Den Single Barrel?"

"Ja, wir haben den Single Barrel."

Ich spürte seinen Blick in meinem Rücken, als ich den Laden verließ.

Zwei Minuten später war ich auf dem Mulholland Drive. Die Asphaltrebe schmiegt sich an die Hügelkette von Santa Monica und schiebt ihre Ranken nordwärts durch das Valley Richtung Santa Anas und südwärts ins Becken von Los Angeles. Auf dem östlichen Abschnitt halten die Touristen am Straßenrand, um ein Foto von den großen weißen Lettern zu schießen: HOLLYWOOD. Persische Paläste und Pseudo-Pueblos sitzen auf Gipfeln und an Hängen, verstecken sich hinter Toren und Steinmauern. Es ist eine gefährliche Straße, getränkt mit Wohlstand und Romantik, die Heimstatt der durchbrochenen Leitplanken, der sich dahinschlängelnden Straßen, der David-Lynch-Phantasie, des Frontalcrashs um zwei Uhr morgens. Man fährt so schnell wie möglich durch und ist froh, wenn man es hinter sich hat.

Heute Nacht hielt ich mich an die erlaubte Höchstgeschwindigkeit, denn ich fand, dass ich vorerst genug Probleme gehabt hatte. Ich fuhr die Mulholland in westlicher Richtung und bog kurz vor der 405 nach unten ab. Meine Auffahrt sah aus wie immer, teilweise beleuchtet von Verandalampen und den Bogenlampen am Gehweg. Die Autobahn war weit genug entfernt, dass der Verkehrslärm seufzend klang. Mein Haus lag im Schatten, aber ich hielt kurz inne, um die Umrisse zu betrachten. Trotz meiner Abwesenheit sah alles unverändert aus - wie Richard Neutra in einer Billigversion, sich überschneidende Ebenen aus Stahl, Glas und Beton, die gut harmonierten, aber eben doch nicht richtig elegant wirkten. Nachdem ich den Vertrag für mein drittes Buch unterzeichnet hatte, h

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