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Blinde Sekunden Thriller von Rüther, Sonja (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.09.2014
  • Verlag: dotbooks GmbH
eBook (ePUB)
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Blinde Sekunden

Wer ist dein Freund, wer dein Feind - und worin liegt der Unterschied? Sonja Rüthers Thriller 'Blinde Sekunden' jetzt als eBook bei dotbooks. Das Grauen lauert nicht nur in dunklen Gassen. Gerade noch ging die attraktive Silvia durch eine gutbesuchte Hotellobby - im nächsten Moment ist sie spurlos verschwunden. Ein Täter scheint schnell festzustehen. Aber wurde Silvia wirklich das jüngste Opfer jenes Serienmörders, der die Öffentlichkeit immer wieder in Angst und Schrecken versetzt? Für Kommissar Rieckers soll dies der letzte Fall vor seiner Pensionierung werden. Doch selbst seine langjährige Erfahrung hat ihn nicht auf das vorbereitet, was er herausfinden wird ... Bestsellerautor Markus Heitz über 'Blinde Sekunden': 'Ein Thriller abseits der ausgetrampelten Such-den-Mörder-Pfade. Unvorhersehbar und mit Abgründen, wo sie nicht erwartet werden. Sonja Rüther versteht es bestens, eine ungewöhnliche und fesselnde Story zu erzählen. Hoffentlich nicht das letzte Werk!' Jetzt als eBook kaufen und genießen: 'Blinde Sekunden' von Sonja Rüther. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag. Sonja Rüther, geboren 1975 in Hamburg, betreibt in Buchholz/Nordheide einen Kreativhof ('Ideenreich - der Kreativhof') und den Verlag 'Briefgestöber'. Bei dotbooks veröffentlichte Sonja Rüther bereits die Thriller 'Blinde Sekunden' und 'Tödlicher Fokus', die Horror-Story 'Eine Spur aus Frost und Blut' sowie die von ihr herausgegebene Anthologien 'Aus dunklen Federn' und 'Aus dunklen Federn 2', in denen neben ihr auch Autoren wie Markus Heitz, Kai Meyer, Boris Koch und Thomas Finn ihre schwärzesten Seiten zeigen. Die Website der Autorin und Herausgeberin: www.briefgestoeber.de Die Autorin und Herausgeberin im Internet: www.facebook.com/sonja.ruther.1

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 446
    Erscheinungsdatum: 16.09.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955207175
    Verlag: dotbooks GmbH
    Größe: 745 kBytes
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Blinde Sekunden

1. Kapitel

Göttingen, Sonntag, 10. Mai 2009, 19:03 Uhr

Die meisten Gäste dieser Charity-Veranstaltungen kannte Dr. Karl Freiberger ungeschminkt, narkotisiert, mit schlaffen Gesichtszügen und unkaschierten Makeln von seinem OP-Tisch. Er wusste sehr genau, wem er wo das Skalpell angesetzt, wessen Knorpel er abgehobelt, Brüste vergrößert und Gesichtszüge er aufgepolstert oder gestrafft hatte – kleine und große Korrekturen von Schönheitsfehlern, die der Regenbogenpresse hohe Summen wert gewesen wären, wenn nur jemals ein Beweisfoto seine Praxis verlassen hätte. Aber genau deshalb kamen sie alle früher oder später zu ihm: Er war diskret und ein Perfektionist.

Ich wünschte, ich müsste meine Freizeit nicht mit meiner Kundschaft verbringen, dachte er mürrisch und sah zu Barbara hinüber. Weder hier im Foyer noch später im großen Festsaal würde er sie aus den Augen verlieren. Nur ihretwegen ließ er diese gesellschaftliche Verpflichtung über sich ergehen. Wenn sie sich für eine solche Veranstaltung zurechtmachte, blühte sie auf, und für ihr Lächeln lohnte sich das Aushalten dieser Anlässe – denn wenn sie wieder zu Hause waren, erstarb es ihr auf den Lippen.

Man könnte glatt vergessen, wie krank sie ist.

Er lehnte sich leicht gegen eine weiße Säule, abseits des Trubels, und drehte ein leeres Champagnerglas zwischen seinen Fingern. Dies war ihre Bühne, nicht seine. Er war weder dick noch dünn, eher Durchschnitt; wirre, von Grau durchzogene Haare und ein schlichtes Gesicht, das ebenso gut das eines Lateinlehrers oder eines Steuerberaters hätte sein können. In die Jahre gekommene Unauffälligkeit. Der absolute Gegensatz zu Barbara. Bevor die Türen zum großen Saal geöffnet wurden, konnten sich die Fotografen in der Empfangshalle mit ihrem Blitzlichtgewitter austoben, danach kämen nur noch ausgewählte Journalisten in den Genuss, das Geschehen zu dokumentieren. Er konnte die Schlagzeilen in den Magazinen bereits vor seinem geistigen Auge sehen. Seine Frau und er waren dabei nur Randfiguren – uninteressant, solange kein Skandal zu wittern war.

Und so wird es auch bleiben.

Die Patientinnen wurden durch seine Arbeit niemals entfremdet. Wer Wünsche äußerte, die gegen seinen ästhetischen Maßstab verstießen, musste sich einen anderen Chirurgen suchen. Karl Freiberger gönnte sich den Luxus, auch einflussreiche Patienten fortzuschicken.

So wie seine Frau an diesem Abend aussah, würde sie es vermutlich auf die Seite mit den schönsten Kleidern des Abends schaffen. Der rote Stoff umschmeichelte ihren makellosen Körper, versprach Einblick an delikaten Stellen, ohne dass man jedoch mehr sehen konnte als gewollt. In dem bunten Blumenstrauß der herausgeputzten Gäste war Barbara die Rose. Sie fuhr sich mit den Fingern durch die langen blonden Haare und lachte gelöst. Das Collier mit achtundvierzig Brillanten um ihren Hals funkelte. Barbara besaß ein bewundernswertes Talent, sich mit kleinen Bewegungen, Gesten, Mimik und ihrer melodischen Stimme so in Szene zu setzen, dass jeder Mann im Raum sie zwangsweise bemerken musste. Sie spielte mit der Aufmerksamkeit ihrer Gesprächspartner, genoss jedes Kompliment. Nichts davon entging Karl.

"Sie sieht wundervoll aus." Richard Brose trat neben ihn und grinste anzüglich. Er trug nicht wie die anderen Gäste einen Smoking. Die obersten Knöpfe des lässigen weißen Seidenhemds standen offen, und die braungebrannte Haut bildete einen auffälligen Kontrast zu dem hellen Stoff. Das dunkelblaue Jackett hing locker über einer Schulter, und nach Betret

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