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Blood on Snow. Das Versteck Thriller von Nesbø, Jo (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 26.02.2016
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
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Blood on Snow. Das Versteck

BLOOD ON SNOW: Es geht weiter ...

Ulf ist Geldeintreiber. Sein Boss ist der Fischer. Der Fischer ist einer DER Drogenhändler Oslos. Als Geldeintreiber wird man nicht unbedingt reich. Doch jetzt hat Ulf einen Weg gefunden. Glaubt er. Zwei Probleme stellen sich:

Drogenhändler lassen sich ungern reinlegen.

Und schicken sie ihre Killer los, sollte man ganz weit laufen - und sich ein gutes Versteck suchen.
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Jo Nesbø, 1960 geboren, ist Ökonom, Schriftsteller und Musiker. Er gehört zu den renommiertesten und erfolgreichsten Krimiautoren weltweit. Jo Nesbø lebt in Oslo.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 26.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843711814
    Verlag: Ullstein
    Serie: Blood on Snow 2
    Originaltitel: Blood on Snow. More Blood
    Größe: 1185 kBytes
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Blood on Snow. Das Versteck

KAPITEL 1

Wo beginnt diese Geschichte? Ich wünschte, ich könnte sagen, am Anfang. Aber ich weiß nicht, wo sie beginnt. Die eigentlichen Zusammenhänge meines Lebens kenne ich ebenso wenig wie jeder andere.

Beginnt die Geschichte in dem Moment, als mir klarwurde, dass ich nur der viertbeste Kicker der Klasse war? Als Basse, mein Großvater, mir die Zeichnungen der Sagrada Família zeigte - seine Zeichnungen? Als ich zum ersten Mal an einer Zigarette zog oder zum allerersten Mal Grateful Dead hörte? Als ich an der Uni Kant las und glaubte, ihn zu verstehen? Als ich meinen ersten Klumpen Hasch verkaufte? Oder begann die Geschichte, als ich Bobby küsste - Bobby ist ein Mädchen -, oder als ich das kleine, schrumpelige Wesen sah, das sich die Seele aus dem Leib schrie und den Namen Anna bekommen sollte? Oder erst, als ich im stinkigen Hinterzimmer des Fischers hockte und er mir sagte, was ich zu tun hatte. Ich weiß es nicht. Wir bauen uns unsere Geschichten nach unserer eigenen Logik zusammen, um unserem Leben einen Anstrich von Sinn zu geben.

Im Grunde kann ich auch gleich hier anfangen, mittendrin, ohne es zu wissen, in dem Moment, als das Schicksal eine Pause zu machen und den Atem anzuhalten schien. Als ich einen Augenblick dachte, auf dem Weg zu sein, ja vielleicht schon am Ziel.

Ich stieg mitten in der Nacht aus dem Bus und kniff die Augen zusammen. Die Sonne hing über einer Insel im Meer irgendwo im Norden. Rot und matt. Wie ich. Hinter ihr war noch mehr Meer. Und irgendwo dahinter der Nordpol. Vielleicht war dies der Ort, an dem sie mich nicht finden würden.

Ich sah mich um. In allen drei anderen Himmelsrichtungen hügelige Landschaft. Rote und grüne Heide. Steine und hin und wieder ein Birkenstrauch. Im Osten fiel das Land sanft und steinig Richtung Meer ab, im Südwesten sah die Küste aus wie mit dem Messer gekappt. Vielleicht hundert Meter über dem Meeresspiegel begann die Hochebene, die sich bis weit ins Landesinnere erstreckte. Die Finnmarksvidda. Großvater hatte immer gesagt, dass die Linie, wie er es immer nannte, hier endete.

Der festgefahrene Kiesweg führte zu einer Gruppe kleiner Häuser, in deren Mitte der Turm einer Kirche aufragte. Ich hatte im Bus geschlafen und war erst hinter dem Ortsschild mit dem Namen Kåsund aufgewacht, unten am Wasser, an einem hölzernen Kai. Warum nicht?, hatte ich gedacht und an der Schnur über dem Fenster gezogen. Das Schild über dem Busfahrer leuchtete auf.

Ich zog meine Anzugjacke an, nahm die Ledertasche und ging los. Die Pistole in der Jackentasche schlug mir gegen die Hüfte. Direkt gegen den Knochen, ich war immer schon zu dünn gewesen. Ich blieb stehen, schob den Geldgürtel unter dem Hemd etwas tiefer, damit die Scheine die Schläge auffingen.

Nicht eine Wolke war am Himmel und die Luft so klar, dass ich das Gefühl hatte, unendlich weit sehen zu können. So weit das Auge reicht, wie es hieß. Die Finnmarksvidda gilt als schön. Aber was weiß ich schon davon? Sagen die Leute so etwas nicht immer über ungastliche Gegenden? Um zu demonstrieren, wie taff sie sind oder weil sie intellektuell und überlegen wirken wollen, wie Leute, die auf unverständliche Musik stehen oder auf rätselhafte Literatur? Ich war da gar nicht anders. Dachte, damit vielleicht andere, meine weniger guten Seiten kompensieren zu können. Oder wollte man so die wenigen Kreaturen trösten, die verdonnert waren, hier zu leben? »Es ist so wunderschön.« Ehrlich: Was war an dieser flachen, kargen und auch noch eintönigen Landschaft schön? Es war die reinste Marslandschaft. Eine rote Wüste. Unbewohnbar und hässlich. Das perfekte Versteck. Hoffentlich.

Die Zweige einer nahen Baumgruppe bewegten sich. Im nächsten Augenblick sprang ein Mann über den Graben auf die Straße. Meine Hand griff automatisch zur Pistole, aber ich riss mich zusammen, das war keiner von ihnen. Dieser Kerl sah aus wie der Joker aus einem Kartenspiel.

»G

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