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Blumenkinder Tom Sydows neunter Fall von Klausner, Uwe (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 06.07.2016
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (ePUB)
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Blumenkinder

West-Berlin, Oktober 1968. Am Spreeufer wird die Leiche einer jungen Frau entdeckt. Eine Drogentote unter vielen? Die Spur führt Hauptkommissar Tom Sydow in eine Hippie-Kommune in Moabit. Doch er selbst glaubt nicht daran, dass die 19-Jährige infolge einer Überdosis LSD gestorben ist. Und die Mauer des Schweigens, die ihn umgibt, wird immer höher.

Uwe Klausner, Jahrgang 1956, ist in Heidelberg geboren und aufgewachsen. Sein Studium der Geschichte und Anglistik absolvierte er in Mannheim und Heidelberg. Heute lebt er mit seiner Familie in Bad Mergentheim. Neben seiner Tätigkeit als Autor hat er bereits mehrere Theaterstücke verfasst.

Produktinformationen

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Blumenkinder

02

Berlin-Tiergarten, Abteilung K der Zentralen
Kriminaldirektion in der Keithstraße 28-32 07.30 h

Noch mal, weil's so schön war. Da musst du durch, Herr Kriminalhauptkommissar.

Am Samstag, den 2. März 1968 betrittst du in Begleitung des langjährigen Kollegen Krokowski und des Kriminalassistenten Waldenmaier das Anwesen in der Schopenhauerstraße in Nikolassee, um der des Mordes verdächtigten Doreen Rattke das Handwerk zu legen. Mit von der Partie ist Magdalena Redlich, jahrzehntelang Haushälterin einer Familie, die zu den Spitzen der Berliner High Society zählt - beziehungsweise zählte. Nie im Leben, und schon gar nicht in diesem Moment, hättest du dir vorstellen können, was dir und den beiden Kollegen blüht.

Zunächst hat es den Anschein, als handele es sich um einen Routinefall, als sei dies eine Vernehmung, wie du sie in deiner Laufbahn bei der Kripo Berlin schon Dutzende Male durchexerziert hast. Die Beschuldigte, schlappe 27 Jahre jünger als der in der Baubranche tätige Gemahl, macht einen auf Grimms Märchen, lügt, dass sich die Balken biegen, und beteuert ihre Unschuld. Rabiat ausgedrückt, sie will dich zum Affen machen. Dank der Aussage ihrer Haushälterin und der Ermittlungen in Sachen Rattke steht jedoch fest, dass die verführerische junge Dame Dreck am Stecken hat. Kurz gesagt, du hegst nicht den geringsten Zweifel, dass es sich bei dem dunkelhaarigen Luxusweibchen um eine, gelinde gesagt, eiskalte und mit allen Wassern gewaschene Mörderin handelt. Um eine Kriminelle, die nicht davor zurückschreckt, zwei Männer über den Haufen zu schießen, um in den Besitz der verloren geglaubten Partituren aus dem Frühwerk von Richard Wagner zu gelangen. Motiv: Habgier, sind - oder vielmehr waren - die im Besitz eines gewissen Adolf Hitler befindlichen Originale doch zum Tatzeitpunkt sage und schreibe zwei Millionen D-Mark wert. Genug, um ein sorgenfreies Leben an der Seite des 25-jährigen Geliebten und Sprösslings des in die Jahre gekommenen Gatten führen zu können, der - welche Tragik! - just am selben Tag bei einem Frontalzusammenstoß das Zeitliche segnet.

Manipulation der Bremsen. Schlau eingefädelt, oder?

Nicht abschweifen, Tom, bleib beim Thema. Ob die Beschuldigte zwei, drei oder noch mehr Opfer auf dem Gewissen hat, spielt keine Rolle, so kaltherzig sich das auch anhören mag. Hier geht es um dich, Herr Kriminalhauptkommissar. Um dich und um die Frage, ob die Katastrophe, zu der es an besagtem Samstagvormittag kam, hätte vermieden werden können.

Erinnern wir uns. Im gleichen Moment, als du die Tatverdächtige im Beisein ihres Geliebten in die Mangel nimmst, öffnet Magdalena Redlich die schwarz-weiß gestreifte Handtasche, welche sie bis dato wie ein Maskottchen umklammert hat, zückt eine Pistole der Marke Browning und tötet die Ehefrau des Mannes, für den sie zeitlebens Mutterstelle eingenommen hat. Danach, als sei nichts geschehen, richtet sie die Waffe auf deren Geliebten, der, wie schon zuvor die verhasste Hausherrin, mit einem einzigen Schuss niedergestreckt wird. Bevor du oder die konsternierten Kollegen eingreifen können, blickt Magdalena Redlich in die Runde, hebt die Browning an die rechte Schläfe, atmet durch, lächelt - und drückt ab.

Aus und vorbei, Fall erledigt? Von wegen. Wie genau die Presse Wind vom blutigen Ende des Familiendramas bekommen hat, wissen die Götter. Gut möglich, dass dies mithilfe eines Maulwurfs geschehen ist, der im Sold eines über die Grenzen von West-Berlin hinaus bekannten Verlagshauses steht und keine Skrupel hat, die Hyänen von der Boulevardpresse mit Kadavern zu versorgen. Wer oder wie auch immer, die Toten sind noch nicht unter der Erde, als ein Sturm losbricht, der in den Annalen der nicht gerade zimperlichen Revolverblätter von West-Berlin seines

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