text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Blumenrausch Der neunzehnte Fall für August Häberle von Bomm, Manfred (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.02.2019
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (ePUB)
11,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Blumenrausch

Ein Dreivierteljahr vor der Er"ffnung der Bundesgartenschau in Heilbronn tr bt ein Mord die Vorbereitungen: Im Alt-Neckar wird die Leiche einer Frau gefunden, die als Biophysikerin an der Gestaltung des Groáprojekts beteiligt war. Wissenschaftlich arbeitete sie aber in Ulm, wo sie zur Erforschung des Klimawandels einen Mini-Satelliten entwickelt hat, den der K nzelsauer Astronaut Alexander Gerst zur Raumstation ISS mitnehmen soll. Weil ein dubioser Amerikaner dies verhindern will, macht sich groáe Verunsicherung breit. Denn der Mord ist am Tag des Raketenstarts geschehen ... Manfred Bomm wohnt am Rande der Schw"bischen Alb. Als Lokaljournalist hat er Freud und Leid der Menschen hautnah erlebt und dar ber berichtet. Vieles, was er in seinen Romanen verarbeitet, hat sich so oder in "hnlicher Weise zugetragen. 2004 hat der Autor mit dem Krimischreiben begonnen und die Figur des August H"berle nach einem realen Vorbild bei der Kriminalpolizei G"ppingen entworfen. Urspr nglich hatte er - einem Jugendtraum folgend - nur einen einzigen Roman schreiben wollen, doch die steigende Zahl der 'H"berle'-Fans spornte ihn zu 'weiteren Untaten' an. Manfred Bomm f hlt sich eng mit Land und Leuten verbunden, liebt die Natur, das Wandern, Reisen und Radeln. Wichtig ist ihm, so gut wie alle beschriebenen Schaupl"tze selbst aufgesucht zu haben.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 572
    Erscheinungsdatum: 13.02.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839258941
    Verlag: Gmeiner-Verlag
Weiterlesen weniger lesen

Blumenrausch

Prolog

Nie zuvor hatte er sich zu so etwas hinreißen lassen. Doch jetzt war die Gelegenheit günstig: eine stockfinstere Winternacht, dazu noch eisig kalt. Kein vernünftiger Mensch kam auf die Idee, sich bei diesem Wetter im Freien aufzuhalten. Schon gar nicht hier, wo Sperrgitter den Zutritt zu einem Areal verwehrten, das bis vor wenigen Jahren dahingegammelt war. Das Streulicht der nahen Stadt verlor sich in sanften Nebelschwaden, die aus dem vorbeifließenden Neckar waberten. Die Geräusche einiger weniger Autos lagen gedämpft in der feuchten Luft.

Nur schemenhaft war im Grauschwarz dieser Nacht die farblose Umgebung zu erahnen: die alte Schleuse, der Wilhelmskanal, irgendwo eine Eisenbahnbrücke und hier, ganz nah, die Auffahrt zu einer gesperrten Straßenbrücke, die über den Alt-Neckar zu dem jenseitigen Gelände führte, auf dem tagsüber seit Jahren schon fieberhaft gearbeitet wurde. Jetzt lag es still und friedlich im nächtlichen Schlummer. Übergangslos schien es mit dem ebenso schwarzen Himmel zu verschmelzen, der offenbar wolkenverhangen war. Ohne Mond, ohne Sterne. Einige hoch aufragende Gebäude standen wie eine gigantische Mauer vor ihm.

Ideale Bedingungen also für den Mann, dessen dunkle Kleidung ihn bestens tarnte. Allerdings drohte überall die Gefahr, von dem Sicherheitsdienst aufgespürt zu werden. Aber zwischen den Baumaterialien und Gerätschaften, die hier lagerten und herumstanden, bot sich genügend Deckung. Hier war er seit Stunden selbst zu einem Teil der Nacht geworden. Es roch nach frischem Beton und feuchter Erde.

Dass er jetzt am ganzen Körper zitterte, war der unguten Mischung aus Angst und Kälte geschuldet. Ein regelmäßiger Schluck aus dem handlichen Flachmann, den er in der Tasche seiner dicken Winterjacke stecken hatte, wärmte ihn nur für ein paar Minuten innerlich auf. Allzu viel durfte er davon allerdings nicht trinken, denn er musste seinen Geist wachsam halten.

Als sich ein Sattelzug mit dröhnendem Dieselmotor brummend näherte und drüben vor der Schranke zur abgesperrten Brückenauffahrt anhielt, war die bleierne Müdigkeit wie weggeblasen. Also doch. Das Warten hatte sich gelohnt. Der Lkw-Fahrer stieg aus und ging durch den Scheinwerferkegel zu dem spärlich beleuchteten Bürocontainer, in dem ein einsamer Posten den Zugang bewachte. Offenbar mussten jetzt Papiere überprüft werden, was aber nur wenige Minuten in Anspruch nahm.

Der Fahrer durchschritt wieder die Scheinwerfer seines Lkws und kletterte in das Führerhaus zurück. Dann heulte der Dieselmotor dumpf auf und das schwere Gefährt rollte über die Bleichinselbrücke.

Der Schwarzgekleidete hatte unterdessen ein Fernglas an die Augen gepresst, um aus seiner seitlichen Perspektive das Kennzeichen des Sattelauflegers ablesen zu können. Es war gelb. Wie erwartet. Eines aus den Niederlanden. Buchstaben und Ziffern konnte er aber nicht genau erkennen. Er stopfte das kleine Fernglas wieder in die Jackentasche - während der dröhnende Dieselmotor die nächtliche Stille zerriss und schnell abebbte, als die Schlussleuchten bei den ziemlich massig erscheinenden Neubauten verschwanden, die hier innerhalb eines Jahres hochgewachsen waren.

Von seiner Position aus konnte der heimliche Beobachter nicht erkennen, wie weit sich der Sattelzug entfernt hatte. Der Motor jedenfalls war ziemlich schnell verstummt.

Für den Schwarzgekleideten folgte jetzt der heikle Teil seiner Mission. Reflexartig verließ er die Deckung zwischen den Baumaterialien. Beinahe hätte ihm ein aufragendes Stück Gummischlauch die Mütze vom Kopf gerissen, als er wieselflink von einem nachtschwarzen Schatten zum nächsten huschte.

Er kannte sich aus, denn er war schon einige Male tagsüber mit einer Besuchergruppe hier gewesen. Trotzdem fiel es ihm schwer, sich den großen, noch eingerüsteten Bauten zu nähern. Der Regen der vergangenen Tage hatte den ohnehin morastigen Untergrund aufgeweicht, sodass er mehrmals bis

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen