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Blutacker Thriller von Stassen, Lorenz (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.11.2018
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Blutacker

Seit der junge Anwalt Nicolas Meller den Angstmörder zur Strecke gebracht hat, geht es für ihn bergauf. Er hat zahlungskräftige Mandanten, ein neues Büro in der Innenstadt von Köln und mehrere Angestellte. Privat ist er mit Nina zusammengezogen, einst seine Referendarin und jetzt Lebenspartnerin. Doch dann bringt Hauptkommissar Rongen eine beunruhigende Nachricht: Ein Paketbote wurde brutal ermordet - und das einzige Paket, das entwendet wurde, war adressiert an: Nicolas Meller. Die Schlinge um den Kopf von Nic und Nina zieht sich erbarmungslos zusammen! Lorenz Stassen, geboren 1969, wuchs in Solingen auf und wurde zunächst Chemielaborant. Er wechselte ins Film- und Fernsehgeschäft und arbeitet seit 1997 als freischaffender Drehbuchautor, u. a. für "Alarm für Cobra 11" und "Soko Köln / Soko Stuttgart". "Angstmörder" ist sein erster Roman. Lorenz Stassen lebt in Köln.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 12.11.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641225933
    Verlag: Heyne
    Serie: Nicholas Meller .2
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Blutacker

1

Ein Rumpeln im Bauch des Flugzeuges verriet den Piloten, dass das Fahrwerk ausgefahren war, noch bevor die grünen Lämpchen im Cockpit aufleuchteten. Der Luftwiderstand ließ den Rumpf des dreistrahligen Großraumflugzeugs vibrieren. Regentropfen schossen wie dünne Fäden im Licht der Scheinwerfer vorbei. Weder die Anflugbefeuerung, geschweige denn eine Landebahn waren zu erkennen.

"Flaps fünfunddreißig", verlangte der Kapitän.

"Flaps fünfunddreißig", wiederholte der Co-Pilot und überprüfte vorsorglich die Geschwindigkeit.

"Landing Checklist", bot er dem Kapitän an, nachdem sich die Klappen in Fünfunddreißig-Grad-Position befanden. Die einzelnen Punkte der Liste wurden abgehakt, als eine Computerstimme ertönte: "One Thousand."

"Checked", erwiderte der Kapitän.

Wegen des sich ändernden Windes nahm er ein wenig den Vorhaltewinkel raus. Hinter den Fenstern war es immer noch pechschwarz. Dann aber, von einer Sekunde auf die nächste, rissen die Wolken auf und das Lichtermeer der Großstadt breitete sich vor ihnen wie ein bunter Teppich aus. Die Landebahn, eine weiße Perlenkette mit zwei roten Lichtstreifen rechts und links, war deutlich zu erkennen. Der Co-Pilot betätigte die Mikrofontaste. " MD -11 is on short final."

Aus den Kopfhörern ertönte eine Frauenstimme. Die Lotsin im Tower gab ihnen Windgeschwindigkeit und die Landebahn durch.

"Cleared to land, MD -11", funkte der Co-Pilot zurück.

Die Triebwerke lieferten nur noch die Hälfte ihrer Leistung. Mit einer Geschwindigkeit von hundertdreißig Knoten schwebte das voll beladene Flugzeug ein. Bei fünfzig Fuß zog der Kapitän die Hebel in Richtung Leerlauf, nahm die Nase um zwei Grad höher und brach damit den Abwärtstrend des Flugzeugs. Dreihundert Meter nach Beginn der Landebahn ging ein Ruck durch das Flugzeug, die Maschine setzte etwas härter auf, was bei nasser Bahn auch so gewollt war. Bugrad absetzen, Umkehrschub entriegeln. Das automatische Bremssystem setzte ein.

Sie bogen von der Landebahn ab und fuhren über den Rollweg auf das Frachtterminal zu. Der hell erleuchtete Schriftzug Köln Bonn Airport ließ die Windböen sichtbar werden, die den Regen durch die Luft peitschten. Vor dem Gebäude wartete bereits der Einweiser, der mit zwei Leuchtstäben signalisierte, wann die Parkposition erreicht war.

Die zwei Turbinen drehten noch aus, als der Rumpf des Flugzeugs schon geöffnet wurde. Zwei Maschinen, die längst in der Luft hätten sein sollen, wurden gerade erst geschlossen. Drei Männer und eine Frau in leuchtend gelben Warnwesten liefen im strömenden Regen umher und sorgten dafür, dass die tonnenschweren Flugcontainer mit Spezialfahrzeugen in die Halle verfrachtet wurden. Dort begann die Vorsortierung der Pakete. Anderthalb Stunden später traf ein Lkw nach dem anderen im Verteilerzentrum Frechen, am Rande des Autobahnkreuzes, ein. Die Pakete wurden auf Bandanlagen sortiert. Barcodes, von Computern im Bruchteil einer Sekunde erfasst, steuerten die pneumatischen Weichen, die mit lautem Zischen dafür sorgten, dass jedes Paket den Weg zum richtigen Wagen fand, um vom richtigen Fahrer an die richtige Adresse gebracht zu werden.

An Rampe siebenunddreißig belud Marco Bennitz seinen Wagen, sortierte die Pakete in die Regale. Er hatte sein eigenes System, um jede Sendung am Bestimmungsort schnell wiederzufinden. Die Barcodes ermöglichten eine lückenlose, digitale Kontrolle, aber für die Paketboten war die Auslieferung ein analoger Vorgang. Jede Sendung trug einen Namen, am Ende der Lieferkette stand ein Mensch, der sich über die Sendung freute - oder auch nicht. Hauptsache, der Empfang wurde bestätigt. Einen Knopfdruck später waren die Daten vom Großrechner erfasst, und wieder war ein Auftrag erledigt.

Marco gähnte. Seine Gedanken schweiften ab. Er dachte an Jenny, seine Freundin. Sie war drei Jahre jünger als er und verhielt sich leider oft wie ein a

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