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Blutebbe Thriller von Meister, Derek (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.06.2017
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Blutebbe

Auf einem Geisterschiff im Watt werden die Leichen zweier Frauen gefunden. Sie sind grausam zugerichtet, wie Fische aufgehängt und ausgenommen worden. Ihre Lungen fehlen, und der Mörder hat eine seltsame Rune hinterlassen. Ein Ritualmord? Die Ermittlungen führen Knut und Helen zu einem weiteren Todesfall, der bereits Jahrzehnte zurückliegt. Treibt ihr Täter seitdem unbemerkt an der Küste sein Unwesen? Bevor Knut und Helen die schaurige Wahrheit herausfinden können, werden sie selbst zu Gejagten ... Der dritte Teil der Thrillerserie um das Ermittlerteam Henning und Jansen. Derek Meister wurde 1973 in Hannover geboren. Er studierte Film- und Fernsehdramaturgie an der Filmhochschule Potsdam-Babelsberg und schreibt erfolgreich Serien und Spielfilme fürs Fernsehen - und spannende Romane, mit denen er sich eine große Fangemeinde erobert hat. Derek Meister lebt mit seiner Familie in der Nähe des Steinhuder Meers.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 400
    Erscheinungsdatum: 19.06.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641209193
    Verlag: Blanvalet
    Größe: 1318 kBytes
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Blutebbe

2

"Komm schon, Veith. Hör auf zu kichern." Knut Jansen zog seine E-Gitarre von der Rückbank. Die 59er Telecaster hatte er diesen April zu seinem Dreißigsten geschenkt bekommen. Ein wunderbares Instrument mit schmeichelnd geschwungenen Linien. "Das Outfit passt doch perfekt. Ich weiß gar nicht, was du hast."

Der junge Polizeirevierleiter von Valandsiel hatte sich in Schale geworfen: blaue Westernstiefel mit Goldnaht, Wildlederweste und stonewashed Levi's.

Knuts Freund verkniff sich ein weiteres Grinsen. "Na, wenn du meinst."

"Bisschen Show muss sein." Gut gelaunt tätschelte Knut seinen Labrador Butch, bevor er auch ihn aus dem Landrover hob. Der gute Kerl war in die Jahre gekommen.

"Da hast du wohl recht." Veith fädelte aus dem Heck seines Volvos einen Kontrabass und streifte sich ein schnittiges Sakko über sein edles schwarzes Hemd.

Eine Brise wehte über den kargen Parkplatz des Dock-5. Die Bar lag abseits der Touristenströme an einem Seitenbecken des Hafens, der zur größten Werft Valandsiels gehörte. Keine sehr ansehnliche Ecke, auch wenn die Barbesitzerin mit Strandsand und Palmen tapfer gegen den Industrielook ankämpfte.

"Oh nein!" Veith tat, als falle er gleich in Ohnmacht. "Haben die etwa auch Fransen?"

"Was?" Knut, der ein weiteres Mal in den Rover gegriffen hatte, sah auf das Bündel in seiner Hand. "Sicher. Das sind Chaps. Chaps müssen Fransen haben. Keine Fransen, keine Chaps." Er hielt sich die ledernen Beinkleider für Cowboys an.

"Na, immerhin sind sie braun und nicht elvisblau." Amüsiert schüttelte Veith den Kopf und schloss den Wagen ab.

"Sieht doch cool aus. Ich mein, Pia will mehr Show, also kriegt sie mehr Show. Entweder richtig oder gar nich'."

"Dann bin ich eindeutig für 'gar nich''."

"Nur weil wir Ring of Fire im Repertoire haben, muss ich ja nicht wie Johnny Cash rumlaufen, oder?" Knut deutete mit einem Nicken auf Veiths Hemd und Sakko.

"Nur weil wir Tumbling Tumbleweeds im Repertoire haben, musst du ja nicht wie John Wayne rumlaufen, oder?"

"Touché."

"Avec plaisir."

"Avec was?" Knut winkte ab, zögerte dann aber doch. "Okay. Ist wahrscheinlich zu dicke." Schweren Herzens packte er die Chaps zurück.

"Wyatt Earp sei Dank."

"Aber der! Der gehört echt dazu!" Unvermittelt zog er aus dem Wagen einen weißen Prunkwesternhut und setzte ihn auf.

Veith lachte lauthals.

"Ich muss schon bitten, Herr Kollege. Der muss sein. Original Rodeoking mit 4-Zoll-Brim."

Hilflos vor Lachen, winkte Veith ab. "Okay, okay ... Sheriff. "

Mit einem schelmischen Grinsen warf sich Knut prompt in Elvis-Pose. "Rock 'n' Roll, Baby!"

Pia goutierte seine Aufmachung mit einem Pfiff. Die Barbesitzerin stand am Hintereingang, ein Spültuch über der Schulter und eine Getränkekiste vor dem Bauch. "Du siehst echt ... echt ... äh ... schillernd aus."

"Hörst du's, Veith? Im Gegensatz zu dir hat die Lady Geschmack." Lässig schulterte Knut seine Gitarre und schlappte mit ausladenden Schritten, Butch an seiner Seite, zur Bar. Seine Cowboystiefel klackten auf den Pflastersteinen, während der leichte Seewind Sand über den Parkplatz wehte.

"Ich glaub, du hast deine Sporen vergessen", rief Veith ihm feixend hinterher, bevor er seinen Bass nahm und Knut folgte.

Normalerweise spielte Knut im Dock-5 allein und gab ein paar Klassiker zum Besten: Stairway to Heaven, Babe I'm Gonna Leave You, My Secret Live, Suzanne, Leyla ... Und das vor einer sehr überschaubaren Anzahl Zuhörer.

Heute füllten sich jedoch die Überseecontainer, in denen Pia ihre Bar eingerichtet hatte, zusehends. Die Stimmung war ausgelassen, die Theke umlagert und kein Platz mehr vor der winzigen Bühne frei.

Knut, der die Gästeflut beim Aufbau und dem Soundcheck registrierte, wurde ein wenig flau im Magen. Er sah an sich herunter, und mit ein

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