text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Bluthaus Kriminalroman von Fölck, Romy (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.09.2018
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
8,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Bluthaus

Nach ihrem letzten Fall erholt sich Frida Paulsen in der Elbmarsch, als sie der Hilferuf ihrer alten Freundin Jo erreicht. Vergangene Nacht fand diese in der Marsch die Leiche einer Frau und ist nun überzeugt, dass man sie des Mordes verdächtigt. Kurz darauf verschwindet Jo spurlos. Besorgt begibt sich Frida auf die Suche nach ihrer Freundin. Die Spur führt auf die Halbinsel Holnis zu einem einsam gelegenen Haus, das die Inselbewohner nur das Bluthus nennen. Vor vielen Jahren wurde dort eine Familie grausam hingerichtet - den Täter hat man nie gefunden ...

Romy Fölck wurde 1974 in Meißen geboren. Sie studierte Jura, ging in die Wirtschaft und arbeitete zehn Jahre für ein großes Unternehmen in Leipzig. Heute lebt sie als freie Schriftstellerin in der Elbmarsch bei Hamburg. Bluthaus ist der zweite Band ihrer Krimiserie um die beiden Polizisten Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 28.09.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732563234
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Serie: Elbmarsch-Krimi 2
    Größe: 2317 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Bluthaus

1

Frida kuppelte aus und gab Gas. Die Räder des Treckers drehten im Schlamm durch, der Deutz bewegte sich nicht. Sie sah ihren Vater ein Zeichen mit der Hand geben. Sein Daumen zeigte nach unten. Sie stellte den Motor ab und kletterte aus dem Fahrerhaus. »Mist!«

»Das hat keinen Sinn. Du fährst ihn nur weiter fest«, sagte er und wischte sich ein paar Schlammspritzer aus dem Gesicht.

»Was machen wir jetzt?«

Fridtjof, ihr Vater, schwieg und sah nachdenklich auf den Trecker, der mit den Rädern im Morast eingesunken war. Einer der polnischen Arbeiter, die auf seinem Obsthof arbeiteten, war am Morgen in dieses Schlammloch gefahren. Er hatte sich die Drainage ansehen sollen, da der Apfelhof durch den anhaltenden Regen der letzten Wochen an einigen Stellen unter Wasser stand, und war zu weit in den verschlammten Bereich hineingefahren, wo der Trecker schnell versackt war.

»Ich hole eine Fuhre Mutterboden. Wir müssen ihn auf festen Untergrund bekommen, sonst sinkt er noch mehr ein.«

Sie nickte. »Okay, ich warte hier.«

Fridtjof Paulsen ging zu seinem Pick-up, stieg ein und fuhr weg. Frida sah auf ihre Uhr. Die Bergung des Treckers würde mehr Zeit brauchen, als sie eingerechnet hatte. Vor Mittag würden sie hier nicht fertig werden. Dabei hatte sie nach Hamburg fahren wollen, um die letzten persönliche Dinge aus ihrer Wohnung zu holen, die sie ab nächster Woche untervermietet hatte.

Frida hatte entschieden, einige Monate in der Marsch auf dem Hof ihrer Eltern zu bleiben und in ihr altes Kinderzimmer zu ziehen. Sie hatte sich einige Zeit vom Polizeidienst beurlauben lassen. In den ersten Wochen, nachdem sie von einem Gewaltverbrecher verschleppt und beinahe mit ihrer eigenen Dienstwaffe erschossen worden war, hatte sie die posttraumatische Belastungsstörung nicht wahrhaben wollen. Aber schon bald hatte sie die Symptome nicht mehr ignorieren können: Nervosität, Konzentrationsschwierigkeiten, Schlaflosigkeit und Albträume. Sie fühlte sich in großen Menschenansammlungen nicht wohl, konnte nicht mehr mit dem Rücken zu einer Tür sitzen, reagierte bei Knallgeräuschen schreckhaft, ja fast panisch. Trotzdem stellte sie sich immer wieder die Frage, wie es in Zukunft mit ihr weitergehen würde. Wollte sie irgendwann in den Polizeidienst zurückkehren? Die Abschlussprüfung der Polizeiakademie hatte sie mit guten Noten bestanden. Das hieß, sie könnte endlich die kriminalistische Laufbahn einschlagen, die sie lange Zeit angestrebt hatte, und irgendwann zur Mordkommission gehen, was immer ihr Traum gewesen war.

Frida spürte einen Tropfen im Gesicht. Sie zog sich die Kapuze der Regenjacke über den Kopf, ging zu ihrem Jeep und öffnete die Tür. Vom Beifahrersitz nahm sie eine verschrammte Thermoskanne, goss sich Tee in einen Metallbecher und lehnte sich an die Motorhaube. Es regnete stärker, und ein leichter Dunst stieg zwischen den Apfelbäumen hoch. Die Luft war feucht. Es roch nach Erde und Moder.

Das Frühjahr war vollkommen verregnet gewesen. Ihr Vater sprach es nicht aus, aber das Wetter bereitete ihm Sorgen. Tag für Tag hoffte er darauf, dass es endlich trocken blieb und das Ausschwärmen der Hummeln zur Baumblüte nicht durch weitere Regenfälle gefährdet wurde. Wenn das passierte und dieses Jahr ein Großteil der Apfelernte ausfiele, würde sein Obsthof, der sich in den letzten Monaten von der drohenden Insolvenz erholt hatte, das nicht überleben.

Frida trank einen Schluck Tee. Hier draußen im Apfelhof fühlte sie sich frei. Und diese Freiheit war es, die sie in ihrer derzeitigen Situation am meisten brauchte. Sie trank aus, setzte sich hinter das Steuer und zog die Tür zu, um den Wolkenbruch abzuwarten, der immer heftiger wurde. Sie stützte sich mit den Unterarmen auf dem Lenkrad auf, während der Regen seinen monotonen Beat auf das Jeepdach trommelte.

Mordkommission. Sie fragte sich, ob sie das überhaupt noch wollte. Ihre Leidenschaft für den Beruf war

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen