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Blutiges Vergessen von Schmidt, Andreas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.09.2016
  • Verlag: CW Niemeyer Buchverlage GmbH
eBook (ePUB)
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Blutiges Vergessen

Wuppertal, im Jahr 2001: Eine Leiche am Ufer eines Tümpels. War es ein Unfall oder doch ein Verbrechen? Niemand vermisst die unbekannte Frau. Auch die Spur der Polizei führt ins Nichts, die Ermittlungen werden eingestellt. Fünfzehn Jahre später stolpert Zeitungsreporter Frank Dirzius über eine amtliche Mitteilung: Eine seit Jahren vermisste Frau soll von Amts wegen für tot erklärt werden. Dirzius wittert einen Skandal - haben die Behörden damals geschlafen oder gibt es einen Mord ohne Leiche? Der Reporter zieht Verbindungen, die ihn bis ins Weserbergland führen. In Zusammenarbeit mit Hauptkommissarin Sophie Stein gibt es bald erste Hinweise auf die Identität der namenlosen Toten von damals. Als eine weitere Frau verschwindet, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Geboren im Jahr der ersten Mondlandung, 1969 in Wuppertal, gab Andreas Schmidt 1999 mit 'In Satans Namen' sein Krimidebüt. Drei Jahre später gelang dem Autor und Journalisten mit 'Das Schwebebahn-Komplott' (KBV) der Durchbruch. Inzwischen sind zahlreiche Wuppertal-Krimis, sieben Anthologien sowie der Thriller 'Gehasst' (Digital Publishers) erschienen. Die Hauptfigur seiner Krimis, der stets schlecht gelaunte Kommissar Ulbricht, ermittelt seit Anfang 2011 auch erfolgreich im Weserbergland sowie an der Nordsee-Küste. In 'WattenMord' (April 2012, Verlag CW Niemeyer) ermittelte Kommissar Ulbricht zum ersten Mal gemeinsam mit seiner Tochter Wiebke an der Küste ... Ulbricht hat sich längst in die Herzen von Andreas Schmidts Lesern ermittelt und ist überregional sehr beliebt. Auch im aktuellen Krimi 'Blutiges Vergessen' spielt Ulbricht eine tragende Rolle. Derzeit sind neue Kriminalfälle in Arbeit, es geht also weiter.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 338
    Erscheinungsdatum: 02.09.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783827197962
    Verlag: CW Niemeyer Buchverlage GmbH
    Größe: 3160 kBytes
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Blutiges Vergessen

PROLOG

Freitag, 5. Januar 2001

Irgendwo in der Tiefe des Waldes schrie ein Käuzchen. Ein seichter Wind kam auf und erzeugte ein leises Rascheln in den tief hängenden Zweigen der alten Bäume. Es war, als wäre die Welt versunken, kein von einem Menschen erzeugtes Geräusch drang an seine Ohren. Der Mond bahnte sich einen Weg durch die tief hängenden Wolken und tauchte die Szenerie in ein unwirkliches, in ein bizarres Licht. Die runde Scheibe spiegelte sich auf der Wasserober äche des Tümpels. Irgendwo raschelte es im Unterholz. Er zuckte zusammen, wirbelte herum und versuchte vergeblich, die Dunkelheit mit seinen Blicken zu durchdringen. Wahrscheinlich war es ein Tier gewesen, das irgendwo im Unterholz auf der Suche nach Nahrung war.

Er war alleine und hätte das Geschehene am liebsten rückgängig gemacht. Doch das war ihm nicht vergönnt. Nun musste er mit der schweren Last zu leben lernen, die er auf sich genommen hatte.

Fassungslos stand er am Rande der Böschung, die zu einem der kleinen Teiche herabführte. Das Blut rauschte in seinen Ohren, schwer hob und senkte sich seine Brust. Er zitterte am ganzen Leib, schaute zu ihr herunter und wusste, dass sie tot war. Sie war die Böschung heruntergestürzt und von unzähligen Eisenstangen, die aus dem Boden ragten, aufgespießt und durchbohrt worden. Es war ein grausamer Anblick. Als der Mond weiter durch die Wolkendecke drang, sah er, dass sich unter ihrem zierlichen Körper eine dunkelrote Blutlache ausbreitete. Ihre Gliedmaßen standen in verrenkter Haltung vom Körper ab. Er hatte geglaubt, bei dem tödlichen Sturz ihre Knochen brechen zu hören. Der Mund stand einen Spalt breit offen. Ein feiner Blutfaden rann aus ihrem Mundwinkel und tropfte auf den gefrorenen Waldboden.

Es war eine kalte Winternacht, und trotzdem stand ihm der Schweiß auf der Stirn, während er dastand und sein grausiges Werk betrachtete.

Was hatte er getan?

Nun würde sie für immer schweigen. Das war für ihn von Vorteil, doch für welchen Preis hatte er sich ihr Schweigen erkaufen müssen?

Sie war tot, würde niemals etwas verraten können.

Und er war zum Mörder geworden.

Übelkeit stieg in ihm auf, als er sich dieser Tatsache bewusst wurde. Nein, verdammt, er war doch nicht einer dieser wahnsinnigen, kaltblütigen Mörder. Er war keiner dieser empathielosen Killer. Er fühlte sich, als würden die Gedanken wie eine zähe Masse durch sein gelähmtes Gehirn rinnen. Von Sekunde zu Sekunde wurde er sich klarer darüber, dass er sie umgebracht hatte. Sein Magen rebellierte.

Wie er es auch drehte und wendete, er konnte das Geschehene nicht rückgängig machen. Schwach sackte er auf die Knie, spürte den eisigen Boden des unbefestigten Waldweges durch den Stoff seiner Hose, barg das Gesicht sekundenlang in den Händen und sah Blitze, die vor seinen Augen tanzten. Schlagartig riss er die Augen auf und stemmte sich wie ein alter Mann in die Höhe, trat an die Böschung und sah sie an. Doch sie lag immer noch da, der Albtraum ging nicht vorbei.

Er mochte nicht länger hinsehen, konnte ihren bizarren Anblick nicht mehr ertragen und wandte sich ab. Höchste Zeit zu verschwinden, schrie alles in ihm. Mechanisch gab er dem Fluchtinstinkt nach und rannte davon.

Samstag, 6. Januar 2001

Die Sohlen der Laufschuhe erzeugten auf dem asphaltierten Teil des Weges ein monotones Trappeln. Sie ver uchte ihre schlechte Kondition. Ihre Lunge stand kurz vor dem Bersten, dennoch hatte sie nicht vor, aufzugeben.

Nicht so kurz vor dem Ziel.

Ihr Atem ging stoßweise. Er bildete winzige Wölkchen vor ihrem geröteten Gesicht. Die Luft war eiskalt und glasklar. Vor einigen Minuten war die Sonne durch die dicken Äste der Zweige gedrungen und zauberte ein warmes Licht in den verlassenen Winterwald.

Gleich war die Joggingrunde überstanden. Erschöpft würde sie mit weichen Knien in die Polster ihres Autos sinken, da

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