text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Blutsammler Thriller von Chance, Alex (eBook)

  • Verlag: dotbooks GmbH
eBook (ePUB)

4,99 €1

0,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Blutsammler

Er will sie leiden sehen ... doch was ist sein Motiv? Der abgründige Thriller "Blutsammler" von Alex Chance jetzt als eBook bei dotbooks. Tief verwurzelte Ängste, Traumata und die Abgründe der menschlichen Psyche - das ist Karen Wileys Tagesgeschäft. Als erfahrene Psychotherapeutin versteht sie es, stets die Distanz zu wahren, die für diese Arbeit so wichtig ist. Doch nun gerät sie plötzlich selbst in eine nervenzerreißende Situation: Sie bekommt verstörende Briefe, die in Zusammenhang mit der Entführung eines kleinen Mädchens stehen könnten. Doch Karen hat keinerlei Verbindung zu der kleinen Katy, die Polizei glaubt ihr daher nicht. Bis der geheimnisvolle Absender ihr etwas noch Grauenerregenderes schickt - eine abgehackte Hand ... Ist er ihr vielleicht näher, als sie denkt? Jetzt als eBook kaufen und genießen: "Blutsammler" von Alex Chance - dieser fesselnde Thriller wird Ihnen nachts den Schlaf rauben! Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag. Alex Chance wurde 1979 in den Vereinigten Staaten in Cleveland geboren. Er studierte in Nottinghamshire und am Goldsmiths College in London. Heute lebt er im Westen Londons.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 527
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783961488681
    Verlag: dotbooks GmbH
    Größe: 901 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Blutsammler

Kapitel 3

Der Anregung aus seiner Therapie folgend nahm Jon Peterson sich vier Tage frei, belud den Jeep und machte sich auf den Weg in die Wüste.

Er jagte Dämonen. Er erwartete nicht wirklich, welche zu finden, aber er musste zugeben, dass entweder er ein Genie war oder die Therapie erstklassig, denn die Fortschritte, die er machte, waren bemerkenswert. Allerdings schien dieses Orakel, das ihn therapierte, sich sein endgültiges Urteil noch vorzubehalten.

Jons Beschäftigung mit dem großen Projekt, das er sich vorgenommen hatte, war ein wenig schal geworden. Teile des Puzzles rückten an die richtige Stelle, aber er hatte keine echten Schritte unternommen. Daheim mussten alle Spiegel im Haus vorsichtig in Plastik eingehüllt sein, um zu verhindern, dass anklagende Augen ihn anstarrten, ihn fragten, warum es so lange dauere, warum sie nicht heute loszogen und endlich den Ball ins Rollen brachten - ein nutzloser Idiot sei er. Das Haus selbst, makellos sauber wie immer, hatte einen deutlich üblen Geruch entwickelt. Er musste nach jeder Nacht die Bettlaken wechseln und war dazu übergegangen, jedes Mal, nachdem er einen alten Teller benutzt hatte, einen billigen neuen zu kaufen. Der Postbote hatte das Fass zum Überlaufen gebracht, als er es fertigbrachte, eine Probe mit flüssigem Weichspüler aufplatzen zu lassen, weil er sie mit Gewalt durch den Briefschlitz gequetscht hatte. Auf der Matte war die Flüssigkeit aus der bunten Pappschachtel gesickert, als hätte ihm jemand außerirdisches Sperma geschickt. Der Geruch, irgendeine chemische Frische, hätte für Jon Peterson ebenso gut von madenzerfressenen Kaninchenhirnen kommen können, so unfassbar unpassend war er in seinem sorgsam kontrollierten Lebensraum.

Weiter, blauer Himmel nach einer kurzen Fahrt vom Haus aus. Die Natur hatte ihre Bühne vor ihm ausgebreitet, mit einer Schönheit, so gewaltig, dass sie immun war gegen Weichspüler und Fernsehreklame, Straßenwahn und Kreditkarten. Jon liebte die Wüste, die Freiheit, die Hitze, den groben Sand, die Beinahestille, und er liebte die Abwechslung in den Landschaften. Wenn er den Blick allmählich über die zunehmende Veränderung von Licht und Farbe in die Ferne schweifen ließ, konnte er seinen Geist in die Weite ausdehnen, und schließlich wurden der purpurne und der gelbe Horizont des Morgens so vertraut und eigen wie daheim der Bereich zwischen seinem Sofa und der Wohnzimmerwand. Die Augen sprühten ihm im Kopf von einem neuen Gefühl des Möglichen.

Jon stand oben auf einem Ausguck in einem Nationalpark, mehr als fünfhundert Meilen ausgewiesener Ödnis weit im Staate Utah, etwa zweihundert oder mehr Meilen südwestlich der Hauptstadt des Bundesstaats. Er sah zu, wie die Sonne über großen, roten Sandsteinrippen aufstieg.

Jon war hierhergekommen, um seinen Tag zu beginnen, weil es schön war, einen Blick auf die gesamte Landschaft zu werfen, bevor er seinen Geländewagen in den Sand trieb und sich in die eigentliche Wildnis aufmachte. Schließlich war dies eine Art Landkarte im Maßstab 1:1 und Vollrelief unter seinen Füßen ausgebreitet, die ihm viel mehr offenbaren konnte als jedes Faltblatt der Parkaufseher. Er verließ sich im Wesentlichen auf seinen Instinkt, der ihn zu den Dämonen führen sollte, aber Jon wusste auch, dass kein noch so großer Respekt vor der rauen Wirklichkeit der Wüste ihm allzu viel nutzen würde, wenn sein Wagen in einem dieser wasserlosen Canyons liegen blieb. Infolgedessen waren diese kleinen, spirituellen Rituale, die Sonnenaufgangsmeditationen für ihn so entscheidend wichtig geworden wie die Kühltasche voller Gatorade und Eis auf der Rückbank des Jeeps.

Jon hörte etwas im Hintergrund. Er trat bedächtig aus seiner Meditation heraus, wie ein Autofahrer, der sich den Kurven anpasst, oder ein Schlangenmensch am Ende einer Show. Wieder ganz zurück in der körperlichen Welt, legte er den Kopf leicht schräg, als wolle er den Laut auf diese Weise besser auffange

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen