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Blutschuld - Inspector Rebus 6 Kriminalroman von Rankin, Ian (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.11.2014
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Blutschuld - Inspector Rebus 6

Während oben in Edinburgh das Fringe-Festival tobt, wird in den labyrinthischen Gewölben von Mary King's Close ein Mann mit sechs Kugeln ermordet. Ein in Terroristenmanier verübter Mord, was Inspector Rebus intuitiv aber für die falsche Erklärung hält. Unter Hochdruck fahndet er nach dem Täter, um dessen Leben zu retten - denn der Ermordete ist der Sohn von Unterweltboss 'Big Ger' Cafferty. Und 'Big Ger' hat bereits blutige Rache geschworen ...

Ian Rankin, geboren 1960, ist Großbritanniens führender Krimiautor, seine Romane sind aus den internationalen Bestsellerlisten nicht mehr wegzudenken. Ian Rankin wurde unter anderem mit dem Gold Dagger für 'Das Souvenir des Mörders', dem Edgar Allan Poe Award für 'Tore der Finsternis' und dem Deutschen Krimipreis für 'Die Kinder des Todes' ausgezeichnet. 'So soll er sterben' und 'Im Namen der Toten' erhielten jeweils als bester Spannungsroman des Jahres den renommierten British Book Award. Für seine Verdienste um die Literatur wurde Ian Rankin mit dem 'Order of the British Empire' ausgezeichnet.
Mit 'Ein Rest von Schuld' hatte Ian Rankin seinen Ermittler John Rebus nach 17 Fällen in den Ruhestand geschickt und ließ Inspector Malcolm Fox die Bühne betreten. Doch mit 'Mädchengrab' kehrte Rebus wieder zurück.
Ian Rankin lebt mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen in Edinburgh.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 27.11.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641113957
    Verlag: Goldmann
    Serie: Inspector Rebus Bd.6
    Originaltitel: Mortal Causes
    Größe: 620 kBytes
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Blutschuld - Inspector Rebus 6

1

Es war wahrscheinlich die schlimmste Samstagnacht des Jahres, ein Grund, warum Inspector John Rebus die Schicht übernommen hatte. Gott war in seinem Himmel und hielt sich fein raus. Am Nachmittag hatte es ein Lokalderby gegeben, Hibs gegen Hearts im Stadion an der Easter Road. Auf dem Weg zurück ins West End und weiter hatten Fans im Stadtzentrum Zwischenstation gemacht, um sich voll laufen zu lassen und ein paar optische und akustische Eindrücke des Festivals mitzunehmen.

Das Edinburgh Festival war Rebus' Albtraum. Jahrelang hatte er dagegen angekämpft, hatte versucht, ihm zu entgehen, hatte es verflucht, war in seinen Sog geraten. Es gab Leute, die meinten, das Festival sei irgendwie untypisch für Edinburgh, eine Stadt, die den größten Teil des Jahres verschlafen, bieder, maßvoll wirkte. Doch das stimmte nicht: In Edinburghs Geschichte gab es genügend Ausschweifungen und Rebellionen. Aber das Festival, und besonders dessen alternative Parallelveranstaltung, der "Festival Fringe", war anders. Beide lebten vom Tourismus, und wo es Touristen gab, gab's Ärger. Taschendiebe und Einbrecher strömten in die Stadt wie zu einem Kongress, während all die Fußballfans, die normalerweise einen großen Bogen um die Stadtmitte machten, plötzlich zu deren erklärten Liebhabern wurden und den fremden Eindringlingen, die an den Tischen kurzlebiger Straßencafés entlang der High Street saßen, herausfordernde Blicke und Bemerkungen zuwarfen.

Heute Nacht konnte es durchaus zum großen Knall kommen.

"Da draußen ist die Hölle los", hatte ein Constable schon gemeint, als er zu einer Pause in die Kantine gekommen war. Rebus glaubte ihm das aufs Wort. Die Zellen füllten sich ebenso stetig wie die Eingangskörbe des CID. Eine Frau hatte die Finger ihres betrunkenen Ehemanns durch den Fleischwolf gedreht. Irgendjemand versiegelte die Ausgabeklappen von Geldautomaten mit Sekundenkleber und meißelte sie später wieder auf, um die angesammelten Geldscheine herauszuholen. In der Gegend der Princes Street waren mehrere Handtaschen gestohlen worden. Und die Dosen-Gang war wieder unterwegs.

Die Dosen-Gang hatte eine simple Strategie. Ihre Mitglieder blieben an Bushaltestellen stehen und boten einem der Wartenden einen Schluck aus ihrer Dose an. Sie waren einschüchternde Gestalten, und das Opfer nahm das Angebotene an, ohne zu wissen, dass das Bier oder die Cola zerstoßene Mogadon-Tabletten oder einen anderen ähnlich schnell wirkenden Tranquilizer enthielt. Sobald das Opfer umkippte, nahm ihm die Gang Geld und Wertsachen ab. Man wachte mit einem matschigen Kopf oder, im schlimmsten Fall, mit ausgepumptem Magen wieder auf. Und auf alle Fälle mit leeren Taschen.

Mittlerweile war eine weitere telefonische Bombendrohung eingegangen, diesmal nicht bei Lowland Radio, sondern bei der Zeitung. Rebus war zur Redaktion gefahren, um die Aussage des Journalisten aufzunehmen, der mit dem anonymen Anrufer gesprochen hatte. Der Raum glich einem Irrenhaus voll von Festival- und Fringe-Kritikern, die an ihren Rezensionen schrieben. Der Journalist hatte von seinen Notizen abgelesen.

"Er sagte bloß, wenn wir das Festival nicht abbliesen, würden wir es bereuen."

"Klang er so, als ob er es ernst meinte?"

"O ja, absolut."

"Und er hatte einen irischen Akzent?"

"Klang so."

"Nicht nur nachgemacht?"

Der Reporter zuckte die Achseln. Er hatte es eilig, seine Story zu schreiben, also ließ Rebus ihn laufen. Das war der dritte Anruf im Lauf dieser Woche, jedes Mal mit der Drohung, das Festival mit einer Bombe oder sonst wie zum Platzen zu bringen. Die Polizei nahm die Drohungen ernst. Wie hätte sie es sich auch leisten können, das nicht zu tun? Bislang hatten sich die Touristen nicht abschrecken lassen, dennoch legte man den Veranstaltern dringend nahe, vor den Auftritten Sicherheitskontrollen durchzuführen.

Wieder in St. Leonard's erstattete Rebus sein

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