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Blutverrat Victor 8 - Thriller von Wood, Tom (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.08.2019
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Blutverrat

- "Ein Wahnsinns-Thriller mit sagenhafter Energie!" Gregg Hurwitz (Autor des Bestsellers "Orphan X") Sie sind Schwestern, und sie bekämpfen einander mit allen Mitteln. Denn beide wollen sich das Imperium ihres verstorbenen Vaters sichern, eines Drogenbosses in Guatemala City. Der blutige Streit dauert bereits Jahre, und die amerikanische Drug Enforcement Administration versucht von heimischem Territorium aus vergebens, den Drogenkrieg zu beenden. Die Fehde fordert immer neue Todesopfer, zudem hat sich nun eine der Schwestern eine ganz besondere Waffe in diesem Kampf gesichert: Victor. Während Verrat und Intrigen innerhalb der Familie immer weitere Kreise ziehen, gerät Victor ins Zentrum eines Sturms, den er nicht stoppen kann. Tom Wood, der eigentlich Tom Hinshelwood heißt, ist freischaffender Bildeditor und Drehbuchautor. Er wurde in Staffordshire, England, geboren und lebt mittlerweile in London. Sein Debütroman "Codename Tesseract" sowie auch die nachfolgenden Thriller um den brillanten Profikiller Victor wurden von Kritik wie Lesern begeistert gefeiert.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 480
    Erscheinungsdatum: 19.08.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641214616
    Verlag: Goldmann
    Serie: Victor 8
    Originaltitel: Kill For Me
    Größe: 1756 kBytes
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Blutverrat

Kapitel 1

Im Halbkreis schmiegte sich der weiße Sandstrand um die Bucht. Dunkle Wellen schwappten ans Ufer, wo verwilderte Hunde nach verwertbaren Hinterlassenschaften irgendwelcher Rucksacktouristen suchten. Am hinteren Ende des Strands rannten zwei Wildpferde hin und her. Es wirkte wie eine Art Ritual, dessen Sinn Victor nicht einmal ansatzweise erfasste.

Der Verkäufer, den er hier treffen sollte, nannte sich Jairo. Er war ziemlich alt und braun gebrannt, nicht groß, aber dafür sehr stark behaart. Sein buschiger weißer Bart reichte bis hinauf zu den Wangenknochen. Das weit geöffnete Hemd gab den Blick auf sein dichtes, nahezu farbloses Brusthaar frei. Goldene Halsketten blitzten unter dem lockigen Bewuchs. Seine Augenbrauen waren noch nicht ergraut, sondern schwarz und berührten sich fast in der Mitte. Er roch nach Rum oder nach dem einheimischen Aguardiente - Victor war noch nicht lange genug in Guatemala, um den Unterschied nur am Geruch zu erkennen.

Die Sonne schickte ihre letzten Strahlen über den Horizont, aber die drückende Hitze des Tages blieb unverändert. Der Ostwind, der irgendwie warm und kühlend zugleich über das Karibische Meer wehte, sorgte dafür, dass Victors leichte, locker sitzende Kleidung sich eng an seine Haut schmiegte.

Jairo stammte von jenseits der Grenze, aus Honduras, und war gekleidet wie ein Landstreicher. Sein Hemd war voller Fettflecken - offensichtlich hatte er sich seit Tagen regelmäßig mit Essen bekleckert. Die fadenscheinige, kurze Jeans reichte ihm bis zu den Knien, und die Beine, die daraus hervorragten, wirkten schmal und schwächlich. Seine Füße steckten in Gummisandalen, sodass die rissige Haut an seinen Fersen deutlich zu sehen war. Die Tätowierungen auf seinen sonnenverbrannten Unterarmen waren so alt und verblasst, dass Victor nicht erkennen konnte, was sie darstellen sollten.

Dieser Mann war kein international tätiger Waffenhändler. Er war kein Vladimir Kasakov, ja nicht einmal ein Georg. Er war nur ein kleiner Schmuggler im Besitz eines sehr wertvollen Gewehrs. Wie diese Waffe in seine Hände gelangt war, darüber hatte Georg Victor keine Auskunft gegeben, und auch Jairo hatte sich nicht dazu geäußert. Er hatte sie Victor nicht einmal zeigen wollen, ohne sich vorher zu vergewissern, dass dieser das Geld mitgebracht hatte.

"Zuerst will ich wissen, ob das Gewehr in einem guten Zustand ist", hatte Victor gesagt. "Und dann bekommst du das Geld zu sehen."

Jairo schüttelte den Kopf. "So läuft das nicht."

Sie unterhielten sich auf Englisch, weil Victor nicht preisgeben wollte, dass sein Spanisch ebenso gut war wie Jairos. Sogar besser.

"Es läuft genau so, wie ich es sage, oder wir blasen die ganze Sache ab."

Jairo blieb stumm. Er warf einen Blick zu den Wildpferden hinüber.

"Vergiss nicht, dass du das Gewehr unbedingt loswerden willst. Ich kann jederzeit wieder gehen und mein Geld mitnehmen, aber du? Du stehst dann mit einer Waffe da, mit der du nichts anfangen kannst."

Jairo überlegte. Er blinzelte zwar kaum, rieb aber mit dem Daumen der einen Hand immer wieder über die andere Handfläche. Dann meinte er achselzuckend: "Meinetwegen, schau sie dir an."

Er war die ganze Zeit über nervös, war ständig in Bewegung, voller Unruhe. Wenn er nicht von einem Bein auf das andere trat, rieb er die Handflächen aneinander. Wenn er nicht gerade die Schultern rollte, kratzte er sich im Nacken. Victor registrierte jedes einzelne verräterische Zeichen und benahm sich so, als hätte er keines davon bemerkt, als würde er nichts verstehen. Er wollte Zeit gewinnen. Er wollte sich ein Bild verschaffen.

Die Accuracy International AX -50 war ein massives, hoch entwickeltes Präzisionsgewehr, ein Meisterwerk der Waffentechnik. Sie wurde in einem Koffer aus extra gehärtetem, für militärische Zwecke entwickeltem Kunststoff geliefert, der groß genug war, um darin eine

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