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Bonfire - Sie gehörte nie dazu Thriller von Ritter, Krysten (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.08.2018
  • Verlag: Diana Verlag
eBook (ePUB)
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Bonfire - Sie gehörte nie dazu

Die schrecklichen Ereignisse ihrer Jugend haben Abby Williams zehn Jahre lang verfolgt. Als Anwältin muss sie nun noch einmal in ihre Heimat zurückkehren, um in einem Umweltskandal zu ermitteln. Kaum hat Abby die Provinzstadt in Indiana betreten, wird sie von der Clique empfangen, die sie damals tyrannisiert hat. Der Einfluss der drei Frauen scheint mit den Jahren noch größer geworden zu sein. Aber Abby lässt sich heute nicht mehr einschüchtern. Bald erkennt sie, dass das verstörende Ritual der Clique namens Das Spiel noch immer existiert. Laufen die Fäden tatsächlich in einem Netzwerk der Grausamkeit und Korruption zusammen? Und wird Abby ihre Angst überwinden, um dem perfiden Spiel ein Ende zu setzen?

Krysten Ritter, geboren 1981, ist eine Hollywood- und Serienschauspielerin, die man u. a. aus den Erfolgsserien "Breaking Bad", "Marvel's Jessica Jones", "Apartment 23" sowie den Filmen "Shopaholic" und "27 Dresses" kennt. Sie ist eine schillernde Persönlichkeit: Sie spielt ausgefallene Rollen, ist feministische Produzentin, singt in einer Indie-Rockband, sieht aus wie Schneewittchen und hat mit "Bonfire" einen bemerkenswerten Thriller geschrieben hat.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 368
    Erscheinungsdatum: 13.08.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641224400
    Verlag: Diana Verlag
    Originaltitel: Bonfire
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Bonfire - Sie gehörte nie dazu

1

Zwei Meilen hinter der Ausfahrt nach Barrens wird der State Highway 59 zur Plantation Road. Das alte Holzschild ist leicht zu übersehen, selbst in dieser farblosen Umgebung. Ich schaffe es jetzt schon seit Jahren, auf Fahrten von Chicago nach New York ohne Angst daran vorbeizufahren. Ich halte dann den Atem an, zähle bis fünf, atme aus - lasse Barrens hinter mir, ohne dass der Schatten der Vergangenheit aus dem Gebüsch kriecht und über mich herfällt.

Es ist ein Spiel, das ich als Kind gespielt habe. Wenn mir etwas Angst machte oder wenn ich im Dunkeln in den alten Schuppen im Garten gehen musste, habe ich den Atem angehalten. Und solange ich das tat, konnte mir niemand etwas anhaben, kein Axtmörder und kein Monster aus einem Horrorfilm. Ich hielt den Atem an und rannte so schnell ich konnte, bis ich mich im Haus in Sicherheit gebracht und die Tür hinter mir zugeschlagen hatte. Ich habe sogar Kaycee das Spiel beigebracht, als wir noch Kinder waren und uns noch nicht gehasst haben.

Es ist vielleicht etwas peinlich, aber ich mache das immer noch. Und das Verrückte ist, dass es funktioniert.

Meistens jedenfalls.

Allein, eingeschlossen auf der Toilette einer Tankstelle, schrubbe ich mir die Hände, bis die Haut rissig wird und Blut ins Waschbecken tropft. Es ist das dritte Mal, dass ich mir die Hände wasche, seit ich über die Grenze nach Indiana gefahren bin. In dem angelaufenen Spiegel über dem Becken sieht mein Gesicht bleich und angespannt aus. Die Erinnerungen, sie sind wieder da.

Das war keine gute Idee.

Ich öffne die Toilettentür und blinzle in die frühe Morgensonne, als ich in meinen Wagen steige.

An der Ausfahrt fahre ich an einem Hirschkadaver vorbei, über dem Fliegen summen. Der Kopf des Tiers ist noch erstaunlich intakt und sieht beinahe schön aus, das Maul zu einem letzten Seufzer geöffnet. Ich frage mich, ob der Hirsch von einem Auto angefahren oder von einer Kugel getroffen wurde. Normalerweise werden überfahrene Tiere ziemlich schnell fortgeschafft, in einen Räucherofen gehängt und zu Dörrfleisch verarbeitet. Mit siebzehn habe ich mal mit meinem alten Ford Echo einen Hirsch überfahren. Der war schneller weg, als ich abgeschleppt wurde. Aber diesen Hirsch hat aus irgendeinem Grund niemand angerührt.

Die Jagd ist eine beliebte Freizeitaktivität in Barrens - oder vielmehr die Freizeitaktivität schlechthin. Sie ist Teil der hiesigen Kultur - wenn man es denn so nennen kann. Die Jagdsaison beginnt offiziell erst im Winter, aber jedes Jahr schleichen Jugendliche schon im Herbst mit einem Sixpack, einem Scheinwerfer und dem Jagdgewehr ihres Vaters durch den Wald, um einen Bock zu schießen oder den Hirschkühen mit ihren Kälbern beim Äsen zuzusehen. Und nach ein paar Bieren feuern sie auf alles, was sich bewegt.

Mein Vater hat mich früher mit auf die Jagd genommen. Zur Festigung der Vater-Tochter-Bindung gehörte auch der regelmäßige Besuch beim Tierpräparator. Die Köpfe von Hirschen, Koyoten und Bären zieren als Trophäen die Wände meines Elternhauses. Die Fasane, die er aus der Luft holte, musste ich immer mit einem Fuß auf den Boden drücken, während er ihnen den Hals umdrehte. Ich erinnere mich noch gut daran, wie er sich aufgeregt hat, als ich bitterlich um den ersten Hirsch geweint habe, den ich ihn hatte schießen sehen, wie er mich gezwungen hat, meine Hand auf den noch warmen Körper zu legen und zuzusehen, wie das Blut aus der Schusswunde drang. "Der Tod ist schön", sagte er.

Meine Mutter war auch schön, bis der Knochenkrebs sein Werk verrichtete. Er fraß ihr das Haar vom Kopf und höhlte ihren Körper aus, bis er nur noch Haut und Knochen war. Als sie starb, sagte mein Vater zu mir, es sei ein Segen und wir sollten dankbar sein, dass der Herrgott sie zu sich genommen habe.

Ich biege von der Plantation Road auf die Route 205 ab, die irgendwann in die Main Street übergeht. Der Geruch von Kuhmist schlägt mir entge

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