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Bornholmer Schatten Kriminalroman von Peters, Katharina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.05.2020
  • Verlag: Aufbau-Verlag
eBook (ePUB)
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Bornholmer Schatten

Fluchtort Bornholm. Sara Pirohl galt als hoffnungsvolle Kommissarin, doch gleich ihr erster eigener Fall in Rostock ging schief. Ein Mädchen wurde ermordet, und der Hauptverdächtige beging in der Haft Selbstmord. Wenig später aber wurde eine zweite Leiche gefunden - auf die gleiche Art getötet. Weil sie sich ihre Ermittlungsfehler nicht verzeihen kann, zieht Sara sich nach Bornholm zurück. Bis Henrik, ein ehemaliger Kollege, vor ihrer Tür steht. Ein weiterer Mord ist passiert, und es gibt Hinweise, dass der Täter eine Verbindung zu Sarah hat. Dann wird die nächste tote Frau gefunden - ausgerechnet auf Bornholm. Ein atmosphärischer, packender Roman von der Bestsellerautorin der Romane 'Schiffsmord' und 'Todeswoge' Katharina Peters, Jahrgang 1960, schloss ein Studium in Germanistik und Kunstgeschichte ab. Sie ist passionierte Marathonläuferin, begeistert sich für japanische Kampfkunst und lebt am Rande von Berlin. An die Ostsee fährt sie, um zu recherchieren, zu schreiben – und gelegentlich auch zu entspannen. Aus der Rügen-Serie mit Romy Beccare sind "Hafenmord", "Dünenmord", "Klippenmord", "Bernsteinmord", "Leuchtturmmord", "Deichmord", "Strandmord" und "Fischermord" lieferbar. Mit der Kriminalpsychologin Hannah Jakob als Hauptfigur sind "Herztod", "Wachkoma", "Vergeltung", "Abrechnung", "Toteneis" und "Abgrund" lieferbar. Aus der Ostsee-Serie sind "Todesstrand", "Todeshaff", "Todeswoge" und "Todesklippe" lieferbar.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 368
    Erscheinungsdatum: 20.05.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841219497
    Verlag: Aufbau-Verlag
    Größe: 2255 kBytes
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Bornholmer Schatten

1

Der Hafen von Rønne tauchte schemenhaft im Novembernebel auf. Sarah stand an Deck und beobachtete, wie die Silhouetten nur zögerlich an Schärfe gewannen, während die Fähre gemächlich die Hafeneinfahrt passierte. Auf den zahlreichen Ferienreisen, die sie als Kind und Jugendliche mit ihren Eltern nach Bornholm unternommen hatte, war dies stets der Augenblick gewesen, auf den sie bereits eine Stunde vor dem Eintreffen sehnsüchtig in die Ferne starrend an der Reling gewartet hatte - bis sie endlich zu sehen waren: die roten Dächer der eng aneinandergeschmiegten Häuser, im Hintergrund die Kirchturmspitze, das Hafengelände mit seinen Baustellen und Kränen, das Gewusel an der Hafenstraße, das Kreischen der Möwen unter knallblauem Himmel, häufig jedenfalls. Doch selbst wenn sie im strömenden Regen angekommen waren, ihre unbändige Vorfreude hatte das kaum erschüttern können.

Sarah hatte vergessen zu zählen, wie oft sie bereits auf der Insel gewesen war - meist im Sommer, manchmal auch im Frühjahr -, doch sie konnte sich noch gut an die ersten Radtouren erinnern, die ihre Eltern mit ihr unternommen hatten. Anfangs hatte sie als Kleinkind bequem im Anhänger gesessen, später war sie auf einem wunderbaren Liegerad meist vorneweg gefahren - immer an der Küste entlang, durch dichte Kiefernwälder oder oben im Norden am Rande der schroffen Klippen. Sie hatten auf Naturplätzen gecampt und abends der Brandung gelauscht, wunderbares Softeis gegessen - angeblich gab es auf Bornholm die größte Eisportion weltweit zu kaufen - und Hering, geräucherten Hering, bis der Bauch prall war. Ihre Mutter bezeichnete Bornholm immer als Ostseeperle mit südlichem Flair und wurde nicht müde, bei jedem Aufenthalt die Offenheit, selbstverständliche Gelassenheit und Bedächtigkeit der Inselbewohner hervorzuheben. Nirgendwo auf der Welt gab es ein Oldtimer-Rennen wie auf Bornholm, bei dem der Langsamste gewann. Großstadthektik war hier ein Fremdwort, eigentlich jegliche Hektik. Ihr Vater hatte von den Kämpfen und Streitereien der Dänen und Schweden um die Insel in vergangenen Jahrhunderten erzählt, und auf jeder Reise hatten sie der Burgruine Hammershus im Norden und den Bunkern der Kanonenbatterie aus dem Zweiten Weltkrieg im Wald von Dueodde einen Besuch abgestattet. Zweimal waren auch die Großeltern in den Ferien mit von der Partie gewesen, die mit ihrer Segelyacht von Stralsund nach Bornholm geschippert waren. Jahrelang hatte zu Hause in Potsdam in Sarahs Zimmer eine überdimensionale Wandkarte von der Insel gehangen, die sie nach jedem Aufenthalt mit Zeichnungen und Anmerkungen ergänzt hatte; als sie älter wurde, hatte sie fotografiert und kleine Videos gedreht.

Mit achtzehn war sie zum ersten Mal ohne ihre Eltern, dafür mit Schulfreunden auf die Insel gefahren. Sie hatten ein großes Haus am Balka-Strand im Südosten gemietet, um zu surfen, zu feiern, zu kiffen und Sex ohne Ende zu haben. Das war vor zehn Jahren, dachte Sarah, kurz nach dem Abitur. Zwei wunderbare unvergessliche Wochen, die den Abschluss der Schulzeit markierten und zugleich den Aufbruch in ein völlig neues Leben - Umzug nach Berlin, Studium, das sie nach einigen Semestern abgebrochen hatte, um die Kommissarinnenlaufbahn einzuschlagen, schließlich die Stelle in Rostock. Einige Jahre hatte sie ihre Sommerferien in Spanien, Frankreich, Irland verbracht, um dann schließlich doch wieder die alte Tradition aufleben zu lassen, insbesondere nachdem Freunde aus Berlin auf Bornholm ein neues Zuhause gefunden hatten.

Tobias und Lisa, einige Jahre älter als Sarah, hatten sich als Ärzte auf der Insel niedergelassen und lebten seit drei Jahren in Rønne. Sie waren nie ihre engsten und vertrautesten Freunde gewesen, Menschen, mit denen man sich ständig austauschte und jeden Kummer teilte, aber Sarah hatte den Eindruck, dass sie sich seit gefühlt einer Ewigkeit kannten und gerade im Notfall die richtigen Ansprechpartner waren

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