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BOY'S LIFE - Die Suche nach einem Mörder Roman von McCammon, Robert (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.03.2020
  • Verlag: Luzifer Verlag
eBook (ePUB)
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BOY'S LIFE - Die Suche nach einem Mörder

Es ist 1964 in dem kleinen idyllischen Städtchen Zephyr, wo die Bewohner entweder in der Papierfabrik am Tecumseh River oder in dem örtlichen Milchbetrieb arbeiten. Es ist ein einfaches Leben, aber doch voller Wunder für den zwölfjährigen Cory Mackenson.
Eines Morgens werden er und sein Vater Zeuge, wie ein Auto vor ihnen von der Straße abkommt und in einem See versinkt. Am Steuer aber befand sich ein nackter, geschundener Körper, mit Handschellen an das Lenkrad gefesselt. Mit der Zeit vergessen oder verdrängen die Bewohner des Ortes den seltsamen Vorfall, doch Cory und sein Vater wollen dem Geheimnis auf die Spur kommen. Ihre Suche führt sie in eine Welt, wo Unschuld und Bosheit aufeinanderprallen und Magie und Fantasie mit der Realität zu verschmelzen scheinen ...

Robert McCammon gilt als einer der prägendsten Autoren der Hochzeit der US-amerikanischen Horrorliteratur der 1980er Jahre. Nachdem sein Debütroman Baal die Verkaufsränge gestürmt hatte, avancierte McCammon zum Bestseller-Autor und wurde lange Zeit in einem Atemzug mit Stephen King genannt. Nach mehreren Ausflügen in die Welt des Horrors wollte sich McCammon jedoch auch in anderen Genres ausprobieren - eine folgenschwere Entscheidung, die zum Zerwürfnis mit seinem damaligen Verleger und einer zehnjährigen Schaffenspause McCammons führte. 2002 aber meldete er sich mit 'Matthew Corbett und die Hexe von Fount Royal' (Speaks the Nightbird) wieder zurück - einer auf neun Bände ausgelegten historischen Krimireihe, angesiedelt im 17. Jahrhundert der neugegründeten amerikanischen Kolonien. Robert McCammon lebt in Birmingham, Alabama.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 582
    Erscheinungsdatum: 31.03.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958354876
    Verlag: Luzifer Verlag
    Originaltitel: Boy's Life
    Größe: 916 kBytes
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BOY'S LIFE - Die Suche nach einem Mörder

Runter in die Dunkelheit

 

Ich steckte mir die grüne Feder in die Tasche. Von dort wanderte sie in eine White-Owl-Zigarrenschachtel in meinem Zimmer, in der auch meine Schlüsselsammlung und vertrocknete Insekten lagen. Ich klappte den Deckel der Schachtel runter, stellte sie in eine der sieben geheimen Schubladen und machte die Schublade zu.

Und dann vergaß ich sie.

Je länger ich überlegte, ob ich diese Gestalt am Waldrand tatsächlich gesehen hatte, desto sicherer war ich mir, dass ich sie mir nur eingebildet hatte. Meine Augen hatten es mit der Angst zu tun bekommen, als Dad neben dem Auto im See untergegangen war. Ich setzte mehrmals an, Dad davon zu erzählen, aber jedes Mal kam etwas dazwischen. Mom wurde fuchsteufelswild, als sie herausfand, dass Dad in den See gesprungen war. Sie schluchzte vor Wut, während sie ihn anschrie, und Dad musste sie auf einen Stuhl am Küchentisch ziehen und ihr in aller Ruhe erklären, warum er es getan hatte.

»Ein Mann saß hinter dem Steuer«, sagte Dad. »Ich wusste ja nicht, dass er schon tot war, ich dachte, er hatte sich den Kopf angeschlagen und war bewusstlos. Wenn ich da nur rumgestanden wäre - wie hätte ich dann später jemals wieder in den Spiegel schauen können, nachdem alles vorbei war?«

»Du hättest ertrinken können!«, schoss sie zurück, während ihr Tränen über die Wangen liefen. »Du hättest mit dem Kopf auf einem Stein landen und ertrinken können!«

»Ich bin nicht ertrunken. Ich bin nicht mit dem Kopf auf einem Stein gelandet. Ich habe getan, was ich tun musste.« Er reichte ihr eine Papierserviette und sie wischte sich damit die Augen ab.

Einen letzten Schuss vor den Bug hatte sie aber noch: »Der See ist voll mit Wassermokassinottern! Du hättest in ein ganzes Nest davon schwimmen können!«

»Bin ich aber nicht«, sagte er, und sie seufzte und schüttelte den Kopf, als lebte sie mit dem verrücktesten Idioten zusammen, der je das Licht der Welt erblickt hatte.

»Zieh dir besser die nassen Sachen aus«, sagte sie nach einer Weile zu ihm. Sie hatte ihre Stimme wieder unter Kontrolle. »Ich danke Gott, dass nicht auch noch deine Leiche unten auf dem Grund des Sees liegt.« Sie stand auf und half ihm, das durchweichte Hemd aufzuknöpfen. »Weißt du dann, wer's war?«

»Hab den noch nie gesehen.«

»Wer würde einem andern Menschen so was antun?«

»Das herauszufinden ist J.T.s Job.« Er pellte sich das Hemd vom Leib, und Mom nahm es mit zwei Fingern entgegen, als sei das Seewasser mit Lepra verseucht. »Ich muss auf die Wache gehen und das zu Protokoll geben. Rebecca, als ich diesem toten Mann ins Gesicht gesehen habe, ist mir fast das Herz stehengeblieben. So was hab ich noch nie gesehen, und ich hoffe bei allem, was mir heilig ist, dass ich so was auch nie wieder sehen werde.«

»Oh Gott«, sagte Mom. »Was, wenn du einen Herzinfarkt bekommen hättest? Wer hätte dich denn gerettet?«

Sich Sorgen zu machen lag in der Natur meiner Mutter. Sie machte sich über das Wetter Sorgen, über den Preis von Lebensmitteln, dass die Waschmaschine kaputtgehen könnte, darüber, wie die Papierfabrik im Adams Valley den Tecumseh River verschmutzte, wie teuer neue Kleidung war, und alles, was es sonst noch unter der Sonne gab. Für meine Mutter war die Welt wie eine unermesslich große Steppdecke, deren Nähte ständig aufgingen. Irgendwie waren ihre Befürchtungen wie eine Nadel, die diese gefährdeten Nähte stramm zog. Wenn sie sich den schlimmstmöglichen Ausgang einer Situation vorstellen konnte, schien sie eine Art Kontrolle darüber zu entwickeln. Wie gesagt, so war sie einfach. Mein Vater konnte, ohne groß nachzudenken, um Entscheidungen würfeln, aber meine Mutter quälte sich mit jeder Stunde. Ich nehme an, sie ergänzten sich; wie zwei Menschen, die sich lieben, es sollten.

Die Eltern meiner Mutter, Grand Austin und Nana Alice, lebten ungefähr zwölf Meilen weiter südlich am Rande der Robbins Air Fo

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