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Brennender Fluss Kriminalroman von Salvalaggio, Karin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.09.2015
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
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Brennender Fluss

Flathead Valley, Montana: Das nur spärlich besiedelte Tal wird von einer Hitzewelle heimgesucht. Ein Brandstifter bringt die Bewohner in große Gefahr, die Feuerwehr kämpft vergeblich gegen die Flammen an. Dann wird ein toter Soldat gefunden. Die Polizei bittet Detective Macy Greeley um Hilfe. Sie muss gegen das Schweigen der eingeschworenen Gemeinschaft ankommen, die Probleme lieber unter sich löst. Jeder weiß etwas, doch niemand spricht darüber. Zu allem Überfluss taucht auch noch Ray Davidson auf - zugleich Macys Chef und der Vater ihres kleinen Sohnes. Dann wird eine weitere Leiche gefunden. Bald ist nicht nur Macys Karriere, sondern auch ihr Leben in großer Gefahr ... Der spektakuläre neue Fall für Ermittlerin Macy Greeley. Karin Salvalaggio wurde in den USA geboren und ist in Alaska, Florida, Kalifornien und im Iran aufgewachsen. Seit zwanzig Jahren lebt und schreibt sie in London. Sie hat zwei Kinder und einen Schnauzer namens Seamus. Weitere Informationen finden Sie auf www.karinsalvalaggio.com

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 11.09.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843711616
    Verlag: Ullstein
    Größe: 3591 kBytes
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Brennender Fluss

Kapitel 1

Die Sonne kletterte über die Hügel und umriss die östlichen Hänge des breiten Tals. Granitblöcke, so groß wie Häuser, leuchteten gespenstisch weiß auf, und über den Kiefernwäldern stieg Dampf auf. Im Schatten schimmerte der Flathead River wie ein silbriges Band, schmal, wo er breit sein sollte, ein Rinnsal, wo sonst ein Strom war. Es war Ende Juli, und die Hitzewelle nahm einfach kein Ende. Ein ätzender Dunst verschleierte den weiten Himmel, und weiter oben im Tal stiegen die Rauchschwaden über dem jüngsten Waldbrand fast einhundert Meter hoch in die Luft.

Dylan Reed ritt auf seiner Fuchsstute in leichtem Trab den Uferweg hinauf. Bei jedem Ruckeln verzog er das Gesicht. Er hielt die Zügel mit einer Hand, mit der anderen massierte er sich den Oberschenkel. Vor sechs Monaten war er in Afghanistan bei einer Razzia verwundet worden. Er wusste, dass er Glück gehabt hatte. Um Haaresbreite wäre er in einer Kiste zurückgekommen. Er schob seinen Hut zurück und richtete den Blick auf die Böschung. Bis zu den Klippen am Nordufer des Darby Lake war es noch ein halbstündiger Ritt. Über sich hörte er das monotone Brummen einer zweistrahligen Maschine. Der See diente den Löschflugzeugen als Tankstelle. Sie zogen Schleifen über dem Tal, dann glitten sie über das Wasser, um ihre Tanks zu befüllen. Schon den ganzen Sommer waren sie ununterbrochen in der Luft. Dylan trieb seine Stute zu mehr Tempo an.

Die Route 93 lag noch in der stillen Kühle des Morgens, doch über ihm surrten die Hochspannungskabel. Er ritt auf die wuchtige Stahlbrücke zu, die den Flathead River überspannte. Die Hufe schlugen auf den Asphalt und schreckten die Stare auf, die in den Brückenbögen nisteten. Der Vogelschwarm erhob sich mit einem Rauschen, dann tauchte er zwischen den Metallstreben ab. Sie flogen tief über dem steinigen Flussufer, bevor sie weiter oben in einem Pappelhain verschwanden.

Ein rostiges, verbogenes Tor versperrte den Weg zu einem ehemaligen Aussichtspunkt. Seine Freunde John und Tyler wollten sich um sechs Uhr hier mit ihm treffen, doch von beiden gab es weit und breit keine Spur. Dylan führte sein Pferd in den Wald, um nach etwa zwanzig Metern auf den Weg zurückzukehren, dann folgte er den engen Serpentinen hinauf. Der Boden hatte tiefe Risse, und die trockenen goldenen Grasstellen erinnerten an Bartstoppeln. Weiter oben öffnete sich der Blick ins Tal. Noch lagen die flachen Hügel im Osten völlig im Schatten, doch Lichtsäulen zerschnitten den Nebel über dem Fluss. Durch die Bäume erkannte er das regelmäßige Straßennetz von Wilmington Creek. Ein Streifenwagen raste mit Blaulicht über die Route 93 . Er verschwand am südlichen Ende in Wilmington Creek.

Nach der letzten Serpentine ritt Dylan auf die offene Kuppe des Steilhangs hinaus und näherte sich der Kante, bis das stille dunkle Wasser des Darby Lake vor ihm lag. Der Weg endete in einem unbefestigten Wendekreis, der einst als Parkplatz des Aussichtspunkts gedient hatte. In den Bäumen flatterten zerfetzte Plastiktüten, zwischen den Zwergkiefern und Felsbrocken sahen die Bierdosen und Whiskeyflaschen wie Wildblumen aus. Vor Jahren war das Geländer abgestürzt, als ein Erdbrocken von der Größe eines Omnibusses in den See gerutscht war. Seitdem standen überall Warnschilder herum. Das ganze Gebiet wurde als unsicher eingestuft. Knapp zehn Meter vor dem Klippenrand stieg Dylan ab, um sein Bein auszuruhen. Es war vom Knie bis zur Hüfte taub, doch der Schmerz würde bald wiederkommen. Er kramte seinen Feldstecher aus der Satteltasche. Tiefe Risse taten sich im felsigen Grund zwischen ihm und dem Klippenrand auf. Er tastete sich vorsichtig über die nackte Erde vor. An manchen Stellen konnte er durch die Spalten den See sehen. Er beugte sich über den Abhang, und Geröll prasselte mehr als zwanzig Meter in die Tiefe, wo blanke Felsen wie riesige Würfel am Nordufer lagen. Er streifte sich den Riemen des Feldstechers über

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