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Bruder Cadfael und der Hochzeitsmord von Peters, Ellis (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.04.2019
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Bruder Cadfael und der Hochzeitsmord

Die Kult-Krimi-Serie endlich als eBook! In der Abtei von Shrewsbury soll die Hochzeit des mächtigen Edelmanns Huon de Domville mit der jungen Iveta de Massard gefeiert werden. Bruder Cadfael erkennt jedoch schnell, dass diese Verbindung rein politische Gründe hat und das Mädchen eigentlich einen anderen liebt - ausgerechnet einen Knappen ihres zukünftigen Gatten. Als de Domville ermordet wird, scheint der Täter schnell ausgemacht ... Bruder Cadfael aber ist von der Unschuld des Knappen überzeugt. Doch wird es ihm auch gelingen, das zu beweisen? Der Krimi ist in einer früheren Auflage bereits unter dem Titel 'Der Hochzeitsmord' erschienen. Über die Reihe: Morde und Mysterien im finstersten Mittelalter des 12. Jahrhunderts liefern den perfekten Hintergrund für die spannenden Abenteuer des Bruders Cadfael, eines ehemaligen Kreuzritters, der sich als Mönch in die Abtei St. Peter & Paul nahe Shrewsbury zurückgezogen hat. Doch ein ruhiges Leben als Kräutergärtner und Heilkundiger ist ihm nicht vergönnt: Immer wieder muss er seine detektivischen Fähigkeiten einsetzen, um Verbrechen in der Gemeinde aufzuklären. eBooks von beTHRILLED - mörderisch gute Unterhaltung! Ellis Peters ist das Pseudonym der 1913 geborenen englischen Autorin Edith Pargeter. Ihre Bruder-Cadfael-Reihe erschien in 15 Sprachen und mehr als 20 Ländern und wurde erfolgreich von der BBC verfilmt. Ihr Wissen als Apothekenhelferin war der Ausgangspunkt für den kräuterkundigen Bruder Cadfael. Ellis Peters starb im Oktober 1995.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 296
    Erscheinungsdatum: 29.04.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732569304
    Verlag: Bastei Lübbe AG
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Bruder Cadfael und der Hochzeitsmord

2

In prächtigen Gewändern erschienen Sir Godfrid Picard und seine Gemahlin zum Vespergottesdienst. Mit niedergeschlagenen Augen ging Iveta de Massard zwischen ihnen wie ein Lamm, das zum Opferaltar geführt wird. Eine ältliche Zofe mit einem harten Gesicht trug Lady Picards Gebetsbuch, und Sir Godfrid folgte ein Diener. Das Mädchen hatte die schönen Kleider abgelegt und war in einfache dunkle Farben gekleidet. Ein Schleier bedeckte ihr goldblondes Haar. Während des ganzen Gottesdienstes blieb sie blass und stumm, und nicht ein einziges Mal sah sie auf. Von seinem Platz bei den anderen Klosterbrüdern aus beobachtete Cadfael Iveta mit Neugier und Sympathie, und je länger er sie betrachtete, desto mehr wunderte er sich. Welches Verwandtschaftsverhältnis mochte zwischen ihr und jenem Kreuzritter bestehen, der seinerzeit eine Legende gewesen war, wenn auch die heutige Generation ihn vergessen zu haben schien? Wenn ein Mann vierzig Jahre in seinem Grab liegt, ist er wirklich tot.

Als die Mönche am Ende des Gottesdienstes in einer Reihe hintereinander die Kirche verließen, um im Refektorium das Nachtmahl einzunehmen, stand Iveta auf, trat mit gefalteten Händen an den Marienaltar, und kniete nieder. Es schien Cadfael, als habe Agnes Picard ihr folgen wollen, sei aber von ihrem Mann, der ihr eine Hand auf den Arm legte, zurückgehalten worden, denn eben kam Prior Robert Pennant auf sie zu. Er ließ es sich nie nehmen, Gäste, die wie er zum normannischen Adel gehörten, persönlich zu begrüßen, und seine hochgewachsene, weißhaarige Gestalt strahlte vornehme Würde aus, als er nun vermutlich eine höfliche Einladung aussprach, die man nicht würde ablehnen können. Die Lady warf ihrer Nichte, die tief ins Gebet versunken war, einen scharfen, prüfenden Blick zu, bevor sie der Einladung des Priors folgte und zwischen ihm und ihrem Mann die Kirche verließ.

Cadfael aß in aller Eile. Die unschönen Ereignisse, deren Zeuge er geworden war und gegen die all seine Kräuter nichts ausrichten konnten, beschäftigten ihn immer noch. Nur gut, dass - dank Bruder Oswins Eifer - eine Arbeit auf ihn wartete, die seine volle Aufmerksamkeit erforderte.

Iveta erhob sich erst, als es einige Minuten lang still um sie und die höfliche, zuvorkommende Stimme des Priors verklungen war. Sie schlich zum Südportal der Kirche und spähte vorsichtig hinaus. Robert hatte seine Gäste in den Klosterhof geführt, um ihnen die letzten Blüten der sorgfältig gepflegten Rosen zu zeigen. Sie kehrten ihr den Rücken zu, und der westliche Wandelgang des Klosters lag offen vor ihr. Iveta raffte ihre Röcke, nahm ihren ganzen Mut zusammen und lief wie eine verschreckte Maus hinaus in den großen Hof, wo sie kurz stehen blieb und sich verzweifelt umsah. Nur sie selbst wusste, wie viel Tapferkeit und wie wenig Hoffnung sie besaß.

Sie war zum ersten Mal in diesem Kloster und mit den Örtlichkeiten nicht vertraut, aber zwischen dem Gästehaus und dem Haus des Abtes sah sie zwei grüne Hecken, die einen schmalen Pfad begrenzten, und dahinter die Wipfel einiger Bäume. Dort mussten die Klostergärten sein, in denen um diese Zeit gewiss niemand mehr war. Irgendwo dort, hatte er gesagt, werde er auf sie warten, und als sie an ihm vorbeigeritten war, hatte sie ihm das verabredete Zeichen gegeben, mit dem sie ihm bedeutete, dass sie kommen werde. Warum hatte sie das getan? Es konnte ja nur ein Abschied sein. Dennoch eilte sie weiter, mit jenem verzweifelten Mut, den sie lieber schon lange zuvor, als es noch nicht zu spät war, hätte aufbringen sollen. Das feierliche Verlöbnis war bekanntgegeben - ein Vertrag, der fast so bindend war wie die Hochzeit selbst. Es war weit einfacher, sich aus dem Leben zu stehlen als aus einer solchen Abmachung.

Die dicken grünen Wände umschlossen sie und verstärkten das Zwielicht der Abenddämmerung. Sie atmete tief durch und ging langsamer. Wohin sollte sie sich wenden? Der Weg zur Rechten führte zwischen der

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