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Brummschädel Ein Fall für Exkommissar Max Raintaler von Gerwien, Michael (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.07.2015
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (ePUB)
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Brummschädel

Ein Geschäftsmann erwacht morgens neben seinem Bett im Hotelzimmer. Er hat keinerlei Erinnerung mehr an die Ereignisse der letzten Nacht und sein Kollege, mit dem er letzte Nacht noch in der Hotelbar gesessen hat, ist spurlos verschwunden. Parallel dazu wird der Münchner Exkommissar und jetzige Privatdetektiv Max Raintaler zu einem Tatort am Isarufer gerufen. Nördlich der Museumsinsel liegen mitten in der Stadt die Leichen zweier junger Russinnen. Besteht ein Zusammenhang zwischen den beiden Ereignissen?

Michael Gerwien lebt in München. Er arbeitet dort als Autor von Krimis, Thrillern, Kurzgeschichten und Romanen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 307
    Erscheinungsdatum: 01.07.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839247761
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Größe: 2597kBytes
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Brummschädel

1. Kapitel

"Scheiße, Thomas. Ich bin alt." Gernot Stehburg stellte sein Glas auf dem Tresen der halb vollen Bar im Hotel Schwarzer Adler ab. Er wischte sich mit dem Handrücken den Schaum vom üppigen grauen Schnauzbart.

"Blödsinn. Man ist immer nur so alt, wie man sich fühlt." Thomas Franke, Gernots kurzhaariger blonder Kollege bei der EasyMoney GmbH, einer erfolgreichen Münchner Anlageberatungsfirma, schüttelte entschieden den Kopf.

Big Boss Josef Schüttner hatte sie alle beide bereits zum vierten Mal von der Dortmunder Filiale hierher in den Münchner Hauptsitz beordert. Drei Tage lang, bis Freitagabend. Zum Gedankenaustausch der Führungskräfte. Think big - think positive nannte sich das Ganze. Für die beiden Nordrhein-Westfalen war der Aufenthalt eine willkommene Abwechslung zum Alltag in ihrer Heimat. Großzügige Spesen und das modern eingerichtete Vier-Sterne-Hotel in der Stadtmitte inbegriffen. Gott sei Dank dauerten die Meetings in der Firma nie lange und sie hatten danach genügend Zeit, die Annehmlichkeiten, die München bot, mitzunehmen. So auch heute, an diesem heißen Mittwoch, dem 13. September. Bereits seit 16 Uhr genossen sie hier in der schicken Hotelbar ihren Feierabend bei ein paar kühlen Bierchen.

"Sag ich doch. Gefühlt bin ich sogar uralt."

"Du bist gerade mal 58. Da ist man nicht uralt." Thomas gab dem schlaksigen schwarzhaarigen Barkeeper Handzeichen für zwei weitere große Pils. Sieben davon hatten sie in den letzten zwei Stunden bereits getrunken.

"Du hast doch keine Ahnung, Jungspund." Gernot grinste schief. Kleine Schweißperlen hatten sich auf seiner Stirn angesiedelt. Die Spätsommerhitze machte ihm schon den ganzen Tag lang zu schaffen. Vor allem weil er übers letzte Jahr locker sieben Kilo zugenommen hatte. Der dunkelblaue Geschäftsanzug, den er anhatte, war ihm dementsprechend zu eng und eindeutig zu warm. Mit geübtem Griff lockerte er seine rot-weiß gestreifte Krawatte.

"Jungspund? Mit 54? Wenn du meinst. Warum nicht. Bin ich eben ein Jungspund. Aber wenn ich mit meinen gerade mal vier Jahren weniger, als du sie auf dem Buckel hast, einer bin, bist du auch einer." Thomas, der letztes Jahr beim Dortmunder Stadtmarathon den sehr ehrenwerten 40. Platz von über 3.000 Teilnehmern belegt hatte, blickte Gernot geradewegs in die Augen.

"Nichts da. Ich bin alt und dabei bleibt es." Gernot schlug mit der flachen Hand auf das blank polierte dunkle Holz vor ihnen. "Du bist jung geblieben, weil du so viel Sport machst. Ich gehe doch höchstens mal im Stadtpark spazieren, wenn's hoch kommt."

"Und was ist mit Tennis und Surfen? Ist das etwa nichts?"

"Mach ich inzwischen doch viel zu selten."

"Ist irgendwas mit Magda?"

"Warum? Was sollte mit ihr sein?" Gernot zog verwundert die buschigen Brauen nach oben.

"Immer wenn du Streit mit ihr hast, kommst du mit deinen seltsamen Theorien daher." Thomas nickte dem Barkeeper dankbar zu, der gerade die zwei frisch gezapften Bier und ein Schälchen mit Nüssen und Salzgebäck vor sie hinstellte.

"Was bitte ist seltsam an der realistischen Erkenntnis, dass man die besten Jahre hinter sich gelassen hat?" Gernot schüttelte genervt den Kopf.

Er mochte Thomas, der genau wie er verheiratet war. Nur glücklicher, wie es schien. Halt. Stimmte nicht ganz. Es konnte ebenso gut nicht so sein. Thomas ließ sich nie sehr ausführlich über sein Privatleben aus. Aber wie auch immer, sie sprachen gelegentlich dennoch über persönliche Dinge. Die zwanghaft positiven Sichtweisen seines langjährigen Arbeitskollegen gingen Gernot dabei allerdings manchmal gehörig auf die Nerven. Anscheinend hatte Thomas ein Problem damit, der Wahrheit ins Gesicht zu sehen. Der Mensch wurde nun mal alt und die letzten Jahre seines Lebens waren sicherlich kein Vergnügen. Nur ein kompletter Narr würde das abstreiten.

"Lass uns liebe

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