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Bullet Schach Thriller von Bauhaus, Ben (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.06.2015
  • Verlag: LYX
eBook (ePUB)
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Bullet Schach

Eigentlich wollte sich der ehemalige Kommissar Johannes Thiebeck nach seiner Suspendierung ganz seiner Leidenschaft fürs Schachboxen hingeben. Doch dann wird er in eine Mordserie verstrickt, bei der es der Täter offenbar auf Thiebecks Freunde und Verwandte abgesehen hat. Thiebeck versucht, den Unbekannten zu finden und sein Motiv zu ergründen. Der Mörder eröffnet unterdessen die gefährlichste Partie Schach, die Thiebeck je gespielt hat - jede verlorene Figur bedeutet ein weiteres Opfer. Ben Bauhaus wurde 1973 in Berlin geboren und ist in Niedersachsen aufgewachsen. Nach einem Studium der Amerikanistik an der FU Berlin arbeitet Bauhaus derzeit als Game-Designer. Er wohnt mit seinen zwei Töchtern in Berlin- Zehlendorf.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 416
    Erscheinungsdatum: 05.06.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783802598524
    Verlag: LYX
    Größe: 1054 kBytes
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Bullet Schach

1

Während ich die wenigen Stufen zur Haustür hinaufstieg, konnte ich zwei Gestalten erkennen, die aus dem Hinterhof in die Tordurchfahrt und auf mich zu traten. Ihre Umrisse wurden von der gleißenden Sonne im Hof scharf gezeichnet, aber in ihren gesichtslosen Silhouetten konnte ich unschwer einen Mann und eine Frau erkennen. Ohne die beiden weiter zu beachten, steckte ich den Schlüssel ins Schloss.

Es war der Mann, der mich ansprach.

"Johannes Thiebeck?"

Diese Stimme erkannte ich sofort, und mit ärgerlich verzogenem Gesicht blaffte ich die Frau an: "Was soll der Scheiß, Jana?" Den Kerl ignorierte ich.

Trotzdem war er es, der weiter mit mir redete.

"Herr Thiebeck, Sie erinnern sich sicherlich an mich. Mein Name ist Kriminalhauptkommissar Mirko Densch von der Mordkommission. Meine Kollegin Frau Kleidermann kennen Sie ja. Wir müssten Ihnen ein paar Fragen stellen, Herr Thiebeck."

Ich schloss auf und trat in das kühle Treppenhaus. Bevor die Tür zuschwingen konnte, folgten mir die beiden Kommissare und gingen hinter mir die Treppe hinauf.

"Wäre es Ihnen lieber, wenn wir Sie mit aufs Präsidium nähmen?"

Ich drehte mich ruckartig um. Densch stand zwei Stufen tiefer und zuckte erschrocken zusammen. Nicht nur, dass ich ihn um fast zwanzig Zentimeter überragte und seine Körpermasse um knappe dreißig Kilo übertraf, jetzt stand ich auch noch höher als er und sah auf ihn herab. Er schluckte.

Ich ließ mir meine Befriedigung nicht anmerken und sagte grollend: "Lassen Sie das Theater, Densch. Ich nehme Sie mit hoch, biete Ihnen und Jana einen Kaffee an, oder Tee, falls Ihr Kreislauf kein Koffein verträgt, und gebe Ihnen fünf Minuten. Dann schmeiße ich Sie raus. Bis dahin verzichten wir auf den Klamauk, in Ordnung?"

Densch starrte mich an. Ich nickte, und wir gingen hoch. Gemeinsam, schweigend, hintereinander.

Oben betraten wir meine Wohnung. Mit einem Nicken deutete ich in Richtung der sonnendurchfluteten Küche, deren Tür weit offen stand. Ich folgte den beiden, und während sie sich auf zwei der Küchenstühle setzten, machte ich mich daran, den Kaffeeautomaten zu bestücken. Nacheinander holte ich drei große Kaffeetassen aus dem Regal und schüttete neue Bohnen in die Maschine.

"Wo waren Sie gestern zwischen zehn und zwölf Uhr abends, Herr Thiebeck?" Densch hatte offenbar nicht vor, den formellen Quatsch zu lassen.

Ich hatte keine Ahnung, warum die beiden hier waren, und noch weniger verstand ich, warum Jana nicht allein gekommen war. Sie hätte mir den Idioten vom Hals halten müssen, das wäre sie mir nach unserer gemeinsamen Zeit schuldig gewesen.

Ich betrachtete Densch, der am Tisch saß und die Hände gefaltet hatte, als würde er beten. Er hatte lockiges Haar, das bereits schütter zu werden drohte - anders als meine eigenen, immer noch dichten Haare, die ich halblang trug. Jana hatte mich öfter gedrängt, sie mir kurz schneiden zu lassen.

"Die werden langsam grau", hatte sie gesagt. "Das sähe toll aus, kurz. Jetzt siehst du aus wie ein Zuhälter aus Moa-
bit."

"Zuhälter ist gut. Das nehme ich", hatte ich damals geantwortet.

Das Mahlwerk des Automaten dröhnte. Ich schüttete Kekse aus einer Tüte auf einen Teller und reichte ihn Jana. Mit einem Lächeln strich sie sich die glatten, blonden Haare aus dem Gesicht und stellte den Teller auf den Tisch.

"Gebäck. Hätte ich Ihnen gar nicht zugetraut, Herr Thiebeck."

Ich ignorierte Denschs Spitze und starrte hinaus auf den betonierten Hinterhof, den jede Menge Risse durchzogen, als hätte ihn jemand aus großer Höhe in den Wedding geworfen. Mein Fenster wurde von dichten Kletterpflanzen umrahmt, die mit ihrem satten Grün einen Gegensatz zu der Betonwüste unten bildeten. Zusammen mit dem direkten Sonnenlicht machten sie die Küche zu einem der behaglichsten Plätze in einer ansonsten spartanisch eingerichteten Wohnung. Jana hatte es früher geliebt, hier zu si

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