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Cainsville - Zeit der Schatten Roman von Armstrong, Kelley (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.09.2017
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
9,99 €
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Cainsville - Zeit der Schatten

Es sind erst ein paar Wochen vergangen, seit Olivia Taylor-Jones in das schaurig-schöne Örtchen Cainsville gezogen ist, als sie prompt schon in ihren nächsten Fall verwickelt wird. In ihrem Auto findet sie die Leiche einer seit Längerem vermissten jungen Frau, die - zu Olivias Entsetzen - auch noch genauso aussieht wie sie selbst. Um den Mord aufzuklären, braucht Olivia nicht nur all ihre neu entdeckten Fähigkeiten, sondern auch die Hilfe des mysteriösen Anwalts Gabriel Walsh. Ein Mann, den sie eigentlich nie wiedersehen wollte .. Kelley Armstrong wurde in Sudbury, Kanada, geboren. Sie studierte Psychologie an der University of Western Ontario und Informatik am Fanshawe College. Weil sie schon als Kind schreiben wollte, wandte sie sich bereits während ihres Studiums der Schriftstellerei zu. Heute ist Kelley Armstrong eine erfolgreiche Autorin, deren magische Thriller New York Times-Bestseller sind. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern in Ontario, Kanada.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 560
    Erscheinungsdatum: 11.09.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641209582
    Verlag: Heyne
    Serie: Cainsville .2
    Originaltitel: Visions - Cainsville Book 2
    Größe: 1175 kBytes
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Cainsville - Zeit der Schatten

01

Die Mohnblumen waren kein gutes Zeichen. Ein Todesomen. Schlimmer konnte es nicht kommen.

Wir hatten sie nämlich gar nicht gepflanzt. Vor Jahren hatte ein Gärtner tatsächlich einmal vorgeschlagen, Mohnblumen zu pflanzen, aber meine Mutter war natürlich dagegen gewesen. "Aus Mohnblumen macht man Opium", hatte sie im Flüsterton des Grauens verkündet, als könnten ihre Freundinnen aus der gehobenen Gesellschaft zu dem Schluss kommen, dass wir in unserem Keller eine Opiumhöhle betrieben. Am liebsten hätte ich damals laut gelacht und ihr erklärt, dass man für Drogen eine andere Mohnart benötigt. Aber das hatte ich nicht getan. Mohnblumen in unserem Garten lehnte ich selbst aus tiefstem Herzen ab.

Ein alberner Aberglaube. So schien es jedenfalls. Aber wenn ich Omen und Zeichen sehe, dann haben sie auch etwas zu bedeuten.

Gerade einmal ein paar Wochen waren vergangen, seit ich das Haus meiner Familie verlassen hatte, geflohen war vor dem Medienwirbel, der ausbrach, als bekannt wurde, dass meine echten Eltern berüchtigte Serienmörder waren. Zwar arbeitete ich momentan daran, mir ein neues Leben aufzubauen, doch hatte ich heute beschlossen, einen Abstecher zu dem derzeit verlassenen Haus zu machen und mir ein paar Sachen zu holen. Ich warf meine vollgepackten Koffer in den geborgten Buick und ging hinaus in den Garten, um schnell noch eine Runde zu schwimmen. Später, ich fuhr mir auf dem Rückweg zur Vorderseite des Hauses gerade mit den Fingern durch das nasse Haar, fiel mir ein roter Farbtupfer im Steingarten auf.

Mohnblumen.

Ich bückte mich und rieb an der seidigen roten Blüte. Sie fühlte sich durchaus echt an. Schnell holte ich mein Telefon hervor, schoss ein Foto und kontrollierte das Ergebnis. Jepp, ich sah immer noch Mohnblumen. Was bedeutete, dass sie auch außerhalb meines Kopfes existierten. Immer ein gutes Zeichen.

Abgesehen davon, dass Mohnblumen ein schlechtes Zeichen waren.

Ich schüttelte den Gedanken schnell ab, bog um die Ecke und ...

Da saß jemand auf meinem Fahrersitz.

Blitzartig schaute ich mich zu den Mohnblumen um. Ein Mörder, der mir heimlich auflauerte? Vor drei Wochen hätte ich das als lächerlich empfunden. Das war, bevor ich die Wahrheit über meine Vergangenheit herausgefunden hatte.

Trotzdem konnte ich mir nicht vorstellen, dass ein Attentäter so gut sichtbar in meinem Wagen auf mich warten würde. Genauso wenig würde sich jemand auf das Grundstück schleichen, um einen fünfzehn Jahre alten Buick zu klauen, wenn doch in der Garage weiter hinten ein halbes Dutzend antiker Sportwagen stand.

Die derzeit wahrscheinlichste Erklärung? Es war ein Reporter, der sich etwas hatte einfallen lassen.

Ich ging langsam um den Wagen herum. Die Seitenscheibe auf der Fahrerseite hatte ich offen gelassen. Hinter dem Steuer saß eine Frau. Unter dem Wagendach lag ihr Gesicht tief im Schatten, und ich konnte lediglich eine Sonnenbrille und blondes Haar erkennen. Aschblond, wie mein eigenes. Sogar die Frisur sah aus wie meine - eher kurz mit strubbeligen Locken.

"Hey", sagte ich, als ich näher trat.

Die Frau reagierte nicht. Ich packte den Türgriff, riss die Tür auf und ...

Sie fiel heraus. Kippte einfach raus, während ich mit einem Aufschrei zurücksprang und noch im selben Moment dachte, dass ich mich lächerlich machte, dass irgendwo jemand lauerte und ein Foto von dem kindischen Streich schoss ...

Sie hatte keine Augen.

Die Frau hing aus dem Wagen heraus. Die Perücke war heruntergefallen, die Sonnenbrille ebenfalls, und darunter waren blutverkrustete Höhlen zum Vorschein gekommen.

Fassungslos taumelte ich rückwärts und schloss krampfhaft die eigenen Augen.

Ich halluzinierte. Das hatte ich schon zweimal erlebt, bei einem toten Mann und dann noch einmal bei einer Frau im Krankenhaus. Beide Male hatte ich weiter nichts gesehen als ein Trugbild, ein Omen, dessen Bede

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