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Cannon lässt die Puppen tanzen von Webster, Glenn P. (eBook)

  • Verlag: Uksak E-Books
eBook (ePUB)
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Cannon lässt die Puppen tanzen

Western von Glenn P. Webster Der Umfang dieses Buchs entspricht 131 Taschenbuchseiten. Lilian MacArthur flieht vor ihrem brutalen Ehemann Charles Franklin Cavanaugh und baut sich ein neues Leben auf. Da sie gut tanzen kann, scharrt sie andere junge Frauen um sich, mit denen sie gemeinsam auftritt. Doch dann zieht es sie ihn ihre alte Heimat zu der Ranch ihres Vaters. Während einer Rast fallen Schüsse ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 130
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783738929300
    Verlag: Uksak E-Books
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Cannon lässt die Puppen tanzen

1

Der Abend hatte sich über das Land am Arkansas River gesenkt. Das Blöken der zahllosen Rinder, deren Hufe den Boden aufwühlten, war verstummt. Die Grillen hatten sich zu ihrem stimmungsvollen Konzert eingefunden und wurden ab und an von dem fernen Geheul eines Coyoten begleitet.

Einsam stand der Kastenwagen im Schatten einer Baumgruppe. Ein Buschgürtel bildete einen natürlichen Schutzwall, der den Wagen vor unerwünschten Blicken schützte. Zudem war das Gefährt grün gestrichen und dadurch vor dem Hintergrund des Hains nicht sehr gut auszumachen.

Die beiden dürren Pferde, die den Wagen tagsüber zogen, waren ausgeschirrt worden und grasten am Flussufer. Seile verbanden die Deichsel und das Heck des Kastenwagens mit den Bäumen und bildeten so einen Seilcorral, an dem Tücher angebracht waren, deren Aufschrift jedem Besucher unmissverständlich klar machte, dass er unerwünscht war.

Lilian MacArthur schritt den Corral ab und ließ ihre Blicke über dieses wunderbare Land schweifen. Weit vor ihnen erstreckte sich das endlose Meer saftigen Blaugrases, das die Rinder für die Strapazen ihres langen, entbehrungsreichen Marsches zu den Verladebahnhöfen in Kansas entschädigte. Weiter hinten, jenseits des Smoky Hill River und der nach ihm benannten Gebirgskette, dehnten sich goldene Mais und Getreidefelder aus. Dort lag das Land der Sodbusters, wie man die Farmer verächtlich nannte. Es war eine wunderbare Gegend, deren Anblick Lilian MacArthur mit sonderbarer Wehmut erfüllte. Lange hatte sie ihre Heimat am Fuße der Smoky Hills vermisst. Und nun, viele Jahre, nachdem sie dieses Land verlassen hatte, durfte sie zurückkehren. Doch die Umstände, die dazu geführt hatten, stimmten die junge Frau alles andere als glücklich.

Sie legte ihren Kopf an den Wagen und hing traurig ihren Gedanken nach. Ihr wohlproportionierter Körper verdeckte halb die etwas verblasste Aufschrift Girls' Ballet, die auf die Seitenwand des Wagens gepinselt worden war.

Ballett war eine etwas hochtrabende Bezeichnung für eine Gruppe Tanzgirls, deren Kunst im Wesentlichen darin bestand, vor lüstern johlenden Cowboys ihre Beine zu schwenken und ihnen tiefe Einblicke in die tief ausgeschnittenen Kostüme zu gewähren. Selbstverständlich blieb es nicht aus, dass die Cowpuncher sich nicht mit Gaffen begnügten. Dann landete das eine oder andere Girl mit ihrem spendablen Verehrer im Bett, obwohl Lilian es nicht gern sah, wenn ihre Mädchen sich mit den Cowboys einließen. All zu oft hatte es deswegen Ärger gegeben, der nicht selten mit dem Tod des liebeshungrigen Burschen endete. Manch einer der glühenden Verehrer hatte schwere Verletzungen davongetragen, die ihn für sein weiteres Leben an die schicksalhafte Begegnung mit einem Tanzgirl erinnerte.

Lilian ermahnte ihre Girls ständig, die Hoffnungen der Cowboys nicht zu schüren, doch die Mädchen hielten sich einfach nicht daran. Dabei konnte Lilian es ihnen nicht mal verdenken. Noch vor ein paar Jahren, nachdem sie einer kleinen Farm am Fuße der Smoky Hills den Rücken gekehrt hatte, um ihr Glück im Osten zu suchen, hatte sie ähnlich gehandelt und sich geschmeichelt gefühlt, wenn ein Verehrer ihr den Hof machte. Sie hatte teure Geschenke erhalten, Einladungen zu Empfängen in den höchsten Gesellschaftskreisen angenommen und den Männer den Kopf verdreht. Es war ein unbeschwertes, aber doch gefährliches Spiel mit dem Feuer gewesen, und es blieb nicht aus, dass auch Lilian sich gehörig die Finger verbrennen musste.

Der Mann hieß Charles Franklin Cavanaugh und war einer der wohlhabendsten Männer von North Carolina gewesen. Von Lilians Schönheit zutiefst beeindruckt, hatte Cavanaugh sie umgarnt und schließlich um ihre Hand angehalten. Lilian war seinem Charme verfallen und hatte überglücklich eingewilligt. Sie hatte ihr Ziel erreicht und stieg zu einer der angesehensten Frauen des Staates auf. Doch diese Stellung forderte einen hohen Preis. Einen

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