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Cassidy von West, Morris L. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.09.2013
  • Verlag: Edel Elements
eBook (ePUB)
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Cassidy

Als todkranker Mann taucht Charles Parnell Cassidy bei seiner Familie in London auf. Der erfolgsverwöhnte Ire hat in Australien Karriere gemacht und hält nun für seinen Schwiegersohn Martin ein verhängnisvolles Testament bereit. In der Öffentlichkeit gilt Cassidy als politischer Held, als Self-made-Millionär und Mustergatte. Doch zu Hause hatte er sich als Tyrann erwiesen, der nach der Tochter und dem Schwiegersohn auch die Frau vertrieb. Jetzt, da der Schwiegersohn Martin zu allen Akten und zu Cassidys Safe Zugang erhält, sieht er sich einem fatalen Vermächtnis gegenüber: Er stößt nicht nur auf Unsummen von Geld in allen Währungen und auf wertvolle Edelsteine - sondern auch auf pornographische Fotos bedeutender Persönlichkeiten sowie weiteres belastendes Material, das weltweite kriminelle Machenschaften aufdeckt...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 30.09.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955302399
    Verlag: Edel Elements
    Größe: 1103 kBytes
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Cassidy

2

Cassidys Arzt, ein weltmännischer grauhaariger Herr Mitte Fünfzig, begrüßte mich kurz, bat mich zu warten und ging dann hinaus, um sich mit dem zuständigen Arzt des Krankenhauses zu besprechen. Eine halbe Stunde später kam er zurück und ersuchte mich, im Ärztezimmer eine Tasse Kaffee mit ihm zu trinken. Er bekundete sein Beileid – eine Reihe nichtssagender Worte.

"... Diese plötzlichen Zusammenbrüche treten bei Patienten im letzten Stadium nicht selten auf. Offen gesagt, ich bin überrascht, daß der Mann noch so lange auf den Beinen geblieben ist. Er war von Metastasen förmlich durchsetzt. Die Leber- und Nierenfunktion war auf ein Minimum zurückgegangen. Ich würde sagen, für ihn war es eine Erlösung ... Hinsichtlich des Totenscheins bestehen keine Probleme. Ich habe alle Röntgenaufnahmen und die Berichte von Sloan-Kettering gesehen. Ich habe ihn lange genug behandelt, um den Schein ohne Bedenken auszustellen. Sie können ihn draußen abholen, bevor Sie gehen, und gleichzeitig die Übernahme seiner persönlichen Habe bescheinigen ... Er sagte mir, Sie seien sein Testamentsvollstrecker. Ich nehme an, Sie werden die Regierung unterrichten und Vorsorge für die Beisetzungsfeierlichkeiten treffen ... Soviel ich weiß, haben Sie Marian nie kennengelernt ... Ich werde ihr die Nachricht übermitteln. Sie ist natürlich darauf vorbereitet, aber sie wird jemanden brauchen, der ihr die Hand hält. Sie und Cassidy waren sehr eng befreundet, sehr eng ... Schön, wenn es sonst nichts mehr gibt, Mr. Gregory, mache ich mich auf den Weg. Hier ist meine Karte, falls es noch irgendwelche Rückfragen gibt, was ich jedoch nicht annehme. Mein Beileid auch an Ihre Frau. Versuchen Sie ihr zu erklären, daß es eine Erlösung war ... Gute Nacht."

"Gute Nacht, Doktor."

Und gute Nacht auch dir, Charles Parnell Cassidy, der du jetzt kalt und bleich auf der Totenbahre liegst ... Jetzt bin ich der Hüter dessen, was man deine Hinterlassenschaft nennt: deiner Frau, deiner Tochter, der Enkelkinder, die du nie anerkannt hast, und aller Geheimnisse, die in jener Aktentasche verschlossen sind, die du unter meinen Schreibtisch geschoben hast ...

Es war halb zwei Uhr morgens, als ich nach Hause zurückkehrte. Kaum war ich eingetreten, kam Pat mir schon entgegen. "Er ist tot, nicht wahr? Er lag schon im Sterben, als er das Haus verließ. Ich wollte bei ihm sein, aber er ließ es nicht zu!"

Ich wollte sie in die Arme nehmen, aber sie stieß mich von sich. "Rühr mich nicht an! Noch nicht ... Bitte, Martin!"

Ich war verblüfft. In all den Jahren unserer Ehe hatte keiner von uns jemals eine Liebkosung des anderen zurückgewiesen. Dann beschlich mich plötzlich eine unerklärliche Angst. Es war, als ob sich Cassidys unversöhnlicher Geist im Körper seiner Tochter verschanzt hätte und mich aus ihren tränenlosen Augen und ihren zusammengekniffenen, blassen Lippen zur Rechenschaft zog. Diesmal jedoch war ich nicht in der Lage zu kämpfen. Ich fand, daß wir beide jetzt einen Drink gebrauchen konnten.

Sie goß mir einen steifen Whiskey ein und sich selbst ein Glas Mineralwasser. Wir tranken uns nicht zu. Der Whiskey brannte mir in der Kehle. Dann äußerte Pat eine Entschuldigung, die so unpersönlich und reserviert klang, daß sie mehr schmerzte als die Zurückweisung.

"Ich will dich nicht verletzen, Martin. Wirklich nicht. Ich liebe dich, aber das gehört jetzt nicht hierher ... Ich fühle mich von dir bedroht ..."

"Das glaubst du d

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