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Champagnertod Oberbayern Krimi von Buettgen, Guido (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.06.2018
  • Verlag: Emons
eBook (ePUB)
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Champagnertod

Verlockend, anonym - tödlich. Die Ermordung zweier unbescholtener Frauen sorgt für Entsetzen am Starnberger See. Als Kriminalrat Madsen Ermittlungen im familiären Umfeld der Opfer anstellt, nimmt der Fall jedoch eine unerwartete Wendung. Gewalt, Betrug und geheime erotische Doppelleben lassen die Taten plötzlich in einem völlig anderen Licht erscheinen - und Madsen taucht ein in eine ihm unbekannte Welt, in der man per Mausklick die Liebe seines Lebens findet. Oder den Tod.

Guido Buettgen war in renommierten Werbeagenturen tätig und erhielt für seine Kampagnen zahlreiche Auszeichnungen. 2010 legte er eine werbliche Pause ein, begab sich auf eine mehrmonatige Weltreise und verdiente sein Geld als Boxtrainer. Mittlerweile arbeitet er als Geschäftsführer einer Münchner Werbeagentur. Nebenbei widmet er sich seiner großen Leidenschaft, dem Schreiben. Er lebt mit seiner Familie am Starnberger See.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 416
    Erscheinungsdatum: 28.06.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783960413592
    Verlag: Emons
    Serie: Oberbayern Krimi .2
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Champagnertod

EINS

"Das ist doch alles gequirlte Kinderkacke!" Genervt wischte sich der Obergefreite Kisteneich das Wasser aus dem mit Tarnfarbe bemalten Gesicht. Es regnete in Strömen, und ein scharfer Wind trieb die morgendliche Kälte erbarmungslos durch die schlammverschmierte Uniform. "Wenn ich so 'nen Quatsch schon höre: 'Feind Rot plant einen Angriff aus östlicher Richtung.' Als wenn die Russen heut noch zu Fuß durch die Pampa rennen würden. Das geht doch inzwischen alles per Computer. Ein Knopfdruck, und ganz Deutschland ist nur noch ein Häufchen radioaktive Asche. Und was tun wir? Wir liegen hier im Matsch rum und spielen Cowboy und Indianer! Das ist doch Schwachsinn! Und außerdem ist mein Körper einfach nicht für diesen Scheiß gemacht!"

Der Obergefreite Thiele, der neben Kisteneich durch das Dickicht robbte, grinste verstohlen. In der Tat sah es fast schon mitleiderregend aus, wie der Kamerad versuchte, seinen massigen Körper durch das dichte Unterholz zu bewegen, ohne sich dabei Dornen oder Äste ins Gesicht zu bohren. Aber Befehl war nun einmal Befehl, und der bestand in ihrem Fall darin, ein Waldstück nahe der General-Fellgiebel-Kaserne zu sichern - wenngleich es den beiden Rekruten höchst unwahrscheinlich erschien, dass irgendeine Armee dieser Welt ausgerechnet an diesem verregneten Spätsommermorgen das strategische Bedürfnis verspüren sollte, eine kleine Ausbildungskaserne südlich von Starnberg anzugreifen.

"So, mir reicht's! Ich hab die Faxen dicke!", verkündete Kisteneich plötzlich entschlossen und sprang auf.

"Sag mal, hast du sie noch alle?" Thiele blickte ihn erschrocken an. "Wenn jetzt der Hauptfeld kommt, dann reißt er uns den Kopf ab."

"Mach dir mal nicht ins Hemd, Kollege!", erwiderte Kisteneich ungerührt. "Ich will ja nicht desertieren - ich muss nur mal kurz für kleine Panzergrenadiere. Also, wenn du den Feind siehst, dann sag ihm, ich wäre ihm sehr dankbar, wenn er mit dem Angriff warten würde, bis ich fertig gepinkelt hab!"

Mit diesen Worten schulterte Kisteneich sein Gewehr und stampfte tiefer in den Wald hinein, um dort im Schutze des Dickichts ungestört seine Notdurft zu verrichten.

Thiele blickte ihm wütend nach. Sosehr er den mitunter zynischen Humor Kisteneichs auch schätzte, ärgerte er sich dennoch immer wieder über dessen Renitenz, die in regelmäßigen Abständen schmerzhafte Disziplinarmaßnahmen zur Folge hatte. Ähnliches durfte auch dieses Mal wieder zu erwarten sein, und so fluchte Thiele missmutig vor sich hin, während er auf das vor ihm liegende Feld starrte, dessen frisch gepflügte Oberfläche hier und da von ein paar stoppeligen Getreideresten unterbrochen wurde.

Plötzlich ertönte hinter ihm ein entsetzter Aufschrei.

Erschrocken fuhr er herum, und im selben Augenblick stürzte Kisteneich aus dem Gebüsch wie eine schwäbische Hausfrau durch die Wühltischware bei KiK.

"Spinnst du jetzt völlig, du Idiot?", fuhr Thiele seinen Partner wütend an. "Setz dir doch gleich ein Blaulicht auf den Helm, damit der Hauptfeld auch wirklich sieht, dass du hier rumrennst wie ein Gestörter, anstatt Wache zu halten!"

Doch Kisteneich antwortete nicht.

Stattdessen stammelte er nur einige unverständliche Worte und deutete hektisch über seine Schulter.

"Was zum Teufel ist denn los mit dir? Hast du 'nen Geist gesehn, oder was? Nun red schon, Kerl! Was ist passiert?"

Kisteneich wischte sich den Schweiß von der Stirn und schnappte nach Luft. "Da ... da liegt eine! Dahinten im Wald."

Thiele blickte ihn verständnislos an. "Wie, da liegt eine? Eine was? Eine Kuh? Eine Schatztruhe? Eine Portion Gyros?"

"Nein, du Schwachkopf! Eine Tote! Dahinten. Halb vergraben. Verdammt, ich hab fast auf sie draufgepisst!"

Thiele starrte ihn ungläubig an. "Wie bitte? Da liegt eine Tote? Das ist doch wohl hoffentlich ein Scherz, oder?"

Doch der wirre Blick des Hünen und seine aschfahle Gesichtsfarbe ließen sämt

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