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China Girl Neal Careys zweiter Fall von Winslow, Don (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 06.04.2015
  • Verlag: Suhrkamp
eBook (ePUB)
9,99 €
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China Girl

Robert Pendleton ist ein Chemiegenie; was er entwickelt, bedeutet nicht nur Fortschritt, es bedeutet vor allem Reichtum und Macht. Als er plötzlich verschwindet, sind alle in Aufruhr: die CIA, die chinesische Regierung und die "Bank", die sehr viel Geld in Pendletons Forschung investiert hat. Neal Carey soll ihn wiederfinden - ein Routinejob, wie er glaubt, bis er auf die schöne und geheimnisvolle Li Lan trifft. Im dunklen Herzen Chinas soll Neal die Antwort auf alle Fragen finden - oder den Tod.

Alle Titel der Neal-Carey-Serie:
London Undercover (Neal Carey 1)
China Girl (Neal Carey 2)
Way Down on the High Lonely (Neal Carey 3 - angekündigt unter dem Titel Holy Nevada)
A Long Walk Up the Water Slide (Neal Carey 4 - angekündigt unter dem Titel Lady Las Vegas)
Palm Desert (Neal Carey 5)

Don Winslow wurde 1953 in der Nacht zu Halloween in New York geboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in South Kingstown, Rhode Island, einer Kleinstadt am Atlantik. Sein Vater, der ihm Geschichten von seiner Zeit bei der Marine erzählte, beflügelte seine Fantasie und erweckte in ihm den Wunsch, eines Tages Schriftsteller zu werden.

Schon früh kam Winslow mit den Themen und Figuren in Berührung, die später eine so prominente Rolle in seinen Büchern spielen sollten. Einige Mafiagrößen des Patriarca-Syndikats lebten in seiner Nachbarschaft, und seine eigene Großmutter arbeitete Ende der 60er für den berüchtigten Mafiaboss Carlos Marcello, den mutmaßlichen Drahtzieher des Kennedy-Attentats, der den späteren Autor mehrere Male zu sich einlud.

Nach seinem Schulabschluss kehrte Don Winslow in seine Geburtsstadt New York zurück. Bevor er mit dem Schreiben begann, verdiente er sein Geld unter anderem als Kinobetreiber, als Fremdenführer auf afrikanischen Safaris und chinesischen Teerouten, als Unternehmensberater und immer wieder als Privatdetektiv.

Auch als Schriftsteller ist Don Winslow unermüdlich. Jeden Morgen um fünf setzt er sich an den Schreibtisch. Mittags läuft er sieben Meilen, in Gedanken immer noch bei seinen Figuren, um dann am Nachmittag weiterzuarbeiten. Dabei schreibt er mindestens an zwei Büchern gleichzeitig. Schreibblockaden kennt er nicht, im Gegenteil: Winslow sagt von sich, dass er bislang nur fünf Tage durchgehalten habe, ohne zu schreiben. Es ist eine Sucht, die bis heute ein Werk hervorgebracht hat, dessen Qualität, Vielseitigkeit und Spannung Don Winslow zu einem der ganz Großen des zeitgenössischen Krimis machen.

Don Winslow wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Deutschen Krimi Preis (International) 2011 für Tage der Toten . Für die New York Times zählt Don Winslow zu einem der ganz Großen amerikanischen Krimi-Autoren.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 441
    Erscheinungsdatum: 06.04.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783518740033
    Verlag: Suhrkamp
    Serie: Neal Carey Bd.2
    Originaltitel: The Trail to Buddha's Mirror
    Größe: 1380kBytes
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China Girl

1

Graham sah erbärmlich aus, wie er dort stand. Der Regen tropfte von der Kapuze seines Regenmantels auf seine schlammverkrusteten Schuhe. Er stellte seinen kleinen Koffer in eine Pfütze und wischte sich mit seiner künstlichen rechten Hand das Wasser von der Nase, schaffte es dabei sogar noch, Neal sein ganz besonderes Joe-Graham-Grinsen zu schenken, gleichermaßen boshaft wie schelmisch.

"Freust du dich nicht?", fragte er.

"Bin ganz außer mir."

Neal hatte ihn nicht mehr gesehen, seit Graham ihm im August am Logan Airport in Boston ein einfaches Flugticket und einen Scheck über zehntausend Pfund mit dem Befehl überreicht hatte, sich schleunigst aus dem Staub zu machen. In den Staaten waren ein paar Leute offenbar stinksauer. Neal hatte ihm die Hälfte des Geldes wiedergegeben, war nach London geflogen, hatte den Rest auf der Bank deponiert und sich in das Cottage verzogen.

"Was ist los?", fragte Graham. "Hast du Damenbesuch, oder darf ich reinkommen?"

"Komm rein."

Graham schob sich an Neal vorbei ins Haus. Joe Graham, triefende einmeterdreiundsechzig voller Hinterlist und Tücke, hatte Neal Carey praktisch von Kindheit an aufgezogen. Er schlüpfte aus seinem Regenmantel und schüttelte ihn aus. Dann fand er einen behelfsmäßigen Schrank, schob Neals Klamotten beiseite und hängte seinen Mantel hinein. Er trug einen knallblauen Anzug mit orangebraunem Hemd und weinroter Krawatte. Aus seinem Jackett zog er ein Taschentuch, wischte Neals Stuhl ab und setzte sich.

"Danke für deine zahlreichen Karten und Briefe", sagte er.

"Du hast gesagt, ich soll verschwinden."

"Was man so sagt."

"Du hast doch gewusst, wo ich bin."

"Wir wissen immer , wo du bist, Sohn."

Wieder Grinsen.

Hat sich in den sieben Monaten kaum verändert, dachte Neal. Seine blauen Augen waren immer noch hellwach, sein strohblondes Haar höchstens ein klein bisschen dünner. Das Koboldgesicht sah immer noch aus, als würde es unter einem Fliegenpilz hervorlugen. Und er war jederzeit bereit, einem zu zeigen, wo der Eimer Scheiße am Ende des Regenbogens stand.

"Welchem Umstand verdanke ich das Vergnügen, Graham?", fragte Neal.

"Keine Ahnung. Hab ich dich gestört?"

Er machte eine obszöne Geste mit seiner schweren Gummihand, die er stets halb geschlossen hielt. Damit bekam er so gut wie alles hin. Fast alles. Neal erinnerte sich, dass Graham sich einmal die linke Hand bei einer Prügelei gebrochen hatte. "Wenn du pissen musst", hatte Graham gesagt, "weißt du, wer deine wahren Freunde sind." Neal war einer davon.

Graham sah sich übertrieben demonstrativ um, obwohl Neal wusste, dass er in den wenigen Sekunden, die er gebraucht hatte, um seinen Mantel aufzuhängen, längst jedes Detail registriert hatte.

"Schön hast du's hier", sagte Graham mit ironischem Unterton.

"Für mich genau richtig."

"Da hast du allerdings auch wieder recht."

"Kaffee?"

"Gibt's denn einen sauberen Becher?"

Neal ging in die kleine Küche und kam mit einem Becher wieder, den er Graham in den Schoß warf. Graham nahm ihn unter die Lupe.

"Vielleicht können wir ja irgendwohin gehen", sagte er.

"Vielleicht können wir auch das ganze Theater lassen, und du erzählst mir, was du hier willst."

"Wird Zeit, dass du wieder arbeitest."

Neal zeigte auf die Bücherstapel vor und neben dem Kamin.

"Ich arbeite."

"Ich meine richtige Arbeit."

Neal lauschte dem Regen auf dem Reetdach. Seltsam, dachte er, dass er das hören konnte, Grahams Klopfen an der Tür vorhin aber nicht erkannt hatte. Graham hatte mit seiner harten Gummihand geklopft, weil er den Koffer in der rechten trug. Neal Carey war nicht in Form und wusste es.

Außerdem wusste er, dass es keinen Sinn hatte, Graham zu erklären, dass die Bücher auf dem Boden "richtige Arbeit" waren, also versuchte er es anders.

"Als wir uns das letzte Ma

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