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Commissaire Le Floch und das Gift der Liebe Roman von Parot, Jean-Francois (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 24.06.2019
  • Verlag: Blessing
eBook (ePUB)
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Commissaire Le Floch und das Gift der Liebe

Der vierte Roman in der Commissaire-Le-Floch-Reihe. An einem Januarabend 1774 fährt Nicolas Le Floch in einer Kutsche zu einem Festessen, das seine Geliebte Julie de Lastérieux gibt. Nicolas tritt in freudiger Erwartung ein, muss aber miterleben, wie Julie vor seinen Augen mit einem jungen Adeligen kokettiert. Empört verlässt der Commissaire die Szenerie und sucht im Theater Ablenkung. Danach begibt er sich noch einmal zu seiner Geliebten, die ihn aber wieder nicht beachtet. Wutentbrannt flüchtet er zu seinen Freunden, die ihm am nächsten Morgen eine schreckliche Nachricht überbringen: Julie de Lastérieux ist in der Nacht gestorben. Die Umstände deuten auf einen Giftmord hin. Und da es viele Zeugen seiner Eifersucht gibt, ist Commissaire Le Floch selbst der Hauptverdächtige. Jean-François Parot, 1946 geboren, studierte an der Sorbonne in Paris Geschichte und Ethnologie, absolvierte eine Ausbildung als Ägyptologe und spezialisierte sich auf das 18. Jahrhundert. Nach dem Militärdienst schlug er die diplomatische Laufbahn ein. Seine Romanreihe um Commissaire Le Floch wurde nicht nur in Frankreich, sondern auch in vielen anderen Ländern ein großer Erfolg. Jean-François Parot verstarb am 23. Mai 2018.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 544
    Erscheinungsdatum: 24.06.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641237646
    Verlag: Blessing
    Originaltitel: L'Affaire Nicolas Le Floch
    Größe: 2911 kBytes
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Commissaire Le Floch und das Gift der Liebe

I

Nipptide

Seine Hand, der Zwietracht Fackel entflammend,

Markierte mit hundert Kämpfen sein neues Reich

Sie schürte den Zorn ...

VOLTAIRE

Donnerstag, den 6. Januar 1774

Die Kutsche verfehlte ihn knapp, der Satz, den er machte, um ihr auszuweichen, ließ ihn mit geschlossenen Füßen in einer Pfütze aus Schlamm und geschmolzenem Schnee landen. Die widerliche Mischung spritzte bis zu seinem Dreispitz hinauf, von dem sie herabzutropfen begann. Er fluchte leise. Ein weiterer Regenumhang aus guter Wolle, den er in die Reinigung bringen musste.

Nicolas Le Floch, Polizeikommissar im Châtelet, hatte sich aus seiner Jugend in der Bretagne die Gewohnheit bewahrt, praktische Kleidung zu tragen. In Paris hatte sich mittlerweile der Gehrock eingebürgert. Der schwere und warme Mantel, den er bevorzugte, wurde nur noch von Kavalleriesoldaten oder fliegenden Händlern getragen. Mâitre Vachon, sein und Monsieur de Sartines angestammter Schneider, den diese hartnäckige Treue zu den alten Gewohnheiten zur Verzweiflung brachte, hatte ihn immerhin überreden können, ein paar modische Extravaganzen zu dulden: einen besonderen Schnitt mit Kragen und einen weiteren Volant ohne Futter. Der Schneider hoffte, ohne allzu sehr daran zu glauben, dass Nicolas, der sowohl in der Stadt als auch bei Hof verkehrte, auf diese Weise helfen würde, eine neue Mode durchzusetzen.

Das Kleidungsstück würde die Demütigungen unerbittlicher Reinigungsbemühungen über sich ergehen lassen müssen; er konnte sich glücklich schätzen, wenn der ätzende Schlamm im Stoff keine unauslöschlichen Spuren hinterlassen hatte. Sachkundigen zufolge besaß er unglaubliche Haftungskräfte. Wenn er es recht überlegte, wäre es besser, ihn der sorgfältigen und liebevollen Pflege von Catherine und Marion, den beiden Schutzengeln des Hôtel de Noblecourt, anzuvertrauen. Wehmütig dachte er bei sich, dass Marion, vom Rheumatismus geplagt, nur noch symbolisch die Arbeiten im Haushalt leitete und alle sich bemühten, sie in dem Glauben zu wiegen, ihr Beitrag, so gering er auch sein mochte, sei immer noch für das reibungslose Funktionieren des Haushalts unentbehrlich.

Dieser kleine Vorfall, wie er sich häufig in den Straßen der Hauptstadt ereignete, hatte ihn für einen kurzen Augenblick aus unangenehmen Überlegungen gerissen. Jetzt grübelte er erneut über die Gründe für seinen Ärger, der fast schon in Wut umschlug. Er hielt es für besser, jetzt gleich darüber nachzudenken und es nicht auf später zu verschieben, wenn er versuchen würde einzuschlafen. Was für ein Jahresende! Seit Tagen quälte ihn eine unbestimmte Angst. Er hatte sich daran gewöhnt, doch alles schien sich verschworen zu haben, um ihm den Jahreswechsel zu vergällen, den er schon immer gefürchtet hatte und der ihm stets Bauchschmerzen bereitete. Das Jahr 1774 hatte begonnen, und er erinnerte sich, dass man an diesem Donnerstag das Fest der Heiligen Drei Könige feierte, doch dieses Detail machte seine Verstimmung nur noch schlimmer.

Die Krise mit Madame de Lastérieux schwelte schon seit Langem, aber die Wahrheit ist eine Frucht, die nur reif gepflückt wird. In seiner Wut stampfte er mit dem rechten Fuß auf und bespritzte sich erneut. Seine Nase juckte, und er nieste mehrmals, während ihm ein Schauer über den Rücken lief. Es fehlte noch, dass er sich den Tod holte, indem er durch den geschmolzenen Schnee lief!

Er rief sich die Ereignisse des Abends in Erinnerung ... Alles deutete darauf hin, dass diese Liaison keine Zukunft hatte. Auf seiner recht langen Fahrt hatte das Schiff der Leidenschaft in seinem Kielwasser alle Unvereinbarkeiten und Irritationen beiseitegeschoben, die das Einverständnis der Sinne lange kaschiert hatte. Ein ungetrübter Beginn hatte rasch ein Einvernehmen geschaffen, das die junge Frau in den Augen ihres Anbeters verklärt hatte.

Er sah wieder diesen Abend im Februar 1773 vor sich. M

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