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Cowboy Joe Kriminalroman von Bracharz, Kurt (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.11.2013
  • Verlag: Haymon Verlag
eBook (ePUB)
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Cowboy Joe

Die heimische Polizei ist nicht zu unterschätzen - besonders nicht Johann Natter, genannt 'Cowboy Joe'. Früher nur ein kleiner Dorfpolizist, wandelt er sich in seinem neuen Job bei der Kripo zu einem mit allen Wassern gewaschenen Ermittler. Joe taucht ein in einen Verbrechenssumpf, wo ihm serbische Mafiosi und türkische Heroinhändler, Zuhälter und Boxer über den Weg laufen - eine Jagd durchs Rotlicht und Drogenmilieu beginnt ...
Kurt Bracharz, geboren 1947, lebt als Schriftsteller, Kinderbuchautor und Kolumnist in Bregenz. Zahlreiche Literaturpreise, u.a. Deutscher Krimipreis (1991) und Ehrenpreis des Vorarlberger Buchhandels (2003). Seit 2005 Mitherausgeber der Literaturzeitschrift Miromente. Bei Haymon: Für reife Leser (2009), Cowboy Joe. Kriminalroman (HAYMONtb 2009) und Mein Appetit-Lexikon (2010).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 216
    Erscheinungsdatum: 25.11.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783709974582
    Verlag: Haymon Verlag
    Größe: 1396kBytes
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Cowboy Joe

1
Die Kuh saß auf der Straße, wie ein Hund, die Hinterbeine ausgestreckt, die Vorderbeine aufgestellt. Sie schwenkte den Kopf hin und her und brüllte ganz entsetzlich.
Revierinspektor Johann Natter hatte aus dem wilden Rollen der großen rot geäderten Augen und dem blutigen Schaum vor dem Maul des Tieres schon seine Schlüsse gezogen, bevor er sah, dass der Bauch aufgeplatzt war und ein langes Stück braungrüner Darm aus dem Fell heraushing und sich auf der Straße ringelte.
Wahrscheinlich waren das Rückgrat der Kuh gebrochen und ihre hinteren Extremitäten gelähmt.
Neben dem zertrümmerten Auto hatte sich ein Grüppchen Zuschauer versammelt, Erwachsene und Kinder. Sie sahen mit entsetzten Gesichtern dem Todeskampf des großen schwarz-weiß gefleckten Rindes zu.
Ein Mann lehnte am Unfallwagen und betastete die zerbeulte Karosserie, als handle es sich um ein Lebewesen. Es war der Lenker. Er war unverletzt geblieben, stand aber offensichtlich unter Schock.
Natter hatte sich sofort erkundigt, ob die Rettung gerufen worden war, und den Fahrer kurz befragt, ob ihm etwas passiert sei. Dann sperrte er mit seinem Kollegen Giesinger den Unfallort ab.
Während der ganzen Zeit hatte die Kuh unablässig gebrüllt.
Ein älterer Mann aus der Zuschauergruppe rief Natter zu: "So erschießen Sie doch das arme Tier, sehen Sie denn nicht, wie es leidet?"
Natter sah Giesinger an. "Ich denke, er hat recht. Die Kuh wird nicht mehr – so wie die beisammen ist ... erschieß sie!"
Giesinger erwiderte heftig, aber mit gedämpfter Stimme: "Bist du deppert? Weißt du, was so eine Kuh kostet? Wenn der Bauer klagt, zahlst du zum Schluss noch elftausend Schilling!" Dann rief er dem Mann zu: "Das geht uns nichts an, das muss ein Jäger tun!"
"Geben Sie mir die Pistole, dann tu ich es, ich habe einen Waffenpass!" schrie der Mann zurück. Er wies auf die Kinder, die mit blassen Gesichtern, aber fasziniert die Kuh beobachteten. "Wie lang sollen denn diese Kleinen da noch zuschauen, wie sich das Tier quält? Das können Sie doch überhaupt nicht verantworten!"
Natter zog seine Glock und lud durch. Er schrie die Leute an: "Haltet euch die Ohren zu!" Er trat vor die Kuh hin und zielte aus einem Meter Entfernung auf eine Stelle, an der die Stirnplatte zwischen den Hörnern beim Hin- und Herschwenken des Kopfes in sein Visier kommen musste. Ein aufgesetzter Schuss wäre besser gewesen, aber er wollte nicht auch noch den Gestank des verbrannten Fells riechen und mit Blut oder Hirn bespritzt werden. Er hatte den Finger am Druckpunkt und musste nur noch eine winzige Bewegung mit dem vordersten Fingerglied machen, als der Kopf der Kuh knapp vor der anvisierten Stelle war.
In der Gruppe schrien mehrere Personen auf, als der Schuss krachte. Obwohl er das Einschussloch nicht sehen konnte, war Natter sicher, richtig getroffen zu haben. Der Kuh warf es den Kopf zurück, dann hielt sie einen Augenblick in ihrer Bewegung inne, riss die Augen noch weiter auf und brüllte wie zuvor. Ihre Vorderhufe trommelten auf den Asphalt.
Nachdem er die erste Verblüffung, dass sie nicht tot war, überwunden hatte, schoss Natter ihr eine zweite Kugel in den Kopf. Diesmal hatte er nicht genau genug gezielt und traf das Ohr, aus dem Blut spritzte. Das Projektil fuhr seitlich in den Kopf des Tieres, tötete es aber genauso wenig wie der erste Schuss.
"Das gibt's doch nicht", rief der Man

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