text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Düsteres Erbe Seligenstadt Krimi von Schönig, Rita Renate (eBook)

  • Verlag: neobooks Self-Publishing
eBook (ePUB)
5,49 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Düsteres Erbe

Ein Regionalkrimi aus Seligenstadt, witzig, ursprünglich mit regionalem Dialekt und liebenswerten Eigenheiten der Bevölkerung. Kein blutrünstiger Thriller, vielmehr zum Schmunzeln geeignet. Bietet Einsicht in die urige, alteingesessene Bevölkerung einer südhessischen Kleinstadt mit all ihren Charaktereigenschaften.

Name: Rita Renate Schönig Geboren: 1955, Seligenstadt Familienstand: verheiratet Email: buch@rita-schoenig.de Homepage: www.rita-Schoenig.de Erlernter Beruf: Industriekauffrau. Von 1998 bis 2015 selbstständig im Einzelhandel Seit Juni 2015 eigene Praxis für Therapeutische Behandlungen Erstes Buch: Titel: 'Regenbogen am Horizont' erschienen Juli 2008. Eine Familiengeschichte von 1920 bis 1955

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 293
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783738080254
    Verlag: neobooks Self-Publishing
    Größe: 749 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Düsteres Erbe

Montag, 17. Juni 2013 - 1. Tag der Ermittlungen

Das Haus war niedergerissen, die Bäume gefällt und das Buschwerk im Gartengrundstück entfernt. Jetzt stieß die breite gezackte Schaufel des Baggers in die Erde, die seit Jahren weder von einem Spatenstich noch von einer Hand,

die Unkraut rupfte, in ihrer Ruhe gestört worden war.

Lange Zeit hatten die Anwohner versucht sich gegen diese Verschandelung ihrer Straße zu wehren. Dreistöckige

Gebäude in einer Straße, in der die kleinen Häuser von ihren Bewohnern mit Eifer und Aufopferung eigens gebaut worden waren. Unvorstellbar. Selbst die Bürgerinitiative "Geliebte Altstadt" kam nicht gegen die Bebauungspläne an. Der Erfolg tendierte schon deshalb zum Nullpunkt, weil es sich bei diesem Wohngebiet nicht direkt um den historischen Kern der Altstadt handelte und etwa 100 Meter außerhalb der Stadtmauer lag.

"Was machst de, wenn weeche der Arbeite dein Hof absackt oder Risse an deinem Haus auftauche?", schrie Georg Lenz, genannt Schorsch, seinem Nachbarn, Karl Neumann, ins Ohr, dessen Haus direkt links an das Grundstück angrenzte.

Der Einwand war nicht von der Hand zu weisen, da keiner so ganz genau wusste, welche Überraschungen im Erdreich lauerten. Im Mittelalter schützte ein tiefer Wassergraben auf seiner Westseite die Stadt gegen feindliche Überfälle.

Der Stadtgraben , ein Fuß- und Radfahrweg, wies namentlich noch darauf hin. Bei einem dort zuvor errichteten Mehrfamilienhaus hatte es, wegen ständigem Wasserzulauf zu wochenlanger Bauverzögerung geführt. Aber ein Zusammenhang konnte aber nicht zuverlässig geklärt werden. Zudem flossen bis vor einigen Jahrzehnten noch mehrere Bäche, wenn auch nur unterirdisch, von höher gelegenen Landstrichen durch die Altstadt. Es konnte also durchaus möglich sein, dass der Boden an einigen Stellen noch immer in Unruhe war.

"Also, ich würd' die glatt verklage. Die müsse des bezahle." Mit d ie meinte Schorsch die Bauträgerfirma, die das

Gelände aufgekauft hatte um einen modernen Wohnkomplex zwischen den Häusern, die ziemlich alle vor dem zweiten Weltkrieg erbaut worden waren, zu errichten.

Karl Neumann antwortete nicht. Sein Blick richtete sich starr auf die unbarmherzige Baggerschaufel. Ebenso wie Herbert Walter und die allzeit redselige Gundela Krämer, deren Haus gegenüber anrainte. Auch sie hielt ihren Mund, jedenfalls für den Moment. Wobei jeder der drei aus einem anderen Grund die Arbeiten argwöhnisch beobachtete.

Die Krämers Gundel bedauerte, dass der morgendliche Ausblick aus ihrem Küchenfenster nun bald ein anderer sein würde. Keine wild blühenden Blumen auf einer ökologisch unberührten Wiese und keine Bäume mehr, in denen Vögel zwitscherten. Und wie die späteren Nachbarn sich anließen stand sowieso auf einem ganz anderen Blatt. Zwar hatte Gundela Krämer mit den Häuslers, um deren Grundstück es sich handelte, kaum Kontakt gehabt, trotz ihrer stetigen Bemühungen mit Wilhelmine Häusler ins Gespräch zu kommen. Der Grund, Gundula Krämer war evangelisch und somit in Johannes Häuslers Augen eine ketzerische Abtrünnige. Mit so einer gab sich der gestrenge Katholik nicht ab, was selbstverständlich auch für seine Familie galt, die der Patriarch streng kontrollierte. Umso mehr Genugtuung bereitete es Gundel, dass Johannes Häusler offenbar keine Ahnung gehabt hatte was seine damals noch unmündige Tochter Edeltraud, vor einigen Jahrzehnten, in lauen Sommernächten im Garten getrieben hatte. Noch heute trieb es Gundel ein Grinsen ins Gesicht.

Georg Lenz schaute eher ängstlich auf die Ausgrabungen. Und ohne aufzublicken wusste er, dass Josef Richter, sein langjähriger Freund und Nachbar, mit gleicher bedenklicher Miene auf seinem Balkon stand. Beide, Sepp wie auch er, hofften sie auf Gottes Barmherzigkeit und darauf, dass sich das Bibelwort Asche zu Asche und Staub zu Staub , über die Jahre hinweg gesehen, verwirklicht

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen