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Da beißt die Maus keinen Faden ab Ein Fall für Mrs. Murphy von Brown, Rita Mae (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.10.2014
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
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Da beißt die Maus keinen Faden ab

Mary Minor "Harry" Haristeen hat ihren Job in der Poststelle gekündigt. Ein Ausflug zum Kloster soll sie auf andere Gedanken bringen. Als sie dort im Garten die Marienstatue betrachtet, beginnt diese plötzlich blutige Tränen zu weinen - ein schlechtes Omen. Tatsächlich wird kurz darauf zu Füßen der Statue die steifgefrorene Leiche eines Mönchs gefunden ...

Rita Mae Brown, geboren in Hanover, Pennsylvania, wuchs in Florida auf. Sie studierte in New York Filmwissenschaft und Anglistik und war in der Frauenbewegung aktiv. Berühmt wurde sie mit dem Titel Rubinroter Dschungel und durch ihre Romane mit der Tigerkatze Sneaky Pie Brown als Co-Autorin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 10.10.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843710077
    Verlag: Ullstein
    Originaltitel: Cat's Eyewitness
    Größe: 4922 kBytes
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Da beißt die Maus keinen Faden ab

1

E in dünnes Rinnsal lief über das kalte Antlitz der Jungfrau Maria. Sie blickte von der Höhe des Blue-Ridge-Gebirges zwischen Afton Gap und Humpback Mountain gen Westen. Ihr Standort befand sich auf zirka sechshundertsechzig Meter Höhe. Unten erstreckte sich das fruchtbare Shenandoah-Tal, das sich westwärts bis zum Alleghenygebirge zog. Das Tal, durch das militärische Genie von Stonewall Jackson unsterblich geworden, hatten die Ureinwohner Amerikas geliebt, lange bevor europäische Einwanderer, Flüchtlinge und Quacksalber seine wohltuende Schönheit erblickten.

Wäre es der heiligen Jungfrau Maria möglich gewesen, den Kopf zu drehen und nach Osten zu blicken, dann würden von Schluchten und Kämmen durchzogene wellige Hügel, die an der Südwestkette endeten, ihr Auge entzückt haben. Die Osthänge der Südwestkette, letzte Vorhut des Appalachengebirges, gehen in leicht hügeliges Land über. Dessen fruchtbare Felder und Wälder erstrecken sich bis zur Falllinie, der eigentlichen geografischen Grenze zwischen Tiefland und Hochland, zwischen Sandboden, roter Tonerde und Lehmmischungen. Diese Grenze schied außerdem die irokesisch-sprechenden Völker von den siouxsprechenden. Keine Seite konnte die andere leiden, es kam regelmäßig zu brutalen Kämpfen und Überfällen. In dieses politisch brisante Gebiet marschierten die Engländer ein; die erste Kolonie, die Bestand hatte, wurde 1607 gegründet. Wer überlebte, lernte.

Das Ende des Unabhängigkeitskrieges anno 1781, einhundertvierundsiebzig Jahre nach der Gründung von Jamestown, löste eine Flut von Handel, Erforschung, Geburten und Optimismus aus. Sogar der grimmige Stamm der Monocaner und seine Verbündeten, die zunächst verhindert hatten, dass die Weißen geschützte Ortschaften westlich der Falllinie bauten, konnten sie nicht zurückhalten.

Das Land, auf dem Maria stand, war 1794 von Katholiken besiedelt worden, die sich auf dem Berggipfel wohler fühlten als unter ihren emsigen protestantischen Nachbarn in Richmond oder an der Meeresküste. Sie errichteten eine Kapelle aus Holzbohlen. Land und Höhe waren gut für Äpfelbäume geeignet, und die Obstwiesen gediehen prächtig. Nach der verfassunggebenden Versammlung machte die neue Verfassung die Trennung von Kirche und Staat fest. Viele katholische Apfelbauern zogen vom Berg herunter nach Nelson oder Albemarle County an den Osthängen, Augusta County am Westhang. In den Tälern, wo es wärmer war und die Winde nicht so grimmig bliesen wie auf dem Berggipfel, waren die einstigen Religionsflüchtlinge vom Glück begünstigt.

Die hartgesottenen Bergmenschen, viele von ihnen Schnapsbrenner – die Bergbäche waren für diesen Zweck hervorragend geeignet –, blieben in den Höhlen. Sie wollten nicht auf einem Berggipfel leben.

Schließlich gründete ein kriegsmüder Konföderierten-hauptmann im Jahre 1866 einen Mönchsorden, der sich an die Karmeliten anlehnte. Er nannte ihn Mt. Carmel nach dem Ursprung in Palästina. Nach dem Bürgerkrieg wurden im Norden Karmelitenorden gegründet. Hauptmann Ainsly war trotzig und blieb unabhängig von dem internationalen Mönchsorden, wenngleich er dessen Regeln befolgte. Statt Whitefriars – Weißbrüder –, wie man die Karmeliten auch nannte, hießen die Mönche auf dem Afton Mountain wegen ihrer grauen Wollkutten Greyfriars – Graubrüder.

Das eigentliche Kloster war für dieÖffentlichkeit nicht zugänglich. Jedoch die Molkerei, die Kerzenzieherei, der Lebensmittelladen, wo es Honig und Marmelade gab, und die Eisenschmiede standen dem Publikum ebenso offen wi

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