text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Das alte Lied Ein Fall für Roger Chapman von Sedley, Kate (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.12.2013
  • Verlag: Edel Elements
eBook (ePUB)
2,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Das alte Lied

Ein spannender Kriminalroman aus der Zeit der Rosenkriege! Kate Sedley entwirft ein farbenprächtiges Bild des mittelalterlichen England, erzählt von rauschenden Festen, opulenten Banketten, prunkvollen Maskenspielen am Fürstenhof, aber auch vom Leben in verwinkelten Gassen und finsteren Kaschemmen der Unterwelt. Roger Chapman, ehemals Dominikanermönch, jetzt Straßenhändler, ermittelt in seinem fünften Fall. Im Sommer 1475 kommt der frühere Mönch Roger Chapman nach London. Zufällig trifft er einen alten Freund wieder: Timothy Plummer ist zum obersten Spion des Herzogs Richard von Gloucester aufgestiegen, auf den ein Attentat verübt werden woll. Plummer bittet Roger um Hilfe. ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 290
    Erscheinungsdatum: 18.12.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955303167
    Verlag: Edel Elements
    Größe: 3264 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Das alte Lied

Erstes Kapitel

Es war am achten Juni, einen Tag vor St. Columban, und der längste Tag des Jahres war nicht mehr fern. Morgens glitzerte die Sonne auf den taunassen Wiesen, abends blieb es endlos lange hell - um diese Jahreszeit war es ein Vergnügen, auf den Landstraßen unterwegs zu sein.

Wir schrieben das Jahr des Herrn 1475. Anfang Mai hatte ich mich von Totnes aus auf den Weg gemacht und meine Waren in allen Dörfern und Weilern entlang der Südküste Englands feilgeboten, die ich zu Fuß erreichen konnte, ohne einen ortskundigen Führer anheuern zu müssen. Diese Männer neigten schon damals dazu, sich ihre Dienste viel zu hoch bezahlen zu lassen, und soweit ich weiß, hat sich daran bis heute nichts geändert. Jetzt bin ich alt, in meinem siebzigsten Jahr, und komme kaum noch vor die Mauern meiner Geburtsstadt Wells. Vor fast einem halben Jahrhundert jedoch war ich jung und stark, einen Meter achtzig groß und kräftig gebaut, und ich hatte mich für das freie Leben eines fahrenden Händlers entschieden, anstatt in den Orden der Benediktiner einzutreten, wie es dem Herzenswunsch meiner verstorbenen Mutter entsprach.

Für die Mißachtung ihres Wunsches hatte ich einen hohen Preis bezahlt. In den zurückliegenden Jahren hatte der Herr sich schon viermal mein Talent zur Enthüllung von Geheimnissen zunutze gemacht, um Missetäter zur Rechenschaft zu ziehen, die sonst den Folgen ihrer bösen Taten entkommen wären. Nach den letzten unerfreulichen Ereignissen in Totnes hatte ich versucht, ihm verständlich zu machen, daß es nun ein für allemal genug sei: Ich hatte meine Schuld ausgiebig gesühnt. Doch mehr als einmal habe ich die Erfahrung gemacht, daß der Allmächtige ein taubes Ohr hat, das er mit Bedacht all denen zuwendet, die er nicht hören will. Jeder Versuch, seinen Plänen zu trotzen, ist zum Scheitern verurteilt, wie mir auch jetzt wieder klarwerden sollte.

Mein Trotz hatte diesmal darin bestanden, von Devon aus in Richtung London zu ziehen und dabei kein anderes Ziel zu verfolgen, als mich den Vergnügungen der Hauptstadt hinzugeben. Mein Gewissen sagte mir, es sei meine Pflicht, nach Bristol zurückzukehren und mich um meine verwitwete Schwiegermutter und mein mutterloses Töchterchen, die sechs Monate alte Elizabeth, zu kümmern. Statt dessen hatte ich mich jedoch in Exeter an einen redlichen Mönch gewandt, von dem ich wußte, daß er in Richtung Norden wanderte, hatte ihm eine hübsche Geldsumme anvertraut und ihm den Weg zu Margaret Walkers Hütte im Weberviertel von Bristol beschrieben.

"Gebt ihr das Geld und empfehlt mich sehr herzlich bei ihr. Sagt ihr, daß ich verspreche, vor Einbruch des Winters bei ihr zu sein, und bittet sie, meinem Kind einen Kuß von seinem liebenden Vater zu geben." Zum Schluß hatte ich dem Mönch noch ein großzügiges Trinkgeld für seine Dienste zugesteckt.

Er hatte nur genickt und war offenbar ganz selbstverständlich davon ausgegangen, daß meine Reise nach London notwendig sei, um zur Versorgung meiner Familie weiteres Geld einzunehmen. Schließlich war es ein mageres, von Hunger geprägtes Jahr, in dem die Steuern kräftig erhöht worden waren, um die bevorstehende Invasion König Eduards in Frankreich bezahlen zu können, für die sich seine Truppen bereits in Kent zu sammeln begannen. In den letzten Monaten hatte ich zahlreiche wehrhafte Männer getroffen, die nach Canterbury und Umgebung unterwegs gewesen waren.

Das Auskommen meiner Familie zu sichern, war jedoch nicht das eigentliche Anliegen meiner Reise nach London, und ich verspürte Gewissensbisse, weil ich nicht nur den Mönch, sondern auch meine Schwiegermutter hinters L

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen