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Das andere Kind Kriminalroman von Link, Charlotte (eBook)

  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Das andere Kind

Eine alte Farm, eine einsame Landschaft, ein düsteres Geheimnis aus vergangener Zeit. Mit tödlichen Folgen für die Gegenwart ... In der nordenglischen Küstenstadt Scarborough wird eine Studentin erschlagen aufgefunden. Monatelang tappen die Ermittler im Dunkeln - dann geschieht ein ähnlicher Mord. Ein Zusammenhang zwischen den beiden Opfern ist nicht erkennbar. Und so klammert sich die ehrgeizige Polizistin Valerie Almond an das allzu Offensichtliche: an ein Zerwürfnis in der Familie des zweiten Opfers. Lange ist ihr der Blick jedoch verstellt für das Gift, das in dieser Familie wirkt, und dessen Ursprung sie bis weit in die Vergangenheit hinein zurückverfolgen müsste. Und fast zu lange dauert es, bis Valerie Almond begreift, dass ein kranker Täter seinen Rachedurst noch nicht gestillt hat ... Millionen Fans sind von den fesselnden Krimis von Charlotte Link begeistert. Dunkle Geheimnisse und spannende Mordfälle erwarten Sie. Alle Bücher können unabhängig voneinander gelesen werden. Charlotte Link, geboren in Frankfurt/Main, ist die erfolgreichste deutsche Autorin der Gegenwart. Ihre Kriminalromane sind internationale Bestseller, auch "Die Entscheidung" und zuletzt "Die Suche" eroberten wieder auf Anhieb die SPIEGEL-Bestsellerliste. Allein in Deutschland wurden bislang über 30 Millionen Bücher von Charlotte Link verkauft; ihre Romane sind in zahlreiche Sprachen übersetzt. Charlotte Link lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Frankfurt/Main.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 672
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641027872
    Verlag: Blanvalet
    Originaltitel: The Other Child
    Größe: 2968 kBytes
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Das andere Kind

SAMSTAG, 19. DEZEMBER 1970 (S. 5-6)

Sie wusste, dass sie so schnell wie möglich verschwinden musste. Dass sie in Gefahr schwebte und dass sie verloren war, wenn die Leute, die auf dem einsamen Hof lebten, auf sie aufmerksam wurden. Der Mann stand plötzlich wie aus dem Boden gewachsen vor ihr, gerade als sie am Hoftor ankam und sich eilig auf den Weg hinunter zu ihrem Auto machen wollte. Er war groß und nicht so ungepflegt, wie man es von dem Bewohner eines so heruntergekommenen Gehöfts erwartet hätte. Er trug Jeans und einen Pullover. Seine grauen Haare waren sehr kurz geschnitten. Er hatte helle Augen, in denen nicht die Spur eines Gefühls zu erkennen war. Semira konnte nur hoffen, dass er sie nicht hinter den Stallgebäuden gesehen hatte. Vielleicht hatte er ihr Auto entdeckt und kam nun, um nachzuschauen, wer sich hier herumtrieb. Ihre einzige Chance bestand darin, ihm Harmlosigkeit und Unbefangenheit überzeugend vorzuspielen, und das, obwohl ihr Herz jagte und ihre Knie zitterten. Ihr Gesicht war feucht von Schweiß, trotz der beißenden Kälte des bereits dämmrigen Dezembernachmittags.

Seine Stimme war so kalt wie seine Augen. "Was tun Sie hier?" Sie probierte ein Lächeln und hatte den Eindruck, dass es zittrig ausfiel."Gott sei Dank. Ich dachte schon, hier ist niemand ..." Er musterte sie von oben bis unten. Semira versuchte sich vorzustellen, was er sah. Eine kleine, dünne Frau, keine dreißig Jahre alt, warm verpackt in lange Hosen, gefütterte Stiefel, einen dicken Anorak. Schwarze Haare, schwarze Augen. Dunkelbraune Haut. Hoffentlich hatte er nichts gegen Pakistanis. Hoffentlich bemerkte er nicht, dass er eine Pakistani vor sich hatte, die meinte sich vor Angst jeden Moment übergeben zu müssen. Hoffentlich nahm er ihre Furcht nicht wahr. Semira hatte den beklemmenden Eindruck, dass man sie riechen konnte.

Er machte eine Kopfbewegung hin zu dem Wäldchen am Fuß des Hügels. "Ihr Auto?"

Es war ein Fehler gewesen, es dort unten zu parken. Die Bäume standen zu weit auseinander und trugen kein Laub, sie verbargen nichts. Er hatte es von einem der oberen Fenster seines Hauses gesehen und sich seine Gedanken gemacht. Sie war ein Idiot. Hierherzukommen und niemandem Bescheid zu sagen. Und dann noch ihr Auto in Sichtweite der gottverlassenen Farm zu parken.

"Ich... habe mich völlig verfahren", stotterte sie. "Keine Ahnung, wie ich hier gelandet bin. Dann habe ich Ihr Haus gesehen und dachte, ich könnte fragen, ob..."
"Ja?"
"Ich bin neu in der Gegend." Sie fand, dass ihre Stimme völlig unnatürlich klang, viel zu hoch und etwas schrill, aber er konnte ja nicht wissen, wie sie für gewöhnlich sprach. "Ich wollte eigentlich, ich wollte..." "Wohin wollten Sie denn?"

Ihr Kopf war leer. "Nach... nach... wie hieß der Ort...?" Sie leckte sich über die trockenen Lippen. Sie stand einem Psychopathen gegenüber. Der Mann gehörte nicht nur in ein Gefängnis, er gehörte in die Sicherheitsverwahrung, davon war sie überzeugt. Sie hätte niemals allein hierherkommen dürfen. Niemand war da, der ihr helfen konnte. Sie war sich der vollkommenen Einsamkeit, der Weltabgeschiedenheit des Ortes, an dem sie sich befand, nur zu bewusst. Kein anderer Hof weit und breit, keine Menschenseele.

Sie durfte keinen Fehler machen. "Nach...", endlich kam ihr ein Name in den Sinn, "Whitby. Ich wollte nach Whitby."
"Da sind Sie ganz schön weit von der Hauptstraße abgekommen."
"Ja. Das schien mir allmählich auch so." Wieder lächelte sie verkrampft. Der Mann erwiderte i

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