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Das Böse in deinen Augen Psychothriller von Blackhurst, Jenny (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.04.2018
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Das Böse in deinen Augen

Niemand hat Angst vor einem kleinen Mädchen, oder doch? Als die Kinderpsychologin Imogen Reid den Fall der elfjährigen Ellie Atkinson übernimmt, weigert sie sich, den seltsamen Gerüchten um das Mädchen zu glauben. Ellie sei gefährlich, so heißt es. Wenn sie wütend wird, passieren schreckliche Dinge. Imogen hingegen sieht nur ein zutiefst verstörtes Kind, das seine Familie bei einem Brand verloren hat und ihre Hilfe benötigt. Doch je näher sie Ellie kommt, desto merkwürdiger erscheint ihr das Mädchen. Dann erleidet auch Imogen einen schrecklichen Verlust - und sie fürchtet, dass es ein Fehler war, Ellie zu vertrauen ... Jenny Blackhurst schreibt Psychologische Spannung mit Gänsehauteffekt. Jenny Blackhurst ist seit frühester Jugend ein großer Fan von Spannungsliteratur. Die Idee für einen eigenen Roman entwickelte sie nach der Geburt ihres ersten Kindes; inzwischen ist sie eine erfolgreiche Autorin, deren Romane in mehreren Sprachen erscheinen. Ihre ersten beiden Thriller Die stille Kammer und Das Mädchen im Dunkeln standen wochenlang auf der SPIEGEL-Bestsellerliste. Die Autorin lebt mit ihrem Ehemann und ihren beiden Kindern in Shropshire, England.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 431
    Erscheinungsdatum: 27.04.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732556496
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: The Foster Child
    Größe: 1760 kBytes
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Das Böse in deinen Augen

Kapitel 14

Ellie

Im Haus ist es ungewöhnlich still für diese Zeit am Abend, was Ellie gefällt. In ihrem neuen Leben hat sie so selten Zeit, die Ruhe zu genießen, von der ihr nie bewusst gewesen war, wie sehr sie sie zwischendurch brauchte. Oder vielleicht hatte sie es auch nicht, sondern tut es erst jetzt, da sie immerzu unter Menschen ist. Es kann sein, dass sie dadurch gelernt hat, Stille zu schätzen.

Ihre Pflegeeltern, Sarah und Mark Jefferson, sind mit Billy dem Fiesling beim Elternabend, und Ellie und Mary sind allein zu Hause. Mary ist fünfzehn, deshalb darf sie für wenige Stunden auf Ellie aufpassen. Jedenfalls sagt Sarah das, auch wenn Ellie sicher ist, dass sie es beim Besuch der Sozialarbeiterin nicht erwähnen würde. Billy ist verschlagen und rachsüchtig, und garantiert bekommt er ein glänzendes Schulzeugnis. Sie sind alle zu blöd, um zu erkennen, wie er sein kann, wenn keine Erwachsenen dabei sind. Die Schule, Sarah und Mark ... einzig Ellie weiß, wie er wirklich ist. Sogar Mary behauptet, er sei harmlos - verwirrt und traurig. Aber so ist Mary eben. Sie will immer nur das Beste in jedem sehen.

Klack.

Klack.

Klack.

Als sie das scharfe Klackern an der Fensterscheibe hört, hat Ellie keine Angst. Das Schrecklichste ist ihr schon passiert, und seither ist es ihr so gut wie unmöglich, sich zu fürchten. Sie stellt sich vor, dass es die langen, hakenförmigen Krallen eines schuppigen Dämons mit schwarzen Augen sind, die einen Takt auf dem Glas klopfen.

Lass mich rein, lass mich rein, kleine Ellie , sagt er. Lass mich rein, und ich werde dein bester Freund sein. Lass mich rein, und ich lasse nie wieder zu, dass dir jemand wehtut.

Warum soll ich dir vertrauen?

Nun, wem kannst du denn sonst trauen?

Erst als sie Stimmen hört, begreift Ellie, dass es keine Dämonenkrallen sind, die an ihr Fenster klackern. Es sind kleine Kieselsteine, die gegen das Glas geworfen werden. Sie steigt aus dem Bett und geht zum Fenster, wo sie die Vorhänge zurückzieht.

Unter einer Laterne stehen sieben Mädchen auf dem Gehweg. Es ist dunkel, und Ellie erkennt ihre Gesichter nicht. Sie ist noch nicht lange an der neuen Schule und kennt so gut wie niemanden, weil keiner von den Schülern mit ihr reden will. Ihr ist allerdings klar, dass die Mädchen nicht hier sind, um sich mit ihr anzufreunden.

Eine von ihnen schaut nach oben, sieht Ellies Gesicht am Fenster und zeigt hin. Durch das Glas hört Ellie sie zischen: "Da ist sie, die Hexe!"

Schlagartig sehen alle nach oben. Eine von ihnen ruft: "Komm runter, Hexe!", und sie alle lachen und plappern. Alle bis auf die eine, die zu Ellies Fenster hinaufstarrt, mit ausdrucksloser Miene und nicht zu deuten. Jetzt erkennt Ellie sie. Naomi Harper. Von allen Mädchen unten ist sie diejenige, bei deren Anblick Ellie eine Gänsehaut bekommt. In Naomis Augen funkelt echte Boshaftigkeit, wie Ellie sie weniger ausgeprägt bei Billy gesehen hat. Doch selbst aus dieser Entfernung weiß Ellie, dass Naomi heute Abend hier ist, um ihr etwas zu tun. Sie wird nicht nach unten gehen, ihnen nicht geben, was sie wollen. Aber was, wenn sie hierauf kommen? Ist sie sicher, dass Sarah und Mark die Türen abgeschlossen haben, als sie vorhin zum Elternabend gingen?

Es ist Naomi, die den Singsang anstimmt, zuerst leise, dann lauter, als die anderen Mädchen einstimmen. Dabei starren sie alle zum Fenster.

"Eins, zwei, Ellie kommt vorbei. Drei, vier, verschließe deine Tür ..."

Ellie erkennt die Melodie und die Worte von einem Reim, den sie in einem Gruselfilm gehört hatte, damals in ihrem alten Leben, als Jessica George sie zum Übernachten eingeladen hatte und sie sich heimlich Nightmare on Elm Street aus der DVD-Sammlung ihre Dads ansahen. Sie hatten kaum die Hälfte des Films gesehen, als Jessica schreiend die DVD auswarf und sie durchs Fenster in den Garten schleud

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