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Das Böse in ihr Psychothriller von Way, Camilla (eBook)

  • Verlag: Piper Verlag
eBook (ePUB)
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Das Böse in ihr

Als Claras Freund eines Morgens spurlos verschwindet, ahnt sie sofort, dass etwas Schreckliches geschehen ist. Durch die Ermittlungen der Polizei stellt sich heraus, dass Luke von einer bösartigen Stalkerin massiv bedroht wurde. Als dann auch noch eine Affäre ans Licht kommt, muss sich Clara eingestehen, dass ihr Freund viele Geheimnisse vor ihr hatte, und sie beschließt, mehr über ihn herauszufinden. Bald stößt sie dabei auf ein seltsames Mädchen namens Hannah. Eiskalt, berechnend und brutal soll sie sein. Eine perfekte Soziopathin, die auf Rache sinnt - für etwas, das vor Jahren geschehen ist und für immer im Dunkeln hätte bleiben sollen.

Camilla Way, geboren 1973 in London, studierte englische Literaturwissenschaft und arbeitete als Journalistin unter anderem für 'Elle' und 'The Guardian'. Sie lebt mit ihrem Partner und ihren Zwillingssöhnen im Südosten von London.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 300
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492992909
    Verlag: Piper Verlag
    Serie: Piper Taschenbuch 23547
    Originaltitel: The Lies We Told
    Größe: 4247 kBytes
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Das Böse in ihr

2

London 2017

Clara wachte vom Rauschen des Regens auf, in der Ferne heulte eine Sirene durch die Old Street, und aus den Lautsprechern ihrer Nachbarin kam das gleichmäßige, dumpfe Dröhnen der Bässe. Sie wusste instinktiv, dass Luke nicht zu Hause war - nicht nur nicht in ihrem gemeinsamen Bett, sondern auch nicht in der Wohnung. Einen Moment lag sie da und starrte in die Dunkelheit, dann griff sie nach ihrem Handy, 4:12 Uhr. Keine verpassten Anrufe, keine SMS. Durch einen Spalt im Vorhang sah sie im grellen Licht der orangefarbenen Straßenlaterne, wie der Regen fiel. Im nächsten Moment erklang unter ihrem Fenster am Hoxton Square das schallende Gelächter einer Frau, gefolgt von dem unregelmäßigen Klacken ihrer High Heels.

Eine weitere Stunde verging, ehe sie den Versuch aufgab, wieder einzuschlafen. Hinter der Tür des Schlafzimmers sickerte das erste blaue Licht in die dunklen Ecken der Wohnung, die Möbel um sie herum nahmen allmählich Kontur an, ihre Farben und Umrisse tauchten auf wie Schiffe aus der Dunkelheit. Die Bars und Nachtclubs im Viertel waren unterdessen verstummt, die letzten Nachzügler lange verschwunden. Bald würden Wasser und Besen der Kehrmaschinen die Nacht wegspülen, die Menschen aus ihren Häusern kommen, auf dem Weg zu Bussen und Zügen; der Tag würde beginnen.

Über ihr dröhnte noch immer der monotone Rhythmus, als sie in ihre Steppdecke gehüllt auf der Couch saß und auf ihr Handy starrte. Mehrere Erwägungen schossen ihr durch den Kopf. Sie hatten gestern während der Arbeit keine Gelegenheit gehabt, miteinander zu reden, und sie hatte das Büro verlassen, ohne ihn nach seinen Plänen zu fragen. Später hatte sie sich mit einer Freundin auf einen Drink getroffen, ehe sie früh ins Bett gegangen war, in der Annahme, er käme bald nach Hause. Ob sie ihn jetzt anrufen sollte? Sie zögerte. Sie waren erst vor einem guten halben Jahr zusammengezogen, und sie wollte nicht diese Art von Freundin sein - eine, die an ihm herumnörgelte, Aufmerksamkeit erwartete, Ansprüche stellte und Ausgangssperren verhängte. So funktionierten die Dinge zwischen ihnen nicht. Er war ausgegangen, um sich zu amüsieren. Keine große Sache. Es war schließlich nicht das erste Mal - aus einem Drink waren mehrere geworden, und am Ende hatte er seinen Rausch auf der Couch eines Freundes ausgeschlafen.

Trotzdem war es seltsam, oder? Dass er nicht mal eine SMS geschickt hatte - nachdem er einfach nicht nach Hause gekommen war.

Erst als sie unter der Dusche stand, erinnerte sie sich, wie bedeutsam dieser Tag für ihn war. Mittwoch, der Sechsundzwanzigste. Lukes Termin mit dem Personalchef. Als ihr das einfiel, erstarrte sie mit der Shampooflasche in der Hand. Heute war der Tag für das Gespräch, bei dem es um seine Beförderung gehen sollte. Er hatte sich seit Wochen darauf vorbereitet; vor einem so wichtigen Termin hätte er bestimmt nicht die ganze Nacht durchgemacht. Hastig drehte sie das Wasser ab, wickelte sich in ein Handtuch und ging zurück ins Wohnzimmer, um ihn anzurufen. Sie klickte seine Nummer an und wartete ungeduldig auf den Klingelton. Da hörte sie ein vibrierendes Brummen unter dem Sofa. Sie ging in die Hocke und sah nach. Das Gerät lag einsam und verlassen auf dem staubigen Boden, Lukes Handy. »Mist«, sagte sie laut. Überraschenderweise brach genau in diesem Moment das Dröhnen der Bässe über ihr ab.

Sie öffnete ihren E-Mail-Account. Da war tatsächlich eine Nachricht von Luke, gestern Abend um 18:23 Uhr von seiner Büroadresse abgeschickt.

Hallo, Liebling, hab wieder mal mein Handy zu Hause vergessen. Ich bleibe noch etwas im Büro und bereite mich auf das Gespräch morgen vor, wahrscheinlich bis gegen acht, danach komme ich nach Hause - will zeitig ins Bett wegen morgen. Du bist mit Zoe unterwegs, stimmt's? Bis später, Lx

 

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