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Das Böse Thriller von Kava, Alex (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.07.2002
  • Verlag: MIRA Taschenbuch
eBook (ePUB)
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Das Böse

Als der Serienkiller Ronald Jeffreys für die grausamen Morde an drei kleinen Jungen hingerichtet wird, atmet Amerika auf. Auch wenn er die entsetzliche Wahrheit darüber, was wirklich geschah, mit ins Grab nimmt. Doch drei Monate später wird erneut die Leiche eines Jungen gefunden. Sein geschundener kleiner Körper weist alle Merkmale der Jeffreys-Morde auf. Und plötzlich ist der furchtbare Verdacht da: Wurde ein Unschuldiger hingerichtet? Sheriff Nick Morrelli und der attraktiven FBI-Profilerin Maggie O'Dell bleibt nicht viel Zeit, den Täter zu finden. Denn ein zweites bestialisch ermordetes Opfer bestätigt das Unfassbare. Alex Kava wuchs in einem kleinen Ort mit weniger als 500 Einwohnern im ländlichen Nebraska auf. Sie machte ihren Universitätsabschluss in Kunst und Englisch und verfügt zudem über mehr als 15 Jahre Erfahrung in der Werbe- und Grafikdesignbranche. Ihr Debütroman 'Das Böse' konnte sich auf Anhieb auf der New York Times Bestsellerliste platzieren.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 448
    Erscheinungsdatum: 01.07.2002
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783862781775
    Verlag: MIRA Taschenbuch
    Serie: Maggie O'Dell 1
    Originaltitel: A Perfect Evil
    Größe: 713 kBytes
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Das Böse

PROLOG

Nebraska Staatsgefängnis

Lincoln, Nebraska,

Mittwoch, 17. Juli

"Segne mich, Vater, denn ich habe gesündigt." Ronald Jeffreys rauer Singsang ließ die Formulierung der Beichte eher wie eine Herausforderung klingen.

Pater Stephen Francis starrte auf Jeffreys' Hände, gebannt von den breiten Knöcheln, den gedrungenen Fingern und den abgekauten Nägeln. Die Finger drehten - nein, strangulierten - die Enden seines blauen Anstaltshemdes. Der alte Priester stellte sich vor, wie diese Finger zupackten, drückten und das Leben aus dem kleinen Bobby Wilson würgten.

"Fängt man so an?"

Jeffreys' Stimme erschreckte den Geistlichen. "So war es gut", bestätigte er rasch.

Seine schweißnasse Hand klebte an der in Leder gebundenen Bibel. Der Kragen war ihm plötzlich zu eng. In der Beobachtungskammer für die Zeugen der Vollstreckung war nicht genügend Luft für sie beide. Graue Betonwände schlossen sie ein, unterbrochen nur von einer winzigen Fensteröffnung, hinter der schwarze Nacht lag. Der durchdringende Geruch nach grünem Pfeffer und Zwiebeln ekelte den alten Priester. Er blickte auf die Reste von Jeffreys' Henkersmahlzeit, verstreute Pizzakruste und Pfützen klebriger Cola. Eine Fliege summte über Krumen, die einmal zu einem Käsekuchen gehört hatten.

"Was jetzt?" fragte Jeffreys und wartete auf Anweisungen. Pater Francis konnte nicht mehr denken, nicht unter Jeffreys' starrem Blick, nicht bei der lärmenden Menge draußen vor dem Gefängnis und unten auf dem Parkplatz. Je näher Mitternacht rückte, je mehr Wirkung der Alkohol zeigte, desto lauter dröhnten die Sprechchöre. Es war ein rüdes Lärmen, eine morbide Verbrü- derungsparty im Freien. " Schmore, Jeffreys, schmore! " immer wieder, wie ein Kinderreim, wie Anfeuerungsgesänge, melodisch, ansteckend, krank und Angst einflößend.

Jeffreys schien gegen den Lärm immun zu sein. "Ich bin mir nicht sicher, dass ich noch weiß, wie das geht. Was kommt jetzt?"

Ja, was kam jetzt? Pater Francis war völlig leer im Kopf. Fünfzig Jahre hatte er die Beichte abgenommen, und nun war sein Kopf leer. "Deine Sünden", presste er hervor, da ihm die Kehle wie zugeschnürt war. "Beichte mir deine Sünden."

Jetzt war es Jeffreys, der zögerte. Er glättete den Saum seines Hemdes, wickelte sich einen Faden um den Zeigefinger und zog so fest, dass die Fingerkuppe dunkelrot anlief. Der Priester warf einen Blick auf den Mann, der zusammengesunken auf dem Stuhl mit der hohen Rückenlehne saß. Er war nicht mehr derselbe wie auf den körnigen Zeitungsfotos oder in den kurzen Fernseheinblendungen. Haare und Bart geschoren, wirkte Jeffreys nackt, eher schüchtern und jünger als sechsundzwanzig. In den sechs Jahren im Todestrakt hatte er Gewicht zugelegt, trotzdem wirkte er noch jungenhaft. Plötzlich machte es Pater Francis traurig, dass dieses glatte Gesicht niemals Runzeln oder Lachfalten bekommen würde. Doch dann blickte Jeffreys auf und musterte ihn mit kalten blauen Augen, eisig blau, wie Glas - scharfes Glas -, leer und transparent. Ja, so sah das Böse aus. Der Priester senkte den Blick und wandte den Kopf ab. "Beichte mir deine Sünden", wiederholte er, enttäuscht über das Zittern seiner Stimme. Er konnte nicht atmen. Hatte Jeffreys absichtlich alle Luft aus dem Raum gesogen? Er räusperte sich und fügte hinzu: "Die Sünden, die du aufrichtig bereust."

Jeffreys sah ihn unverwandt an und stieß plötzlich ein bellendes Lachen aus. Pater Francis zuckte zusammen, und Jeffreys lachte noch lauter. Verunsichert schloss der Priester die Finger fester um die Bibel, während er Jeffreys' Hände beobachtete. Warum hatte er nur darauf bestanden, dass der Wachmann die Handschellen entfernte? Selbst Gott konnte die Dummen nicht retten. Schweißtropfen rannen Pater Francis den Rücken hinab. Er dachte daran zu fliehen, sich in Sicherheit zu bringen, ehe Jeffreys erkannte, dass ihn ein zusätzlicher Mord auch nicht mehr ko

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