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Das Dorf der Toten Thriller von Baraldi, Barbara (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.03.2019
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Das Dorf der Toten

Aurora Scalviati ist die beste Profilerin der italienischen Polizei. Doch seit sie bei einem Einsatz lebensgefährlich verletzt wurde, ist sie nur noch bedingt arbeitsfähig. Man versetzt sie daher in ein kleines Dorf in der Emilia Romagna, doch Ruhe findet Aurora auch dort nicht: Bereits in der Nacht nach ihrer Ankunft wird eine Frau in ihrem eigenen Haus brutal ermordet. An eine Wand hat der Täter mit Blut geschrieben: "Du wirst keinen Schaden tun." Psychopathische Mörder sind Auroras Spezialgebiet. Doch sie kämpft nicht nur gegen einen gefährlichen Killer, sondern auch gegen ihre eigenen Dämonen ... Barbara Baraldi ist Autorin von Noir-Thrillern und Young Adult Gothic. Außerdem schreibt sie die Drehbücher für die Comicserie Dylan Dog. Die Autorin lebt in der Nähe von Modena. "Das Dorf der Toten" ist der Beginn einer Thrillerserie um die junge Profilerin Aurora Scalvati, die in der Emilia Romagna ermittelt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 576
    Erscheinungsdatum: 18.03.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641226473
    Verlag: Goldmann
    Originaltitel: Aurora nel buio
    Größe: 1136 kBytes
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Das Dorf der Toten

2

Bononia, 20. September 1349

Ausgestoßene.

Dieses Wort ging Padre Egidio Galuzzi, Prior der Dominikanermönche von Bononia, nicht mehr aus dem Kopf, während er zusah, wie sich die Morgenröte auf die Stadt vor seinem kleinen Zellenfenster legte. Ein eiskalter Schauer überlief ihn; was er einstmals für ein Zeichen göttlicher Kraft gehalten hätte, erschien ihm heute wie ein schlechtes Omen.

Seit über einem Jahr suchte eine heimtückische, unaufhaltsame Seuche die Bevölkerung heim, die die Gelehrten nach dem lateinischen Wort für "das Schlimmste", pestem , die Pest, getauft hatten.

Die Pest hatte sich schnell in ganz Europa ausgebreitet und Männer, Frauen und Kinder dahingerafft, ganz gleich ob Adelige, Priester, Bauern oder Handelsleute, immer mehr Ländereien lagen brach, die Bevölkerung der Stadt war dezimiert, und die Sitten verrohten.

Die Krankheit verschlang zwei Menschen von fünfen, und es hieß, sie komme aus dem fernen Orient, wo mehrere Tage lang ein Regen aus Würmern, später aus Schlangen herabgekommen sei, die groß genug waren, einen Mann in einem einzigen Bissen zu verschlingen, schließlich seien Feuerbälle gefolgt, deren Rauch so giftig war, dass jeder, der ihn einatmete, innerhalb von zwölf Stunden starb.

Im Glauben an dieses Gerede hatte der Ältestenrat, die weltliche Institution, die Bononia regierte, verfügt, dass in den Häusern alle nach Osten gehenden Fenster verschlossen bleiben mussten, um den giftigen Pesthauch nicht einzulassen, der mit den Winden aus dem Orient hereinwehte.

"Ausgestoßene" waren diejenigen, die von der Gesellschaft ausgeschlossen wurden. Isoliert, sich selbst überlassen. Wie die Pestkranken. Aber nicht nur die.

Manch einer hielt die Pest für eine Strafe des Allmächtigen für die Toleranz der Regierenden gegenüber Juden und Ungläubigen, und das hatte für ein Wiederaufflammen der Verfolgung von Minderheiten gesorgt. Auch wenn es sich dabei häufig nur um eine billige Rechtfertigung han delte, um sich die Reichtümer der Verdammten anzue ignen.

Padre Egidio hielt nichts von solcherlei Aberglauben, und als Inquisitor spürte er die Verantwortung, die Stadt vor allem zu bewahren, was ihr Volk von Gottes Gnade entfernte.

Er war überzeugt, es bedürfe eines Glaubensaktes, um die Pest zu bekämpfen, und er hatte sich für härtere Strafen für der Häresie oder der Hexerei Verdächtige eingesetzt. Die Irrlehre gehörte ausgemerzt, und die beste Art, das zu tun, war, einen Prozess nach dem anderen zu führen. Täglich gab es Exekutionen, und sie durften kein Ende finden, bis nicht der Glauben des Volkes an Gott und die Männer der Kirche vollständig wiederhergestellt wäre.

Padre Egidio schüttelte die Gedanken ab und zog seinen schwarzen Umhang über den weißen Habit der Dominikanermönche. Sein noch vom Schlaf verschleierter Blick glitt für einen Augenblick durch die Zelle. Sie war schlicht möbliert, wie es die Regeln Domingo de Guzmáns, des heiligen Dominikus vorschrieben: Neben dem Bett stand eine Sitztruhe und auf der gegenüberliegenden Seite ein kleiner Schreibtisch. Padre Egidio kniete vor dem Kruzifix an der Wand nieder und sprach mit leiser Stimme das Vaterunser.

Dann verließ er den Raum und ging mit sicheren Schritten den langen Korridor hinunter, der die Zellen miteinander verband, bis in den vorderen Teil der Basilika. Hier wurden normalerweise die öffentlichen Andachten abgehalten, während der Laudes war er jedoch für die Mönche reserviert. Er gesellte sich für das Morgengebet zu seinen Mitbrüdern an der Arca di San Domenico, dem eindrucksvollen Grabmal des Ordensgründers.

Nach dem Gebet trat Padre Baldassarre Fey, der alte Abt, zu ihm. "Macht Euch etwas Sorgen, Padre Egidio?"

Padre Egidio runzelte die Stirn, überrascht von so viel Eifer. "Warum fragt Ihr?"

"Ich kenne Euch seit Eurer Zeit als gottesfürchtiger Ordensanwärter", sagte Padre Baldassarr

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