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Das Dornenkind Ein Fall für Nils Trojan 5 - Psychothriller von Bentow, Max (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 24.08.2015
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Das Dornenkind

Tödlicher als die Rückkehr eines Serienkillers ist nur
seine Rache.
Der Fund von drei Todesopfern, in deren Haut geheimnisvolle Botschaften geritzt wurden, stellt die Berliner Kriminalpolizei vor ein Rätsel. Während der Ermittlungen wird Trojans schlimmster Albtraum wahr: Er bekommt den Anruf einer Frau, die behauptet, die Tochter des 'Federmannes' zu sein. Der infame Serienmörder war dem Ermittler vor vier Jahren schwerst verletzt entwischt. Zu seinem Entsetzen schwört sie, dass ihr Vater am Leben ist. Trojan merkt schnell, dass er in einen fatalen Sog geraten ist. Denn der 'Federmann' wird nicht eher ruhen, bis er ihn vernichtet hat.

Max Bentow wurde in Berlin geboren. Nach seinem Schauspielstudium war er an verschiedenen Bühnen tätig. Für seine Arbeit als Dramatiker wurde er mit zahlreichen renommierten Preisen ausgezeichnet. Seit seinem Debütroman "Der Federmann" hat sich Max Bentow als einer der erfolgreichsten deutschen Thrillerautoren etabliert, alle seine Bücher waren große SPIEGEL-Bestseller-Erfolge.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 464
    Erscheinungsdatum: 24.08.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641158026
    Verlag: Goldmann
    Serie: Nils Trojan Bd.5
    Größe: 2707 kBytes
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Das Dornenkind

EINS

S a brina liebte diesen Sommer, sie schlenkerte mit den Armen und schritt noch schneller aus. Als sie um die nächste Straßenecke bog, erfasste sie ein Windhauch, und ein Prickeln fegte über ihre Haut, so jäh und intensiv, dass sie unwillkürlich die Schultern hob und verharren musste. Sie legte den Kopf in den Nacken und sah zum Nachthimmel hinauf. Rund um die Mondsichel funkelten vereinzelte Sterne. Sie sog die Luft ein, lau und mild, beinahe würzig, trotz erhöhter Smogwarnstufe, und ein ungeahntes Glücksgefühl durchströmte sie. Beschwingt ging sie weiter.

Sie verehrte die Stadt zu dieser Jahreszeit, wenn ihre Hüften von lässigen T-Shirt-Kleidern umschmeichelt wurden, die Loops aus den Clubs noch auf dem Heimweg durch die Blutbahn jagten und das Tocken ihrer Absätze auf dem Asphalt so sehnsüchtig und verheißungsvoll klang. Das war ihr Stakkato im Juli, das waren die Lust und die Leichtigkeit.

In ihrem Viertel war es noch immer laut, hektisch, die Plätze draußen vor den Kneipen waren dicht besetzt, Gelächter schwirrte umher, das anschwellende Stimmengewirr der Nachtschwärmer. In einer Wohnstraße wurde es ruhiger.

Den Kleinbus bemerkte Sabrina erst, als sie sich bis auf wenige Schritte genähert hatte. Er parkte am Straßenrand, im Halbdunkeln, hier waren ein paar der alten Laternen defekt.

"Liebling, nun fahren wir nach Hause, es ist schon spät."

Da war ein Herr im beigefarbenen Sommerblouson, er beugte sich über eine Frau im Rollstuhl. Alles, was Sabrina von ihr erkennen konnte, war ihr Hinterkopf, umhüllt von einem rotgepunkteten Tuch, und ihr karierter Wintermantel, der ihr doch viel zu warm sein müsste. Er war dabei, sie auf die Rampe des Fahrzeugs zu schieben, was ihn offenbar Mühe kostete.

"Ich hab's gleich, Liebes, sei geduldig mit mir."

Er gab ein leises Ächzen von sich. Sabrina wollte sich unbemerkt an den beiden vorbeistehlen, als er sie ansprach.

"Könnten Sie mir eventuell behilflich sein, junge Frau?"

Sie hielt inne, anfangs widerwillig, da registrierte sie sein freundliches Lächeln, und schon nickte sie.

"Danke. Wie überaus charmant von Ihnen."

Sie trat heran, er machte einen Schritt zur Seite, und Sabrina stemmte sich gegen die Griffe des Rollstuhls, der sich erstaunlich leicht die Rampe hinaufschieben ließ.

Er ging hinter ihr.

"Wissen Sie, in meinem Alter macht mir öfter der Rücken zu schaffen."

"Kein Problem", sagte sie, "das haben wir gleich", und schon war der Rollstuhl im Inneren des Kleinbusses.

Danach ging alles sehr schnell. Er schien einen Knopf betätigt zu haben, denn die Rampe war im Nu eingeklappt, und die hinteren Türen schlugen zu.

Sabrina fuhr herum.

"Was soll das!"

Für einen Moment war es völlig finster im Wagen. Keine Fenster, durchzuckte es sie. Schon flammte eine Neonröhre auf. Sie registrierte zwei Dinge gleichzeitig: das Gesicht der Frau in dem Rollstuhl, merkwürdig bleich und schimmernd, und die Pistole in der Hand des Mannes.

"Schön brav sein. Die ist geladen."

Ihr Herz hämmerte so heftig, dass ihr kurzzeitig die Luft wegblieb. Ihr Blick glitt wieder zu der Frau hin. Das Kopftuch war unterm Kinn verschnürt, der Hals fleischfarben wie eine Prothese. Die Lippen leuchteten unnatürlich rot. Und in den Augen waren Farbtupfen wie bei einem Püppchen. Und dann erst verstand sie. Es war eine Puppe! Sie sah täuschend echt aus. Eine Silikonpuppe im Rollstuhl.

Sabrinas Mund schnappte auf, doch die Panik lähmte ihre Glieder, ein rasch wirkendes Gift. Die Stimme des Mannes hingegen war so sanft und gütig, als sei er der Überraschungsgast bei einem Kindergeburtstag.

"Hab keine Angst, dir wird nichts passieren. Du musst mir nur noch einen zweiten Gefallen tun, ja?"

Schreien. Warum bekam sie denn keine Luft in ihre Lungen?

Schon war er bei ihr, entwand ihr die Handtasche, entnahm da

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