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Das entzweite Herz 14. Abenteuer in der Jules Lederer - Reihe von Brooks, Kendran (eBook)

  • Verlag: neobooks Self-Publishing
eBook (ePUB)
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Das entzweite Herz

Shamee Ling versucht sich in Kalifornien ein neues Leben aufzubauen. Doch reicht Ehrgeiz dazu aus? In Indien begeben sich Jules und Henry auf eine Safari. Löwen sollen fotografiert werden. Stattdessen wird ein Tiger entfesselt. Derweil plagt sich in Rio de Janeiro Zenweih Ling mit finanziellen Sorgen herum. Hochs und Tiefs eines Unternehmers. Spannung zu erzeugen und die Leser intelligent zu unterhalten sind die beiden Hauptziele meiner Schreibarbeit. Die Romane erzählen die Geschichte der Patchwork-Familie Lederer über all die Jahre hinweg. Jedem Roman ist ein Sachthema unterlegt. Meine Bücher veröffentliche ich unter dem Pseudonym 'Kendran Brooks', weil ich Diskussionen über Politik, Glaube oder den Anteil autobiografischer Szenen vermeiden will.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 390
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783742724571
    Verlag: neobooks Self-Publishing
    Größe: 891 kBytes
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Das entzweite Herz

Vorgeschichte

"Ich musste es tun", sagte der Mann um die dreißig und wirkte auf den Sheriff des Santa Cruz County äußerst verwirrt, wie er mit sich selber ringend vor ihm stand und von einem Fuß auf den anderen trat. Klatschnass klebten ihm die pechschwarzen Haare am Schädel, fast wie die Gummihaut eines Taucheranzugs. Er trug einen dunkelbraunen, völlig durchweichten Cord-Anzug, ein kariertes Hemd mit roter Krawatte. Kein Stadtmensch, eher ein zurechtgemachter Farmer. Seine Hosen waren hoch bis zu den Knien mit Dreck bespritzt, die Schuhe voller Lehmklumpen. Sie hatten eine Schlammspur von der Eingangstür bis vor den Schreibtisch des Sheriffs gezogen.

"Martha wird sich bestimmt wieder bei mir beschweren", dachte Sheriff Oliver McFlinton missmutig an seine Reinigungskraft, mit der er sich seit vielen Jahren immer wieder zankte, über den vereinbarten Umfang der Putzarbeiten im Office und die angeblich viel zu geringe Bezahlung. Gleichzeitig mit dem Bild der griesgrämigen Martha vor Augen musterte McFlinton weiterhin den nervösen Besucher, mit ähnlicher Skepsis und Reserviertheit wie sein Deputy Steven Muller. Der stand am Aktenschrank und hatte gerade in einer der Schubladen nach den Unterlagen zu einem Einbruchdiebstahl von vergangener Woche im Drugstore gekramt, als der Mann ins Office gestolpert kam. Muller hatte seinen Kopf zum Besucher umgedreht. Seine Hände ruhten immer noch in der Schublade.

"Setzen Sie sich erst einmal hin", begann Sheriff McFlinton umgänglich-freundlich und deutete auf den Stuhl vor seinem Pult. Doch der Dreißigjährige reagierte weder auf die Worte, noch auf die Geste des Gesetzeshüters, starrte mit stechendem Blick durch den Sheriff hindurch und wiederholte murmelnd: "Ich musste es tun."

"Bitte", die Stimme von Oliver McFlinton hatte sich ein wenig erhoben und bereits den zwingenden Tonfall eines lang gedienten Gesetzeshüters angenommen, der wusste, wie man mit Menschen in Ausnahmesituationen umging. In der Regel war diese Art der Anrede für jeden, ob Beschuldigter oder Zeuge, ein ausgesprochen guter Grund, McFlinton ohne jeden Widerspruch zu gehorchen. Denn auch wenn der alte Sheriff längst die siebzig überschritten hatte, so galt er bei den Einwohnern im Land weiterhin als Eisenfresser und höchster Garant für Recht und Ordnung. Die meisten Menschen im Santa Cruz County liebten und verehrt ihn, die wenigen anderen fürchteten ihn zumindest.

Auf der Straße begrüßten die Leute den in die Jahre gekommenen McFlinton nur mit "Good morning, Olly" oder "How are you today, Olly?", denn der Gesetzeshüter gehörte genauso zu ihnen und zu diesem Land wie jeder Hügel und jedes Haus. Die Jugendlichen allerdings, die sprachen meistens nur vom "ollen Olly", zumindest wenn der Polizeibeamte außer Hörweite war. Dieses "olle" war aber keineswegs abwertend gemeint, ganz im Gegenteil. Sie sprachen es fast ehrfürchtig aus.

Richtiggehend berühmt wurde der Sheriff in den 1980ern, als er ganz auf sich alleine gestellt hinter zwei gefährlichen Bankräubern her fuhr und sie nach einer wilden Verfolgungsjagd in der mexikanischen Wüste stellte. Den einen erschoss er in Notwehr und den anderen brachte er schwer verletzt aber lebend über die Grenze zurück in die Stadt. Die beiden Verbrecher hatten bei ihrem Raubzug auf die Credits & Loans Amado den Kassierer erschossen, für weniger als 20 000 Dollar Beute. Der überlebende Bankräuber wurde später wegen Mord ersten Grades zum Tod verurteilt und hingerichtet. Diese Geschichte lag nun zwar schon mehr als drei Jahrzehnte zurück, hatte dem alten Eisenfresser seitdem aber stets die Wiederwahl gesichert.

"Verbrechen müssen gesühnt werden...", war einer seiner Standardsätze, die er sich seit seinem Antritt als junger Deputy zu Eigen gemacht hatte. Und jeder im Santa Cruz County konnte den zweiten Teil des Satzes fast im Schlaf hersagen, "...Aug um Auge, Zahn um Zahn, egal, wer es auch ist, das ist nur gerecht und

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