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Das Erbe von Tanston Hall Ein Cornwall Krimi von Marschall, Anja (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.02.2013
  • Verlag: Dryas
eBook (ePUB)
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Das Erbe von Tanston Hall

Vor drei Jahren verschwand Kates Bruder spurlos. Gerade als sie glaubt, mit dem Verlust leben zu können, erhält sie einen anonymen Anruf. Ihr Bruder soll in einem kleinen Dorf in Cornwall gesehen worden sein und in großen Schwierigkeiten stecken. Kate bricht sofort auf - doch im idyllischen Cawsand erwarten sie perfide Intrigen und ein tödliches Familiengeheimnis. Anja Marschall lebt und schreibt in Schleswig-Holstein, wo sie seit mehreren Jahren als Publizistin arbeitet. Ihr erster Roman, 'Fortunas Schatten', ist beim Dryas Verlag erschienen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 284
    Erscheinungsdatum: 20.02.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783940258267
    Verlag: Dryas
    Größe: 745 kBytes
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Das Erbe von Tanston Hall

Kapitel 03

Kate hatte ihr erstes Frühstück im "King's Men" hastig beendet und sich von Mrs Whidby einen Schirm geliehen. Dann waren sie und die Wirtin in einem klapprigen Jeep nach Plymouth gefahren.

Das war nun schon mehrere Stunden her. Mittlerweile war es Nachmittag und man ließ Kate noch immer auf dem Flur im dritten Stock des Polizeigebäudes warten. Sie hatte Hunger und spürte, wie sie von Minute zu Minute ärgerlicher wurde. Eine junge Beamtin hatte Kates Ausweis mitgenommen, um kurz die Personalien zu überprüfen, wie sie sagte. Das war vor über zwei Stunden gewesen!

Mit zunehmender Wut im Bauch und einem knurrenden Magen beobachtete Kate das Kommen und Gehen auf dem Flur. Männer und Frauen eilten über das abgewetzte graue Linoleum, vorbei an der Bank, auf der sie saß. Die Schritte hallten von den kahlen Wänden und vermischten sich mit dem Schlagen von Türen und dem Klingeln von Telefonen dahinter. Niemand beachtete sie. Kate fühlte sich, als sei sie durchsichtig. Auch der junge Uniformierte, der soeben den Gang entlangkam, übersah sie. In der rechten Hand hielt er eine durchsichtige Plastiktüte.

Kate sprang auf und eilte ihm nach, als auch er durch eine der vielen Türen verschwinden wollte. Sie fragte, wie lange sie noch warten müsse, und er blickte sie verständnislos an. Dann erklärte er ihr umständlich, dass der zuständige Beamte sicherlich bereits auf dem Weg sei und sie sich noch ein wenig gedulden müsse.

Kate starrte auf den Beutel in seiner Hand. Darin konnte sie deutlich eine schwarze Waffe sehen, an der rostfarbene Flecken klebten. Mit einem entschuldigenden Lächeln schloss der Polizist die Tür vor ihrer Nase.

Schweigend setzte sie sich wieder auf die harte Holzbank an der Wand. Ihr Magen knurrte jetzt noch lauter. Und sie auch. Kate Cole war nicht weit davon entfernt, in eines der Büros zu stürmen, um sofort ihren Ausweis zurückzuverlangen. Offenbar hatte man sie und ihr Anliegen vergessen oder beides für unwichtig erklärt.

Was erwartete sie denn überhaupt von der Polizei in Plymouth? Man hatte ihr damals in London nicht geholfen, Phil zu suchen, und man würde es jetzt auch nicht tun.

Sie straffte die Schultern. Der nächste Beamte würde sie kennenlernen, entschied sie.

Zwei Männer traten um die Ecke. Der eine trug eine dunkle Navy-Uniform mit weißer Schirmmütze, der andere war in Zivil. Die Abzeichen auf den Ärmeln des Marinemannes sagten ihr nichts, doch sie schätzte allein durch die Anzahl der goldenen Streifen, dass der Mann ein höherer Offizier sein müsse. Der Mann neben ihm machte einen nicht weniger wichtigen Eindruck. Erst wollte Kate aufspringen, doch dann entschied sie, die Rückgabe ihres Ausweises lieber von jemand anderem zu fordern. Jemand, der nicht so wichtig aussah.

Als sie erneut allein auf dem Flur war, stand Kate auf. Sie würde schon jemanden finden, den sie anschreien konnte.

Ein weiterer Uniformierter kam um die Ecke. Seine Schirmmütze trug er im Arm, als er mit schnellen Schritten auf sie zukam. Kate meinte, einen oder zwei goldene Streifen weniger an seinem Arm entdecken zu können. Er lächelte. Zweifellos meinte sein Lächeln sie.

Kate Cole starrte den Offizier an, dessen Lächeln tatsächlich irgendwo zwischen George Clooney und Brad Pitt anzusiedeln war. Sein Haar war haselnussbraun und seine Augen umwerfend. Kate ließ sich zurück auf die Bank fallen, ohne den Blick von dem Mann wenden zu können. Irgendwie fühlte sich ihr Kopf plötzlich heiß an.

"Lass das!", schrie eine Stimme in ihr.

Mit aller Gewalt riss sie den Blick von dem Offizier und starrte auf den Boden zu ihren Füßen. Sie war sicher, er amüsierte sich prächtig über sie. Dann war auch er hinter einer der Türen verschwunden. Vorsichtig blickte Kate wieder hoch.

Eine Beamtin ging breit grinsend an ihr vorbei. "Das passiert jeder von uns", sagte sie. "Solange die Jungs Uniformen tragen, haben sie das gewi

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