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Das Erwachen Thriller von Kernick, Simon (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.12.2015
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Das Erwachen

Bin ich ein Cop - oder ein Killer? Nach einem Autounfall hat Nick Barron das Gedächtnis verloren. Er weiß nur, dass er in seinem vorigen Leben ein Cop war. Jetzt wohnt Barron bei seiner Schwester in einem einsamen Landhaus. Doch schnell kommt ihm der Verdacht, dass die Menschen um ihn herum ihn belügen. Als eine Bande maskierter Killer das Haus überfällt, bricht für Barron die Hölle los. Offensichtlich verfügt er über ein gefährliches Wissen - doch er kann sich an nichts erinnern. Es beginnt eine furiose Hetzjagd ... Simon Kernick, 1966 geboren, lebt in der Nähe von London und hat zwei Kinder. Die Authentizität seiner Romane ist seiner intensiven Recherche zu verdanken. Im Laufe der Jahre hat er eine außergewöhnlich lange Liste von Kontakten zur Polizei aufgebaut. Sie umfasst erfahrene Beamte der Special Branch, der National Crime Squad (heute SOCA) und der Anti-Terror-Abteilung. Mit Gnadenlos (Relentless) gelang ihm international der Durchbruch, mittlerweile zählt er in Großbritannien zu den erfolgreichsten Thrillerautoren und wurde für mehrere Awards nominiert. Seine Bücher sind in dreizehn Sprachen erschienen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 496
    Erscheinungsdatum: 14.12.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641176457
    Verlag: Heyne
    Serie: Tina Boyd 7
    Originaltitel: The Final Minute
    Größe: 752 kBytes
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Das Erwachen

1

Seit einer Weile hatte ich das dumpfe Gefühl, jemand anders zu sein, als alle behaupteten.

Das fing vor einer Woche an. Ich wollte eine Flasche Rotwein aus dem Keller holen, kam ins Stolpern, stürzte die Treppe hinunter und schlug mit dem Kopf auf dem Steinboden auf. Wegen einer leichten Gehirnerschütterung behielten sie mich zur Beobachtung über Nacht im Krankenhaus, und seit meiner Entlassung wurde ich den Verdacht nicht mehr los, dass irgendetwas nicht mit rechten Dingen zuging.

Das Ganze hier kam mir spanisch vor. Zum Beispiel meine Schwester: Sie hatte mich, behauptete sie, nach dem Unfall in ihrem Haus aufgenommen und sorgte nun schon seit über zwei Monaten für mich, was möglicherweise stimmte, möglicherweise aber auch nicht, da in meinem Kopf die Tage wie in einem Nebeldunst fließend ineinander übergehen. Ums Verrecken konnte ich nicht sagen, ob ich einfach nur paranoid war oder mit meinem Bauchgefühl richtiglag. Ohne Langzeitgedächtnis bist du aufgeschmissen, und dir bleibt nichts anderes übrig, als denen zu vertrauen, die sich um dich kümmern, erst recht einem Fachmann, der dir dabei helfen soll, dein Gedächtnis wiederzuerlangen, genauer gesagt, dem Mann, der mir gerade im Zimmer gegenübersaß: Dr. Bronson, Psychiater, groß, gepflegte Erscheinung, schwarze Mähne mit Silbersträhnen, schmales, einfühlsames Gesicht. Vor ein paar Jahren wohl noch markant und gut aussehend, steuerte er schätzungsweise auf die sechzig zu und hatte den Kampf mit der Schwerkraft schon halb verloren. Alleinstehende Damen ohne Alter standen wahrscheinlich auf den Typ. Bei allem gravitätischen Ernst kehrte er gerne den schr ägen Vogel heraus - zum Beispiel mit seinen gewagten modischen Akzenten, dem Tweedanzug mit Weste zur roten Fliege, farblich auf die Brille abgestimmt, als i-Tüpfelchen grellrosa Socken zu ausgelatschten braunen Schuhen.

"Wie ist es denn die letzten Tage so gelaufen, Matt?", fragte der Doktor mit leiser, doch sonorer Stimme. Seit er einmal die Woche zu unseren Sitzungen ins Haus meiner Schwester kommt, eröffnet er das Gespräch mit den immer gleichen Worten.

"Wie ist es uns denn seit dem letzten Mal ergangen, Matt?"

"Was soll ich sagen? Nicht viel anders als sonst." Was bis vor wenigen Tagen der Wahrheit entsprochen hätte. Inzwischen sah die Sache etwas anders aus.

"Sie wirken heute ein wenig bedrückt", stellte Dr. Bronson fest. "Kopf hoch, Matt. Es braucht nun einmal s eine Zeit, sich von einem derart schweren Gehirntraum a zu erholen. Manchmal Monate. In seltenen Fällen Jahre. Wir müssen uns in Geduld fassen. Auch wenn es nur millimeterweise vorangeht."

Das Gehirntrauma verdankte ich dem Autounfall. Vor einigen Monaten war ich in den frühen Morgenstunden auf einer einsamen Landstraße in Hampshire von der Fahrbahn abgekommen und gegen einen Baum gerast. Aus irgendeinem Grund war ich dabei nicht angeschnallt, was mir wahrscheinlich das Leben rettete, denn ich wurde durch die Windschutzscheibe sechs bis sieben Meter weit durch die Luft geschleudert - und lag in sicherer Entfernung im Gestrüpp, als der Wagen in Flammen aufging. Als ich drei Monate später aus dem Koma erwachte, fand ich mich in diesem Leben wieder.

Ein unbeschriebenes Blatt.

Ohne jeden Zweifel das einsamste Gefühl der Welt.

"Ich weiß, ich weiß", sagte ich gereizter als beabsichtigt. "Ich habe nur den Eindruck, dass wir auf der Stelle treten."

"Nein, das stimmt nicht", widersprach mir Bronson mit allem Nachdruck. "Wir haben schon eine Menge erreicht. Sie können sich wieder erinnern, wie Sie mit Ihrer Schwester aufgewachsen sind; Sie wissen, dass Sie des Öfteren mit Ihrer Familie zum Camping gefahren sind. Wir sind gerade dabei, die Puzzleteile Ihrer Kindheit Stück für Stück zusammenzufügen, Matt. Das ist ein solider Grundstock, um uns als Nächstes an Ihre späteren Jahre heranzutasten und aus einzelnen Momentaufnahmen Ihren Lebenslauf zu rekons

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