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Das Eulentor von Gruber, Andreas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.01.2014
  • Verlag: hockebooks
eBook (ePUB)
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Das Eulentor

Ein düster-phantastischer Mystery-Thriller zum Gruseln. Im November 1911 segeln Alexander Berger, der Kartograph Hansen und eine Handvoll Norweger ans Ende der Welt. Inmitten zerklüfteter Gletscher und arktischer Temperaturen sterben die Teilnehmer an Erfrierungen, stürzen in Gletscherspalten oder verschwinden unter mysteriösen Umständen im Blizzard. Kurz vor Abbruch der Expedition entdecken die Überlebenden einen mysteriösen Schacht, der senkrecht und scheinbar endlos tief in die Erde führt. Sie wollen das Rätsel des Bauwerks lösen, das jedem physikalischen Gesetz widerspricht. Der gefährliche Abstieg in die Dunkelheit beginnt, wo Tod und Wahnsinn lauern ...

Andreas Gruber, geboren 1968 in Wien, studierte an der dortigen Wirtschaftsuniversität und arbeitet halbtags für einen Pharma-Konzern. Mit seiner Familie und vier Katzen lebt er in Grillenberg in Niederösterreich. Er wurde bereits sechsmal mit einem Arbeitsstipendium "Literatur" des österreichischen Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur bedacht und ist dreifacher Gewinner des Vincent Preises sowie dreifacher Gewinner des Deutschen Phantastik Preises. Seinen Durchbruch erreichte Andreas Gruber mit "Rachesommer", das ihn dank der Mundpropaganda begeisterter Leser in die erste Liga deutschsprachiger Spannungsautoren katapultierte. Bestseller wie "Todesfrist" und "Herzgrab" folgten.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 180
    Erscheinungsdatum: 22.01.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783943824452
    Verlag: hockebooks
    Größe: 1823kBytes
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Das Eulentor

Für Jürgen – danke für alles!

In der Sprache der Wikinger wird die norwegische Inselgruppe Spitzbergen Svalbard genannt, was so viel wie "Kalte Küste" bedeutet. Spitzbergen liegt an der Grenze zu Ostgrönland, wo es die Packeisgrenze zum Franz-Josephs-Land bildet. Auf der Insel befindet man sich inmitten der Arktis, mit Eisplateaus, zerklüfteten Gletschern und Temperaturen von bis zu minus vierzig Grad im Winter. In den Sommermonaten macht die Mitternachtssonne keinen Unterschied zwischen Tag und Nacht. Das Ewige Eis verursacht Schneeblindheit, während die Winde mit hundert Kilometern in der Stunde durch die Fjorde peitschen und die Stürme unaufhörlich in den Bergen heulen. Nicht umsonst bezeichnete man die Insel früher als – das Ende der Welt.
Spitzbergen, 1911
DIE EXPEDITION

Erstes Kapitel

Dieser verdammte Sturm setzte mir jetzt schon zu, obwohl wir uns noch weit von der Insel entfernt befanden. Ich stand an der Reling, nur mit einer Ölhose, einem dicken Pullover und festem Schuhwerk bekleidet, und versuchte der Gischt zu trotzen, die am Bug der Skagerrak emporschoss. Vor mir lag das Nordmeer, das wir in Richtung Spitzbergen durchpflügten, seit wir am Abend zuvor in Tromsø ausgelaufen waren. Nach jeder Welle stürzte der zweimastige Schoner dermaßen in ein Tal, dass es mir den Magen hob. Wie winzige Nadeln stach die Kälte auf den Wangen. Obwohl die Zigarre aus dem Privatvorrat des Kapitäns in der feuchten Brise längst erloschen war, kaute ich auf dem Tabak, der nach nichts mehr schmeckte, und spuckte hie und da ins Wasser. Unter Deck wäre es behaglicher gewesen – keine Frage –, aber ich hielt mit klammen Fingern in der Kälte aus. Ich wollte, nein, vielmehr musste ich einen Vorgeschmack darauf bekommen, was uns bevorstand.

Mit dem Klappmesser ritzte ich das heutige Datum in die Holzbohle der Reling: 8. November 1911. Darunter meinen Namen: Alexander Berger. Auf den Doktortitel verzichtete ich, der erleichterte mir das Leben hier draußen nicht. Für die nächsten drei Monate würde ich weder meine Eltern noch meine Wiener Wohnung, die Arztpraxis meines Vaters oder die Patienten sehen – auch nicht Kathi Bloom, die junge Bühnenschauspielerin, die ich kurz vor unserer Abreise am Wiener Burgtheater kennengelernt hatte. Vor allem ihretwegen war ich schweren Herzens aufgebrochen. Aber ich hatte mich damit getröstet, dass die vor uns liegende Reise aufregender war als alles andere, was je ein Schriftsteller und angehender Arzt erlebt hatte. Mit siebenundzwanzig Jahren war es höchste Zeit, meine Bestimmung zu finden, wollte ich nicht den Rest meines Lebens Gedichte schreiben oder in der Praxis meines Vaters ordinieren. Und diese Bestimmung hieß – an den Rand der Arktis zu reisen.

Seit ich mich erinnern konnte, hatte mir mein Großvater Geschichten über die Nordpolfahrten der friesischen Seeleute erzählt, über den Engländer Constantine John Phipps, der vor knapp hundertfünfzig Jahren versucht hatte, den Packeisgürtel zu durchstoßen, oder die Reisen des Kapitän Parry, der vor etwa achtzig Jahren von Spitzbergen aus versucht hatte, mit Rentierschlitten den Nordpol zu erreichen. Wenn das Brennholz im Kamin knisterte, der erste Schnee auf dem Fenstersims liegen blieb und der Kaffee auf dem Herd duftete, saß ich in Großvaters Nähe und lauschte seinen Geschichten über Abenteuer, die so alt waren wie die Menschheit selbst. Seitdem faszinierte mich die Arktis wie kein zweiter Ort auf dieser Welt, und ich wollte verdammt sein, wenn wir nicht unseren Beitrag zur Erforschung des Ewigen Eises leisten konnten.

Wir, das waren zunächst Jan Hansen, ein breitschultriger, hochgewachsener Norddeutscher, den ich w&aum

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