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Das Gebot der Rache Thriller von Niven, John (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.01.2013
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Das Gebot der Rache

Die kalte Hand des Bösen
Die meisten Menschen können ihre Rachefantasien kontrollieren. Aber es gibt einige, bei denen die Gier nach Rache grenzenlos ist. Einen solchen Fall erzählt John Niven in "Das Gebot der Rache". Mit seinem neuen aufsehenerregenden Roman beweist der Kultautor seine Meisterschaft auch im Bereich des schonungslosen Thrillers und nimmt den Leser mit auf eine Reise, die er nie wieder vergessen wird.
Donald Miller führt ein Leben, von dem man nur träumen kann. Mit seiner wohlhabenden Frau Sammy und seinem kleinen Sohn Walt bewohnt er ein luxuriöses Anwesen in der kanadischen Provinz. Donald kennt keine Geldsorgen, er liebt seine Familie, er ist umgeben von netten Leuten. Doch mit einem Schlag zerbricht diese heile Welt ... Als er seinen abgeschlachteten Hund findet, ahnt Donald, dass etwas in sein Leben getreten ist, das ihn für immer zeichnen wird. Seine bösen Vorahnungen werden schnell zur bitteren Wahrheit. Während eines Schneesturms wird Sammy entführt. Kurz darauf findet man ihren brutal zugerichteten Leichnam. Mit der Präzision eines Uhrwerks zieht sich eine namenlose Bedrohung um Donald zusammen: Er gerät zusammen mit seinem Sohn in die Gewalt eines Feindes, der scheinbar jede Menschlichkeit hinter sich gelassen hat ...

John Niven, geboren in Ayrshire im Südwesten Schottlands, spielte in den Achtzigern Gitarre bei der Indieband The Wishing Stones, studierte dann Englische Literatur in Glasgow und arbeitete schließlich in den Neunzigern als A&R-Manager einer Plattenfirma, bevor er sich 2002 dem Schreiben zuwandte. 2006 erschien sein erstes Buch, die halbfiktionale Novelle Music from Big Pink über Bob Dylan und The Band in Woodstock; 2008 landete er mit dem Roman Kill Your Friends - einer rabenschwarzen Satire auf die Musikindustrie - einen internationalen Bestseller. Es folgten die Romane Coma, Gott bewahre, Das Gebot der Rache, Straight White Male, Old School und Alte Freunde. John Niven schreibt außerdem Drehbücher. Er lebt derzeit in Buckinghamshire, England.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 21.01.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641097424
    Verlag: Heyne
    Originaltitel: Cold Hands
    Größe: 673 kBytes
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Das Gebot der Rache

5

"Verdammt schöner Tag, was?", sagte Officer Robertson, während wir zu der Stelle gingen, an der ich den Hund gefunden hatte. Er hatte darum gebeten, sie sich erst einmal ansehen zu dürfen.

"Allerdings." Selbst nach so langer Zeit war ich immer wieder überrascht, wie amerikanisch respektive kanadisch ich inzwischen klang. Auch wenn ich immer noch einen Akzent hatte. Mein rollendes "R" war ein Überbleibsel meines ehemals breiten Ayrshire-Dialekts, der immer dann besonders deutlich durchklang, wenn ich aufgeregt war oder mich ärgerte. Ich hatte versucht, ihn mir abzugewöhnen, sogar ziemlich erbittert, aber es war zwecklos. Er weigerte sich einfach zu verschwinden.

Robertson war jung, Anfang zwanzig, gerade mal halb so alt wie ich. Unter seiner Mütze leuchtete buschiges, ingwerfarbenes Haar, an seinem Gürtel schaukelten Schlagstock, Taschenlampe, Handschellen und Pistole, als er über den zugeschneiten Pfad stapfte. Er war nach nur zwanzig Minuten hier gewesen. Vermutlich gab es auf der Polizeiwache von Alarbus gerade nicht viel zu tun. Ich stellte mir vor, wie die vier oder fünf Beamten, die dort arbeiteten, sich darum rissen, den Anruf entgegenzunehmen, hier rauszufahren und etwas Abwechslung in ihren Tag zu bringen. Alarbus ist ein wohlhabender Vorort von Regina, ein Haustiermord zählt dort vermutlich zu den spannenderen Ereignissen. Ich hatte die Wartezeit genutzt, um die Hälfte meiner DVD-Besprechung zu schreiben. ("Dieser vor Spezialeffekten nur so strotzende Blockbuster ist ein Nervenkitzel für die ganze Familie." Keine besonders große Lüge, Walt ...)

"Also", sagte ich, als wir über die Anhöhe kamen. "Genau dort habe ich ihn gefunden."

Im Schnee war immer noch der Abdruck von Herbys Körper zu sehen. Ein rosafarbener Blutfleck.

"In Ordnung." Robertson schob sich die Mütze aus der verschwitzten Stirn. Die Hände in die Hüften gestemmt, blickte er sich um, schätzte die Entfernung zur Baumgrenze ab. "Ziemlich nah am Wald. Gut möglich, dass Ihre Vermutung richtig ist und es ein Wolf war. Könnte aber auch sein", er blickte über seine Schulter zur Bushaltestelle, "dass er von einem Auto angefahren wurde und sich bis hierher geschleppt hat. Dann wären die meisten Verletzungen wohl post mortem. Vögel, Ratten und was es hier sonst so gibt."

"Wirklich?" Ich dachte an Herbys toten Körper, an den klaffenden Schlitz in seinem Bauch.

"Durchaus vorstellbar."

"Kommt es häufig vor, dass Wölfe so etwas tun?"

"Hin und wieder. Allerdings eher im Sommer. Um diese Jahreszeit bleiben sie eigentlich in den Bergen. Nördlich von hier haben sie mal jemanden getötet, so vor drei oder vier Jahren. Einen Jäger. Oben, Richtung Saskatoon. Aber so was passiert ... nun ja, ausgesprochen selten." Robertson ging in die Hocke. Offenbar war da etwas, das er sich genauer ansehen wollte. Er nahm ein Taschenmesser aus seiner Gürteltasche, bohrte damit im Schnee herum und hielt plötzlich eine von Herbys Nieren in die Höhe.

"O Gott", stöhnte ich.

"Schrecklich", sagte er, erhob sich und ließ die Niere zurück in den Schnee fallen. "Ich schätze, wir werfen besser mal einen Blick auf den Kadaver, was?"

"Er liegt im Poolhaus. Möchten Sie einen Kaffee, Officer?"

"Ein Kaffee wäre klasse."

Wir machten uns auf den beschwerlichen Rückweg durch den Schnee. "Ich muss schon sagen", erklärte Robertson, "Sie haben es wirklich verdammt nett hier, Mr. Miller. Wirklich verdammt nett."

"Danke."

"Und Ihre Frau ist die Herausgeberin des Advertiser ?"

"Das ist richtig."

"Womit Sam Myers Ihr Schwiegervater wäre?"

"Jep."

Robert

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